Zweitligist VfL Bochum hat in dieser Saison mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Einige Spieler kämpfen seit Monaten für ihr Comeback.

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Langzeitverletzte gehen optimistisch ins Jahr 2017

09. Dezember 2016, 09:07 Uhr
Foto: firo

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Zweitligist VfL Bochum hat in dieser Saison mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen. Einige Spieler kämpfen seit Monaten für ihr Comeback.

Während ein Teil mit überschaubarer Rekonvaleszenzzeit schnell wieder auf einen Einsatz hofft, ist ein Spielerquartett noch weit davon entfernt. Kevin Stöger (sieben Monate), Thomas Eisfeld (fünf Monate), Jannik Bandowski (sieben einhalb Monate) und der junge Tom Baack (vier Monate) müssen sich in Geduld üben. RS erkundigte sich in dieser Woche einmal, wie es bei den „Fast-Vergessenen“ derzeit aussieht und wann sie vielleicht zurückkommen. Dabei war sich das Quartett über die Rückkehr einig – der Weg wird kein leichter sein.

Kevin Stöger

Der Linksfuß verletzte sich am 29. September beim Abschlusstraining. 24 Stunden später: Seine Teamkollegen inspizierten gerade den Rasen in Aue, da erhielt Christian Hochstätter via Telefon die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss im rechten Knie. Übersetzt: Für Kevin Stöger, der bis dato in allen sieben Spielen in der Startformation stand, fällt mindestens ein halbes Jahr aus. Am 10. Oktober wurde er in Augsburg operiert und nachdem es ihm in den ersten Wochen danach nicht so gut ging, ist er mittlerweile voll im Reha-Modus. „Den Schock habe ich jetzt mittlerweile gut verkraftet", berichtet Stöger. "Ich sehe jeden Tag, dass es vorwärts geht und freue mich auch über kleine Fortschritte.“ Bei Patrick Fabian, der bereits viermal am Kreuzband operiert wurde, hat er sich informiert und verrät: „Wir haben uns geschworen, dass wir beide noch stärker zurückkommen." Ob er gegen Ende der Spielzeit zumindest wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, steht momentan noch in den Sternen. Stöger: „Ich brauche Geduld. In einem Vierteljahr sehen wir weiter.“

Thomas Eisfeld

Erst auf der Zehnerposition, dann auf der linken Seite. Thomas Eisfeld war aus dem VfL-Team nicht wegzudenken. Doch nach einem Schlag auf das rechte Knie – es passierte am 24. Oktober auf dem Betzenberg – war klar, dass es den 23-Jährigen schwer erwischt hat. Am 7. November folgte eine Knie-OP bei Dr. Boenisch in Augsburg und obwohl die OP nur 20 Minuten dauerte, ist die anschließende Pause für den Techniker ein Geduldsspiel. Immerhin: „Ich habe momentan keine Beschwerden“, berichtet Eisfeld. Seit drei Wochen arbeitet er mit einer Motormaschine zu Hause. Eisfeld: „Da leg ich das Bein hinein, dass dann rauf und runter bewegt wird und von Tag zu Tag lässt es sich besser beugen.“ Noch drei weitere Wochen muss er sich der Tortur unterziehen, dann geht es in die Reha – ein großer Weihnachtsurlaub fällt flach. Insgeheim hat er die Hoffnung noch in dieser Saison mit der Mannschaft zu trainieren oder gar noch auf zwei, drei Einsätze. „Ich mache Fortschritte - auch im Kopf. So langsam habe ich die schwere Verletzung verkraftet. Es geht aufwärts.“

Yannik Bandowski

Die Leidensgeschichte ist lang. Gleich zweimal musste der 1,89m große Linksfuß nach einem Ermüdungsbruch am rechten Mittelfuß operiert werden. Zuletzt im April 2016. Danach lief der Vertrag bei 1860 München aus und er musste BVB zurück, wo er noch einen Anschlussvertrag hatte. Sportvorstand Christian Hochstätter allerdings hatte schon seit längerem Pläne mit dem Dortmunder und trotz dessen Verletzung zog er die Verpflichtung, die für kommenden Sommer geplant war, kurzerhand vor und band ihn bis zum 30. Juni 2019. Sicher ein Risiko, doch so langsam zeichnet sich ab, dass der ehemalige U20-Nationalspieler wieder Fuß fasst. Dafür schuftet er tagtäglich in der Reha, denn sein Ziel ist es, beim Trainingsstart am 2. Januar wieder dabei zu sein. Bandowski: „Das ist realistisch, aber ich möchte keine zu optimistischen Prognosen abgeben. In zwei, drei Wochen weiß ich mehr. Immerhin wurde er zuletzt schon mit leichten Ballübungen auf dem Platz gesehen. Die ersten Tempoläufe, wenn auch noch keine Sprints, hat er bereits hinter sich. Und dann rutscht ihm doch noch ein optimistischer Satz über die Lippen: „Es geht bald los. Ich denke, im Januar kann ich wieder einsteigen."

Tom Baack

Er ist der jüngste unter den Langzeitverletzten des VfL und doch der ungeduldigste. Im Meisterschaftsspiel der U19 gegen Bayer Leverkusen (25. August) hat er sich nach wenigen Minuten verletzt und wenig später stand die Diagnose unumstößlich fest: Der Innenknöchel im Sprunggelenk des rechten Fußes war gebrochen. Zwei Tage später wurde er im Essener Krupp-Krankenhaus operiert. Das ist jetzt mittlerweile drei Monate her und die Beschwerden sind Vergangenheit. Baack: „Momentan arbeite ich in der Reha mit einem Personal Trainer und in den nächsten zwei Wochen wird sich heraus kristallisieren, wann ich wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann.

Schon bald will der Jugendnationalspieler wieder im Kreise seiner Teamkollegen sein. „Läuft alles nach Plan, dann will ich noch in diesem Jahr meine Fußballschuhe schnüren und bei der U19 die ersten Schritte im Training machen." Was danach kommt, weiß das Bochumer Talent auch schon: „Am 2. Januar, wenn die Profis trainieren, will ich dort wieder ins Training zurückkehren.“ Die erste schwere Verletzung seiner noch jungen Karriere, hat er gut weggesteckt: „Ich habe mich schon ein wenig geärgert, aber ich habe ein dickes Fell. Das wirft mich nicht um.“

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