War das ein Pech! Eine Minute vor dem Ende kassierte Schalke 04 im Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen das 0:1 durch Stefan Kießlings Kopfball.

Toller Fight in Unterzahl

S04-Fans feiern Team trotz 0:1

Thomas Tartemann
11. Dezember 2016, 19:28 Uhr
Foto: firo

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War das ein Pech! Eine Minute vor dem Ende kassierte Schalke 04 im Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer 04 Leverkusen das 0:1 durch Stefan Kießlings Kopfball.

S04 verlor damit das wichtige Duell um den Anschluss an die internationalen Plätze. Schalke warf kämpferisch alles in die Waagschale, fightete 86 Minuten in Unterzahl und hatte die schwache Werkself fast durchweg im Griff. Auch das Chancenverhältnis schlug deutlich mehr zu Gunsten der Hausherren aus. Umso ärgerlicher, dass die leidenschaftliche Arbeit nach einer Standardsituation zunichte gemacht wurde.

Die böse Vorahnung von Trainer Markus Weinzierl, der sowohl beim erkälteten Mittelfeld-Strategen Nabil Bentaleb als auch beim an den Adduktoren verletzten Abwehrrecken Matija Nastasic im Hinblick auf das Bayer-Duell skeptisch war, bestätigte sich. Nastasic schaffte es gar nicht in den 18er-Kader. Bei Bentaleb reichte es immerhin für die Bank. Da auch Leitwolf Benedikt Höwedes wegen Gelbsperre passen musste, war der Aderlass bei den Königsblauen enorm. Weinzierl schenkte wie angekündigt Talent Thilo Kehrer das Vertrauen auf der rechten Position in der Dreier-Abwehr und ließ Sead Kolasinac den linken Part übernehmen. Naldo sollte das Bollwerk als Organisator zusammenhalten.

Schon nach vier Minuten wurde das Schalker Konzept komplett über den Haufen geworfen. Ein schwacher Pass von Kolasinac löste einen Leverkusener Konter aus. Naldo wollte das drohende Unheil verhindern, brachte den durchgestarteten Chicharito auf seinem Weg Richtung S04-Tor aber zu Fall. Klare Sache für Schiedsrichter Deniz Aytekin: Rote Karte! Markus Weinzierl nahm die Hinausstellung seines Führungsspielers an der Seitenlinie relativ gefasst zur Kenntnis. Auch ihm war klar, dass es beim Regelwerk in solchen Fällen kaum Spielraum gibt. Der Fußballlehrer reagierte und beorderte Mittelfeld-Abräumer Johannes Geis auf den Posten des zentralen Verteidigers. Geis löste diesen ungewohnten Job mit großem Geschick, dirigierte seine Nebenleute und löschte mehrere Brandherde durch umsichtiges Stellungsspiel.

Erstaunlich: Schalke war trotz Unterzahl keine leichte Beute für die Werkself, sondern ein äußerst unangenehmer Gegner. Da Leverkusen teilweise sehr sorglos nach vorne spielte und den Deckungsverband lockerte, gab es mehrere aussichtsreiche Szenen für die dezimierten Gastgeber. In erster Linie tat sich Yevhen Konoplyanka als Störenfried hervor. Bis zur 24. Minute hatte der Ukrainer vier Torabschlüsse. Die erste erwähnenswerte Bayer-Möglichkeit wurde von Hakan Calhanoglu eingeleitet, der den Ball über die Abwehrkette der Schalker streichelte. Stefan Kießling kam gegen Sead Kolasinac zum Torabschluss, zielte aber am langen Eck vorbei (33.). Aufregung gab es kurz vor der Pause auf der anderen Seite, als Abdul Rahman Baba im Strafraum nach einem Zweikampf mit Benjamin Henrichs zu Fall kam. Schiedsrichter Aytekin ließ weiterspielen und wurde anschließend von den Schalke-Fans mit gellenden Pfiffen in die Umkleide verabschiedet.

Auch nach der Pause blieb Schalke am Drücker. Yevhen Konoplyanka narrte Jonathan Tah mit einer Körpertäuschung, verfehlte das Tor aber knapp (59.). Sead Kolasinac versuchte es 120 Sekunden später aus der Distanz – drüber. Mit zunehmender Dauer sah es immer mehr nach einem Teilerfolg für Schalke aus – doch dann kam alles anders. Ein ruhender Ball von Hakan Calhanoglu bahnte sich den Weg an den Fünfmeterraum. Schalkes Deckung war unsortiert, so dass Stefan Kießling unbedrängt einköpfen konnte (89.). Schalkes Spieler wurden trotzdem von den Anhängern gefeiert.

Autor: Thomas Tartemann

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