Thomas Tuchel hat eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie seine Spieler umsetzen, was er einfordert.

BVB

Raphael Guerreiro, arg vermisst, ist zurück im Training

Daniel Berg
13. Dezember 2016, 19:27 Uhr
Foto: firo

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Thomas Tuchel hat eine sehr konkrete Vorstellung davon, wie seine Spieler umsetzen, was er einfordert.

Der Trainer hatte für die Fußballer von Borussia Dortmund am Dienstag eine Passübung angeordnet, deren Ausführung ihm zu schludrig geriet. „Die Übung ist nicht so schwer, die haben wir schonmal gemacht“, klagte Tuchel nach ein paar laschen Pässen und orientierungslosen Sprints seiner Profis deutlich vernehmbar, „das ist ja wie in der C-Jugend.“

Unter den Adressaten dieses über alle Maßen harmlosen Vorfalls befand sich auch Raphael Guerreiro. Dabei schien ein wärmendes Wort des Willkommens eher angebracht. Wochenlang haben sie beim BVB die Rückkehr des Mittelfeldspielers herbeigesehnt. Nun nimmt sie Gestalt an. Vielleicht. Oder auch nicht. So genau lässt sich das in diesem merkwürdigen Fall noch nicht sagen.

Fakt ist: Der portugiesische Europameister nimmt wieder am Mannschaftstraining teil. An Teilen zumindest. Der vollen Zweikampfwucht seiner Kollegen wird er wohlweislich noch nicht ausgesetzt. So recht lässt sich also noch immer nicht deuten, wie es um den Mittelfeldmann bestellt ist. Muskuläre Beschwerden in der Leiste hinderten ihn zuletzt an der Arbeit. Was klingt wie eine Lapalie, führte dazu, dass der schmerzlich vermisste Techniker seit Anfang November kein Ligaspiel mehr bestritt. „Das sind Muskelprobleme, die wiederholt bei Länderspielreisen aufgetreten sind“, sagt Tuchel. Einmal kehrte der 22-Jährige mit einem Muskelfaserriss zurück, danach mit jenen Beschwerden, die ihn bis heute einschränken.

Dabei brauchen sie einen wie ihn im schwarz-gelben Ensemble recht dringend. „Er ist der Spieler, bei dem wir uns wohl am schwersten tun, ihn zu ersetzen, weil er ein Problemlöser ist. Er findet Lösungen, die nicht offensichtlich sind, er macht seine Nebenleute ruhiger und besser“, adelt Tuchel. Doch das Lob linderte die Schmerzen nicht ausreichend. Denn sie verschwanden nicht. Nahezu täglich warteten sie auf seine Rückkehr, die doch immer wieder verschoben werden musste. Schon vor zehn Tagen hätte er ins Training zurückkehren sollen, doch es fühlte sich nicht richtig an. „Wir wollten keinen weiteren Rückschlag riskieren“, sagt Tuchel, „Raphael war deswegen sehr niedergeschlagen.“

Hoffenheimer Kampfgetümmel

Nun steht er ­zumindest wieder mit Ball auf dem Rasen. Was das für die verbleibenden Spiele bei 1899 Hoffenheim am Freitag (20.30 Uhr) und am Dienstag (20 Uhr) gegen den FC Augsburg heißt, bleibt offen. Prognosen sind in diesem Fall schwierig. Beim BVB schauen sie von Tag zu Tag. Unwahrscheinlich aber, dass Guerreiro schon dem Hoffenheimer Kampfesgetümmel zugeführt wird, wo er im Training offenbar noch keine körperliche Intensität spüren darf. Im Zweifel gilt weiterhin: Vorsicht! Außer verbal. Vom Chef.

Autor: Daniel Berg

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