Die TSG Hoffenheim und Eintracht Frankfurt stehen in dem Tabellenbereich, den der FC Schalke 04 mit Kusshand nehmen würde.

Schalke

Die Punktejagd ist eine "brutale Aufgabe"

Thomas Tartemann
10. Dezember 2016, 19:13 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Die TSG Hoffenheim und Eintracht Frankfurt stehen in dem Tabellenbereich, den der FC Schalke 04 mit Kusshand nehmen würde.

Beide Süd-Klubs, denen vor Saisonstart allenfalls biederes Mittelmaß zugetraut wurde, haben 26 Zähler gesammelt und würden Stand jetzt am europäischen Wettbewerb teilnehmen. Schalke muss im Duell mit Bayer 04 Leverkusen (17.30 Uhr/Sky) Boden gutmachen. Mit 17 Punkten ist Europa für die Königsblauen trotz zwischenzeitlicher Aufholjagd noch weit entfernt. „Leverkusen ist für uns der Beginn einer sehr wichtigen Phase“, sagt Trainer Markus Weinzierl, „von den nächsten fünf Bundesligaspielen haben wir vier Partien zuhause.“ Und gerade in der Veltins-Arena hat Schalke bisher den Löwenanteil der Saisonausbeute eingefahren. Gegen Mönchengladbach (4:0), Mainz (3:0), Bremen (3:1) und Darmstadt (3:1) gab es teils deutliche, teils sehr hart erarbeitete Siege. Nun soll auch gegen Bayer ein Dreier her.

„Natürlich müssen wir dieses Spiel auch gewinnen“, sagt Kapitän Benedikt Höwedes, der wegen seiner fünten gelben Karte zum Zuschauen verurteilt ist und von der Tribüne aus die Daumen drücken wird. Höwedes: „Wir haben zuletzt fleißig Punkte gesammelt, aber beim 1:2 gegen RB Leipzig etwas liegen lassen. Wir werden noch die ganze Saison hinterherlaufen. Das wird eine brutale Aufgabe für uns.“ Die fünf Tiefschläge zum Saisonstart haben Schalke deutlich ins Hintertreffen gebracht. Höwedes: „Wenn wir null Punkte aus fünf Spielen holen, andere Teams aber 15 Zähler, dann musst du hinterherlaufen.“ Leverkusen, das ebenfalls im Mittelfeld der Tabelle festklebt und den eigenen Zielen hinterherjagt, sieht Höwedes „nicht als Schlüsselspiel“, aber als wichtiges Duell: „Bayer ist ein Konkurrent von uns.“

Für den gesperrten Höwedes soll Nachwuchsmann Thilo Kehrer im Abwehrverbund der Königsblauen auflaufen. Kehrer erntete beim 0:2 in der Europa League in Salzburg viel Lob und gilt als Spieler mit großer Perspektive. „Er wird sich gut einfügen“, ist Höwedes sicher. Im Angriff muss Trainer Markus Weinzierl erneut improvisieren. Torjäger Klaas-Han Huntelaar (Bänderriss) ist erst 2017 wieder ein Thema. Franco Di Santo, dessen Bauchmuskelzerrung sich zäh wie Kaugummi zieht, könnte eventuell zum Wochenbeginn wieder einen Trainingsversuch unternehmen. „Wenn Franco nicht einsteigt, dann wird es auch nichts in den beiden letzten Spielen gegen Freiburg und Hamburg“, so Weinzierl. Breel Embolo ist nach seinem Sprunggelenksbruch ohnehin erst im Frühjahr wieder ein Thema – vorausgesetzt, die Reha klappt reibungslos. „Es tut weh, dass wir ohne drei Stürmer auskommen müssen. Wir müssen das als Team auffangen“, fordert Weinzierl. In der Winterpause wollen die Königsblauen den Markt sondieren. Den Vorstoß in den europäischen Wettbewerb nur mit Improvisieren und Auffangen aus den eigenen Reihen zu schaffen, könnte sich als Tanz auf dem Drahtseil entpuppen.

Autor: Thomas Tartemann

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren