Die Rückrunde in der Fußball-Oberliga hat gerade angefangen, da hört sie auch schon wieder auf.

Velbert

Winterpause kommt SSVg gelegen

Ulrich Tröster
19. Dezember 2016, 19:03 Uhr
Foto: Thomas Kluwie

Foto: Thomas Kluwie

Die Rückrunde in der Fußball-Oberliga hat gerade angefangen, da hört sie auch schon wieder auf.

Nach dem zweiten Spieltag der zweiten Serie ist es nämlich Zeit für die Winterpause — und die dürfte der SSVg Velbert sehr gelegen kommen, wie das letzte Spiel des Jahres gegen den 1. FC Bocholt nahelegte.
Beim 1:1 in der Christopeit-Sport-Arena war eine Partie zu besichtigen, bei der die Spieler sich mit letzter Kraft ins Ziel retteten — was für beide Teams galt. „In der Halbzeitpause haben sich gleich vier Spieler bei mir gemeldet und um ihre Auswechslung gebeten“, berichtet der Bocholter Trainer Manuel Jara.

Auch bei den Velbertern bissen die Spieler auf die Zähne, bei ihnen kam zur körperlichen Belastung nach einem anstrengenden Spieljahr auch noch eine psychologische Herausforderung hinzu. Sie hatten zuletzt drei Spiele in Serie verloren — mit einer vierten Pleite wollten sie sich auf keinen Fall in die Winterpause verabschieden. „Da konnte man schon die Verunsicherung merken. Die Rückschläge der letzten Wochen lassen sich nicht so leicht abschütteln“, fand der Vorsitzende Oliver Kuhn. Zudem verlangte der holprige und tiefe Boden den Spielern noch einmal eine erheblichen Energie-Leistung ab. Schöne Spielzüge oder technische Feinheiten blieben fast zwangsläufig die Ausnahme. Kämpfen und Rennen war gefragt. So lange die Füße trugen.

Immerhin: Dieser Aufgabe stellte sich die SSVg, sie rannte auch unverdrossen hinterher, als sie in der 52. Minute 0:1 in Rückstand geriet. und übernahm für den Rest der zweiten Halbzeit das Kommando auf dem Platz. Bei Chancen durch Alban Sabah, David Müller, Jeffrey Tumanan oder den stark aufspielenden Erhan Zent hätten die Velberter gar noch gewinnen können. Aber entweder fehlten ein paar Zentimeter oder Bocholts guter Keeper Marius Delker stand im Weg.

Wie zuletzt haperte es bei der SSVg empfindlich im Abschluss. So musste für den überfälligen Ausgleich durch Aliosman Aydin ein Foulelfmeter herhalten. Dieser Treffer beschert der SSVg dann doch den versöhnlichen Jahresabschluss. Sie wendete die vierte Niederlage in Folge ab und geht als Tabellendritter in die Winterpause. „Wie dieser Zwischenstand zu bewerten ist, werden wir dann in Ruhe analysieren“, sagt der Vorsitzende Oliver Kuhn. Dass die Velberter etliche Wochen auf dem ersten Platz gestanden hatten und nun einen erheblichen Rückstand zu Spitzenreiter KFC Uerdingen aufweisen, wird dabei sicherlich auch thematisiert.

Aber hier warnt Kuhn schon mal vor übereilten Schlüssen und zu hohen Erwartungen. Schließlich war der direkte Wiederaufstieg nie als festes Saisonziel ausgegeben worden. Zudem empfehle sich ein Blick auf die Konkurrenz. Zum Beispiel auf den FC Kray, der zusammen mit der SSVg aus der Regionalliga abgestiegen ist. Die Velberter sind Dritter, die Krayer Vorletzter. Auch der SV Hönnepel-Niedermörmter – vor gar nicht allzu langer Zeit noch Oberliga-Meister — oder der frühere DFB-Pokalsieger ETB Schwarz-Weiß finden sich weit unten wieder.

Da hat die SSVg – auch wenn sie in den letzten Wochen hätte besser spielen müssen — eine ganz andere Runde hingelegt.

Autor: Ulrich Tröster

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren