Die begehrten Fleischtöpfe kann Schalke 04 im Moment nur riechen, aber nicht sehen.

S04-Kommentar

Königsblaue Zwickmühle

Thomas Tartemann
18. Dezember 2016, 08:07 Uhr
Foto: firo

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Die begehrten Fleischtöpfe kann Schalke 04 im Moment nur riechen, aber nicht sehen.

Der Rückstand auf den Bereich, der zur Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigt, beträgt nach dem 15. Spieltag acht Punkte. Zum Champions League-Qualifikationsrang, der eigentlich schon eher Schalkes Kragenweite ist, sind es sogar neun Zähler. Was auf die Königsblauen im Fußball-Jahr 2017 zukommt, versteht sich von selbst. Die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl muss einen Husarenritt hinlegen, um am Ende auf 50 oder noch besser 55 Punkte zu kommen. Im der Vorsaison wurde Schalke mit 52 Zählern Tabellenfünfter.

Dass die Verantwortlichen darauf hoffen, dass Qualität aus dem Lazarett zurückkommt, ist verständlich. Mit Breel Embolo fällt der Top-Einkauf wegen eines Sprunggelenksbruchs noch bis zum Frühjahr aus. Der dreifache Europa League-Sieger Coke hat nach seiner Kreuzbandverletzung noch keine Bundesliga-Sekunde absolviert. Der Spanier soll im Januar-Trainingslager wieder richtig mitmischen.

Inwieweit der Verteidiger für die Restrunde eingeplant werden oder die erhoffte Verstärkung sein kann, ist offen. Meistens benötigen Fußballer genauso viel Zeit zum Erreichen ihres Toplevels, wie sie zuvor ausgefallen sind. Das wären bei Coke mehrere Monate. Und für Embolo ebenfalls. Jetzt auf dem Transfermarkt zu reagieren, wäre eine logische Reaktion. Besser etwas tun, als nur hoffen. Aber Sportvorstand Christian Heidel ist vorsichtig und hat die Finanzsituation im Blick.

Schalke hat einen der teuersten Kader der Bundesliga und verpasst in dieser Saison möglicherweise das internationale Geschäft. Nachlegen ist eigentlich nicht drin. Die Spieler, die da sind, müssen sich weiter verbessern und es richten. Eine königsblaue Zwickmühle.

Autor: Thomas Tartemann

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