Als die Bochumer Spieler, die in Bielefeld mehr als 45 Minuten auf dem Platz standen, längst ihr Regenerationsprogramm absolviert hatten am frostigen Montagnachmittag, zog auch Stefano Celozzi zur Kabine.

VfL Bochum

Nur drei Spieler überzeugen auf der Alm

Ralf Ritter
05. Dezember 2016, 18:19 Uhr
Foto: firo

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Als die Bochumer Spieler, die in Bielefeld mehr als 45 Minuten auf dem Platz standen, längst ihr Regenerationsprogramm absolviert hatten am frostigen Montagnachmittag, zog auch Stefano Celozzi zur Kabine.

So geduldig wie akribisch arbeitet der Rechtsverteidiger an seinem Comeback nach seinem Muskelsehneneinriss im Oberschenkel, der sich als komplizierter erwies als erst gedacht. Am 2. Januar, wenn Gertjan Verbeek zum Trainingsauftakt im neuen Jahr bittet, will er wieder mit der Mannschaft trainieren, „das ist das Ziel“, sagt er.

Celozzi fehlt der Mannschaft seit Oktober. Aber weder der Ausfall des Rechtsverteidigers, noch die weiteren verletzten Stammkräfte sind Grund genug, dass der VfL Bochum zwischen Minute 12 und Minute 86 bei der fußballerisch streng limitierten Arminia aus Bielefeld kein einziges Mal ernsthaft aufs Tor geschossen hat am Sonntag, bei diesem ernüchternden 0:1. Ein Problem des VfL, das sich durch die gesamte Saison zieht, ist die mangelnde Torgefahr der Mittelfeldspieler und Außenstürmer. In Bielefeld überzeugten nur Innenverteidiger Tim Hoogland, Sechser Anthony Losilla und Rechtsverteidiger Jan Gyamerah; drei taktisch defensiv aufgestellte Kräfte, die aber auch in der Offensive für den meisten Wirbel sorgten. Nimmt man den Kopfball von Pawel Dawidowicz hinzu in Halbzeit eins, dann ging fast sämtliche Gefahr von Defensivkräften aus, von zwei Chancen von Quaschner und Mlapa abgesehen. Losilla hatte Pech zu Beginn, als er im Fallen den Ball neben das Tor setzte. Und Hoogland scheiterte kurz vor Schluss zweimal. Letztlich war der Führungsspieler sauer - auch auf einige Mitspieler, wie er nach dem Schlusspfiff deutlich machte: „Ein paar in der Mannschaft müssen jetzt endlich wach werden.“

Angesprochen fühlen dürften sich zum Beispiel die Ex-Fürther Tom Weilandt und Marco Stiepermann. Weilandt erhielt nach längerer Verletzungspause von Beginn an das Vertrauen und rechtfertigte es abermals nicht. Und bei Stiepermann ist vom guten Eindruck, den er zu Saisonbeginn hinterlassen hat, nicht mehr viel übrig geblieben.
Zwar vesteht es der Neuzugang des VfL, für den Vorstand Christian Hochstätter ja sogar eine ordentliche Ablösesumme auf den Tisch gelegt hat, nach wie vor, den Ball zu streicheln, aber allzu oft kommen seine Pässe gar nicht mehr an. Bei beiden, Weilandt wie Stiepermann, fehlt ein Element, das man in der 2. Liga an sich und erst Recht bei Teams wie Bielefeld benötigt: der letzte Biss, die Konsequenz im Zweikampf, der unbedingte Wille, ein Tor zu erzwingen.

Stiepermann hat als Achter noch gar keinen Treffer erzielt in dieser Saison. Und Alexander Merkel zeigte zwar wieder seine feine Ballbehandlung, aber unterm Strich blieb seine mangelnde Effektivität und Torgefahr hängen.

An Mlapa konnte man den fehlenden Abschluss auf der Alm jedenfalls nicht festmachen. Der Stoßstürmer mühte sich, ihm fehlte es jedoch an der Unterstützung aus der Mitte, von außen. Und die benötigt ein Spieler seines Typs in dieser Position zwingend.

Autor: Ralf Ritter

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