Mit großer Sehnsucht war das Comeback von Fabian Schnellhardt erwartet worden.

MSV

Schnellhardts kurzer Schreckmoment

05. Dezember 2016, 08:07 Uhr
Foto: Thorsten Lindekamp

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Mit großer Sehnsucht war das Comeback von Fabian Schnellhardt erwartet worden.

MSV-Sportdirektor Ivica Grlic hatte im großen RS-Interview noch davon gesprochen, dass ihm die Diskussion um einen einzigen Leistungsträger zu einfach gedacht sei.

Doch beim 2:0-Erfolg am Lotter Kreuz offenbarte sich, wie wichtig der Mittelfeldspieler für die Kreativität in der Duisburger Offensive ist. Vor allem in der Anfangsphase der Begegnung beim starken Aufsteiger rieben sich die 1500 mitgereisten MSV Fans verwundert die Augen. Unabhängig vom 1:0 durch Tim Albutat (9.) zauberten die Zebras einen sehenswerten Angriff nach dem anderen auf den Rasen. Unaufgeregt, mit hoher Präzision, dabei aber stets zielführend, spielte sich die Mannschaft von Ilia Gruev immer wieder gefährlich vor das Tor von Benedikt Fernandez. Takt- und Ideengeber war in nahezu allen Situationen der 22-jährige Linksfuß.

Ein gelungenes Comeback, das sich nach Ablauf seiner Sperre wegen einer Erkältung um ein weiteres Spiel verzögert hatte. Doch circa zehn Minuten vor Ende der Partie gab es für „Schnelli“ und die Duisburger Anhänger einen kurzen Schreckmoment. Da fing der Spielmacher einen Ball ungewollt mit dem Kopf ab und ging zu Boden. „Ich habe den Ball gegen meinen Kiefer bekommen. Danach ging es aber wieder ganz schnell weiter“, erklärte er.

Bei dem früheren Aufreger – den Platzverweis gegen Baris Özbek – stand der offensive Mittelfeldspieler etwas abseits. „Ich wollte mich da zurückhalten, habe es aber auch nicht gesehen“, sagte er.

Ohnehin brauchte Schnellhardt für die anspruchsvolle Aufgabe in Lotte einen klaren Kopf. Denn auf dem gefrorenen Rasen war von allen Beteiligten die maximale Konzentration gefordert: „Wir wussten alle, dass es kein fußballerischer Leckerbissen wird. Es kam auf andere Dinge an.“

In Spielen wie diesen kommt es für den Spitzenreiter gerade auf Typen wie Schnellhardt an. Das bescheinigte auch Linienchef Gruev im Anschluss: „Er ist ein wichtiger Spieler für uns und strahlt unheimlich viel Ruhe aus.“ Das, so Duisburg Trainer, übertrug sich auch auf die anderen MSV Spieler: „Er bringt unseren anderen Spielern das Selbstvertrauen.“

Der MSV und der Schnellhardt-Effekt – auch durch diese immens wichtige Personalie war wohl zu erklären, wie es zehn Duisburger schafften, elf Lotteranern die drei Punkte abzuringen. Und so richte Gruev ein Kollektiv-Lob an seine Elf: „Wir haben es geschafft, sauber und ordentlich zu spielen. Ich bin zufrieden mit Schnelli, aber auch mit der ganzen Mannschaft.“

Für den Rückkehrer war der erste Sieg nach fünf Spielen ohne Dreier ein Brustlöser für die kommenden Auftritte, insbesondere aber für das Heimspiel gegen Fortuna Köln am nächsten Samstag: „Wir wollen immer die spielbestimmende Mannschaft sein.“ Mit ihm als Leitwolf sollte das auch endlich konstant gelingen.

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