Es gibt Fußballspiele, die komprimieren sich auf eine einzige entscheidende Szene - wie der Auftritt von Borussia Dortmund bei der TSG Hoffenheim.

Hoffenheim - BVB

Aubameyang rettet die Borussia

Sebastian Weßling
16. Dezember 2016, 22:33 Uhr
Foto: firo

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Es gibt Fußballspiele, die komprimieren sich auf eine einzige entscheidende Szene - wie der Auftritt von Borussia Dortmund bei der TSG Hoffenheim.

Es lief die 48. Minute, als Sandro Wagner beim Stand von 2:1 für die Hausherren aus kürzester Distanz nur den Pfosten traf und Sekunden später Pierre-Emerick Aubameyang auf der Gegenseite das 2:2 erzielte. Es war der Treffer zum Endstand - und das in Unterzahl.

Die Szene markierte zudem den Höhepunkt einer wilden Partie, mit einer Fülle von Torchancen auf beiden Seiten, mit leidenschaftlichen Zweikämpfen - und haarsträubenden Abwehrfehlern. Dazu hatte auch BVB-Trainer Thomas Tuchel mit seiner Aufstellung beigetragen. Weil Abwehrchef Sokratis und viele weitere Spieler verletzt fehlten, setzte Tuchel auf eine Dreierkette. Im Zentrum agierte Sven Bender, kam so nach hartnäckigen Fußproblemen zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz in der laufenden Saison. Ein riskantes Unterfangen, denn man merkte dem Defensivspieler die fehlende Praxis und dem gesamten Abwehrverbund die mangelnde Abstimmung über fast die gesamten 90 Minuten an.

Nur 120 Sekunden waren gespielt, als Benjamin Hübner einen langen Ball auf Mark Uth schlug, der Bender davonlief, den viel zu zögerlich herauslaufenden Roman Weidenfeller umkurvte und zum 1:0 einschob.

Es folgte eine Vielzahl schneller Angriffe auf beiden Seiten. Marcel Schmelzer (6.) und Aubameyang (7.) verfehlten das Hoffenheimer Tor noch - doch dann hatten zwei Sommerzugänge ihren großen Auftritt: Ousmane Dembélé kurvte durchs Mittelfeld, hatte etwas Glück, dass ein Abpraller vor seinen Füßen landete, bediente dann aber Mario Götze stark - und der schob überlegt zum 1:1 ein (11.). Es war sein erster Bundesligatreffer für den BVB seit seiner Rückkehr aus München.

Beide Mannschaften schenkten sich auch in der Folge nichts, es blieb ein intensives Spiel mit Haken und Ösen - und die BVB-Abwehr wackelte weiter: Hübner köpfte einen Eckball in Richtung Tor, Sandro Wagner stahl sich in Benders Rücken davon, verschaffte sich mit einem kleinen Schubser Platz und lenkte den Ball mit den Haarspitzen über Weidenfellers Finger hinweg ins Tor (20.).

Die Partie beruhigte sich nun etwas, blieb zwar intensiv, aber die ganz großen Chancen fehlten - und dann kam es knüppeldick für den BVB: Marco Reus wurde erst gehalten von Nadiem Amiri, brachte den Hoffenheimer dann zu Fall - und Schiedsrichter Benjamin Brand zeigte dem bereits verwarnten Dortmunder Gelb-Rot (41.). Eine knallharte Entscheidung.

Tuchel stellte in der Halbzeitpause um auf eine Viererkette in der Abwehr - doch die Anfälligkeit blieb: Pavel Kaderabak bediente Wagner, der traf aus kürzester Distanz den Pfosten (48). Im Gegenzug lief Dembélé auf und davon, bediente Aubameyang und der überlupfte Oliver Baumann zum 2:2.

Wild wogte die Partie hin und her, Hoffenheim drückte, Dortmund konterte, meist über Dembélé. Dann aber musste der nach 68 Minuten verletzt vom Feld, für ihn kam Emre Mor - und die Dortmunder Offensive hatte ihr prägendes Element verloren. Auch deswegen blieb es beim letztlich leistungsgerechten 2:2.

Autor: Sebastian Weßling

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