Max Meyer lässt keine Zweifel aufkommen, er überlegt nicht eine Sekunde. „Ja“, sagt der Nationalspieler klipp und klar auf die Frage der WAZ, ob sich Schalke auch in dieser Saison wieder für den Europapokal qualifizieren wird.

Schalkes Max Meyer

"Uns fehlt die Kaltschnäuzigkeit"

Manfred Hendriock
16. Dezember 2016, 20:02 Uhr
Foto: firo

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Max Meyer lässt keine Zweifel aufkommen, er überlegt nicht eine Sekunde. „Ja“, sagt der Nationalspieler klipp und klar auf die Frage der WAZ, ob sich Schalke auch in dieser Saison wieder für den Europapokal qualifizieren wird.

Meyer setzt auf eine erfolgreiche Aufholjagd im neuen Jahr, aber er weiß auch, dass sich Schalke dafür schon in den beiden verbleibenden Spielen vor Weihnachten in eine gute Position bringen muss. An diesem Samstag (15.30 Uhr) geht’s in der Arena gegen den SC Freiburg, am Dienstag zum Hamburger SV. Sechs Punkte sind das erklärte Ziel von Meyer: „Wir wollen wieder eine neue Serie starten und am Samstag damit anfangen.“

Der 21-Jährige ist zwar kein Torjäger, aber trotzdem Schalkes Hoffnungsträger in der Offensive für das letzte Heimspiel des Jahres – jetzt, da alle vier erprobten Mittelstürmer ausfallen. Wer gegen Freiburg neben ihm stürmt, weiß er selbst noch nicht, „da lasse ich mich auch überraschen“. Yevhen Konoplyanka ist der eine Kandidat, Donis Avdijaj der andere, der für einen Platz in der Start-Elf infrage kommt. Meyer: „Wir stecken durch die vielen Ausfälle zwar in einer schwierigen Situation, aber ich bin mir sicher, dass wir immer noch genügend Qualität auf dem Platz haben, um unser Heimspiel gegen Freiburg gewinnen zu können. Jetzt müssen eben andere in die Bresche springen, die noch nicht so oft gespielt haben.“

Wir müssen die Bälle auch mal ablegen.
Max Meyer

Das Toreschießen ist in dieser Saison Schalkes größtes Problem – es gibt keinen echten Knipser, mit Nabil Bentaleb (vier Tore) führt ein Mittelfeldspieler die interne Schützenliste an. „Vorne fehlt uns die Kaltschnäuzigkeit“, hat Max Meyer festgestellt und nennt als Beispiel die 0:1-Heimniederlage vor einer Woche gegen Leverkusen: „Da haben wir richtig gut gespielt und hätten normalerweise auch mit zehn Mann gewinnen müssen, wenn man die Konter richtig ausspielt. Aber es hat der letzte Pass gefehlt.“ In der zweiten Halbzeit gab es einmal eine Szene, bei der sich Meyer die Haare raufte: Yevhen Konoplyanka hatte sich auf der linken Seite klasse durchgesetzt und knallte den Ball aus spitzem Winkel direkt aufs Tor – in der Mitte stand Meyer und hätte einen Rückpass von Konoplyanka nur ins Tor schieben müssen. Da fehlte der Instinkt eines echten Stürmers, den Schalke im Moment nicht hat.

Damit es gegen Freiburg nicht wieder schief geht, fordert Meyer, dass Schalke seine spielerischen Möglichkeiten besser ausspielen muss: „Wir müssen vorne noch mehr zusammenspielen und im richtigen Moment die Bälle auch mal ablegen.“ Der technisch beschlagene Meyer ist so ein Spieler, der gerne auch anderen die Bälle auflegt: In der vergangenen Saison kam er in der Bundesliga gut zur Geltung (fünf Tore/ acht Torvorlagen), in dieser Saison fällt seine Zwischenbilanz bisher etwas bescheidener aus (ein Tor/ zwei Torvorlagen). „Es geht darum, dass wir als Mannschaft Tore schießen, wer im Endeffekt der Torschütze ist, spielt keine Rolle“, erklärt Meyer.

Gegen Freiburg sollte Schalke heute die Konsequenz im Abschluss haben: Mit einem Sieg würden die Königsblauen wieder in die obere Tabellenhälfte rücken und könnten mit einem weiteren Dreier am Dienstag beim Spiel in Hamburg den Anschluss zu den internationalen Plätzen herstellen. „Es sind beides machbare Aufgaben, auch wenn Hamburg jetzt einen Aufwärtstrend hat und die letzten Spiele gewonnen hat“, sagt Meyer: „Es wird nicht einfach, aber wir müssen auf jeden Fall punkten, damit wir oben dran bleiben und zur Rückrunde in Schlagdistanz sind.

Autor: Manfred Hendriock

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