Nach dem Spiel gegen Eintracht Braunschweig ging mit Felix Bastians auch der letzte Abwehrspieler und Dauerbrenner beim VfL Bochum von Bord.

Bochum

Nachgefragt bei VfL-Kapitän Felix Bastians

08. Dezember 2016, 10:07 Uhr
Foto: firo

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Nach dem Spiel gegen Eintracht Braunschweig ging mit Felix Bastians auch der letzte Abwehrspieler und Dauerbrenner beim VfL Bochum von Bord.

Mit einem Muskelbündelriss verabschiedete sich der Kapitän vorzeitig in die Winterpause. Nach Timo Perthel, Tim Hoogland, Stefano Celozzi und Anthony Losilla hatte es auch den Fels in der Brandung verletzungstechnisch erwischt.

RS sprach mit dem VfL-Kapitän über seinen Gesundheitszustand, seine Rückkehr und über die Probleme, die besonders in den Auswärtsspielen zu Tage treten.

Felix Bastians, wie geht es Ihnen drei Wochen nach der Verletzung? Den Umständen entsprechend. In den nächsten Tagen werde ich erstmals mit den Laufschuhen auf den Platz gehen, denn die Reha zweimal am Tag ist bisher ganz gut verlaufen. Zum Trainingsstart am 2. Januar stehe ich auf jeden Fall wieder im Mannschaftstraining.

Zuletzt ist das Team mächtig ins Schlingern geraten, der Abstand zum Relegationsplatz beträgt nur noch sechs Punkte. Müssen sich die Fans um den Verein sorgen? Ich denke nicht. Ich bin davon überzeugt, dass sich unsere Situation im Spiel gegen 1860 München deutlich verbessern wird. Ich bin weit davon entfernt, jetzt, da ich verletzt bin, meinen Mitspielern über die Medien kluge Ratschläge zu geben. Damit tue ich mich sehr schwer, aber was mir auffällt, versuche ich intern anzusprechen. Allerdings bin ich davon überzeugt, dass jeder weiß, was in Bielefeld schieflief und was gegen München zu tun ist.

Nicht zuletzt durch eine Verletzungsflut droht Ihrer ambitionierten Mannschaft eine enttäuschende Hinrunde. Teilen Sie diese Einschätzung? Das ist mir ein wenig zu voreilig, denn wir haben ja in der Hinrunde noch zwei Spiele vor uns und stehen derzeit bei 18 Punkten. Wenn ich mich richtig erinnern kann, dann standen vor einem Jahr nach der Hinrunde 24 Punkte Zähler zu Buche und das ist trotz unseres massiven Verletzungspech ja noch machbar. Natürlich hatten wir zu Saisonbeginn eine andere Erwartungshaltung, aber die Gegenwart hat uns eingeholt. Was hier passiert ist, konnten wir nicht erahnen. Gerade im Defensivbereich hat es mittlerweile alle von uns einmal erwischt. Da die Abwehr nun einmal ein Garant für Stabilität ist, sind wir hin und wieder ins Schlingern geraten. Es kam in der bisherigen Hinrunde schon viel Negatives zusammen und deshalb sind wir auch ehrlich genug, dass wir momentan weit davon entfernt sind, oben mitzuspielen. Umso wichtiger sind die letzten zwei Begegnungen, um mit einem positiven Gefühl im Januar zu starten. Zahlreiche Spieler kommen dann zurück, das ist die Voraussetzung für eine gute Rückserie.

Während es in den Heimspielen fast ausnahmslos gelang, die Ausfälle zu kompensieren, war das in den Auswärtspartien eher selten der Fall. Haben Sie eine Erklärung für die eklatante Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsleistungen? Zunächst einmal ist es sehr positiv, dass wir daheim vor unseren Zuschauern konstant gute Leistungen erbracht haben und die Leute zufrieden nachhause gingen. Das haben auch die jeweiligen Reaktionen nach dem Schlusspfiff bewiesen. Dazu haben aber gerade unsere Fans sehr beigetragen. Die Unterstützung war ausnahmslos hervorragend und es ist schon bemerkenswert, welch ein feines Fingerspitzengefühl unter unserem Publikum herrscht. Jeder hat gewusst, wie angespannt die personelle Situation ist, dass es für uns nicht einfach ist und wir die Hilfe von außen brauchen. Dies wiederum hatte den Effekt, dass uns die Stimmung über manch heikle Situation getragen und beflügelt hat. Das macht dann vieles einfacher. Auswärts dagegen hat uns das gefehlt. In Bielefeld zum Beispiel hatten wir 62 Prozent Ballbesitz und trotzdem wirkten wir unsicher. Da müssen wir einfach cleverer agieren. Ein Musterbeispiel ist da für mich die Heimpartie gegen Heidenheim. Auswärts gelingt es uns jedoch nicht, die richtige Mischung zwischen Defensive und Offensive zu finden.

Seit nun 23 Spielen steht beim VfL hinten nicht mehr die Null. Ist das für einen Abwehrspieler eine Bilanz des Grauens? Nein, aber nur dann, wenn wir am Ende das Spiel 2:1 gewinnen. Aber wenn die viele Chancen hast und am Ende nach einem Fehler am Ende nur 1:1 spielst oder gar verlierst, dann nervt das gewaltig. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, müssen wir in der Abwehr einfach kompakter stehen. Manchmal haben wir da ein Problem, weil wir extrem viele Offensivspieler auf dem Platz stehen haben. Bei ihnen muss öfter im Kopf der defensivere Gedanke im Vordergrund stehen. Sonst wird es sehr schwer, wieder einmal zu Null zu spielen. Hier können wir uns in der Rückrunde enorm verbessern, hier sehe ich in unserem Team ein enormes Steigerungspotenzial. Und ich denke, es wird auch automatisch besser, wenn unser Kader halbwegs wieder komplett ist.

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