„Mir wäre es lieber, wenn wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wichtiger sind“, sagte Ilia Gruev nach dem 2:0-Sieg bei den Sportfreunden Lotte.

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Das sagt Gruev zur Tätlichkeit von Özbek

04. Dezember 2016, 17:04 Uhr
Foto: Getty Images

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„Mir wäre es lieber, wenn wir uns auf die Dinge konzentrieren, die wichtiger sind“, sagte Ilia Gruev nach dem 2:0-Sieg bei den Sportfreunden Lotte.

Was der Trainer des MSV Duisburg damit ausdrücken wollte, war offensichtlich. Die Szene aus der 26. Minute wollte er nicht mehr so ausführlich diskutieren, wie es manch anderer gern getan hätte.

Im Fokus stand zu besagtem Zeitpunkt Duisburgs Mittelfeldspieler Baris Özbek. Der ehemalige Spieler von Galatasaray Istanbul leistete seiner Mannschaft mit einer Tätlichkeit einen Bärendienst. Freilich: Wie Kevin Pires-Rodriguez sich nach dem leichten Schubser hatte fallen lassen, war schauspielerisch eine gute, wenngleich fragwürdige Leistung. Doch spätestens in der Szene, als der Deutsch-Türke dem nach seitlichen Stoß am Boden liegenden Lotteraner noch auf die Ferse stieg, hätte Schiedsrichter Robert Schröder die Rote Karte zeigen müssen. Die hatte Özbek zu diesem Zeitpunkt allerdings schon gesehen.

Doch mit dem Platzverweis war die Sache noch nicht gegessen. Denn auf dem Weg in die Kabine stellten sich dem 30-Jährigen drei Spieler des Aufsteigers in den Weg. Es gab erneut ein Handgemenge, erneut ging ein Spieler im weißen Dress zu Boden. Bitter für Özbek und den MSV: Der Platzverweis, vor allem aber das Verhalten danach, werden wohl eine längere Sperre nach sich ziehen.

Außenverteidiger Nico Klotz hatte die Situation gesehen: „Es war eine klare Rote Karte, aber er wurde auch provoziert“, sagte er und nahm damit seinen Mannschaftskollegen in Schutz. Und auch Dustin Bomheuer brach einen Lanze für den Mittelfeldspieler: „Es gab insgesamt zehn Gelbe Karten. Daran sieht man auch die Bedeutung. Es war absolut kämpferisch und ein wichtiges Spiel.“

Auf der anschließenden Pressekonferenz konnte Trainer Gruev nur ein vorsichtiges Urteil fällen. Obschon sich die Szene direkt vor der Duisburger Bank abgespielt hatte, was eine Einschätzung einfach gemacht hatte. Doch zu schnell, zu hektisch war die Situation, die zum Platzverweis geführt hatte, wohl vor seinen Augen abgelaufen. „Was ich gehört habe, war es eine Rote Karte. Und deshalb müssen wir es analysieren.“ Der Bulgare unterstütze zudem Bomheuers Position: „Da sind Emotionen gewesen, von beiden Mannschaften sind Spieler aufeinander getroffen.“

Vermutlich wäre die Beurteilung für alle Beteiligten schwieriger gewesen, hätten sich die Zebras nach fünf Spielen ohne Sieg nicht wieder berappelt. So aber blieb Gruev ein Kollektivlob: „Wir haben ein richtig gutes Spiel gesehen.“

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