Am Sonntag (15:30 Uhr) empfängt der FC Schalke den SV Darmstadt. Sportdirektor Holger Fach spricht im Interview über die Partie - und seine neue Aufgabe.

Darmstadt

Holger Fach über Schalke und seine neue Aufgabe

26. November 2016, 11:02 Uhr
Foto: Firo

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Am Sonntag (15:30 Uhr) empfängt der FC Schalke den SV Darmstadt. Sportdirektor Holger Fach spricht im Interview über die Partie - und seine neue Aufgabe.

Es war ein emotionaler Ausbruch, der Holger Fach damals viel Aufmerksamkeit bescherte. Im Oktober 2015 saß der gebürtige Wuppertaler in der Talksendung Sky90 und sorgte dort für einen emotionalen Moment. Fach, bei dem 2011 ein Lungentumor diagnostiziert worden war, dankte vor laufender Kamera seinen Ärzten und brach in Tränen aus. Die Sendung wurde kurz unterbrochen. Ein bemerkenswerter Auftritt.

Er hat den Krebs inzwischen besiegt, ist als Sportdirektor vom SV Darmstadt 98 voll im Tagesgeschäft. Kein einfaches, wie er selbst sagt. Wir sprachen mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi von Fortuna Düsseldorf, Borussia Mönchengladbach, Bayer Uerdingen, Bayer Leverkusen und 1860 München.

Holger Fach, Sie haben schon oft gesagt, dass die Frage nach dem Fußball zweitrangig und die nach der Gesundheit wichtiger ist. Wie schwer fällt es Ihnen derzeit, das Gros Ihrer Gedanken nicht dem Fußball zu widmen?
Das hat nicht nur mit meiner Vorgeschichte zu tun. Sondern ich denke, dass es im Leben grundsätzlich wichtigere Dinge gibt als den Fußball. Von daher war das auch vor meiner Erkrankung der Fall. Klar ist jedoch ebenso, dass ich mir um die Geschichte hier beim SV Darmstadt ständig Gedanken mache. Das hat aber weniger damit zu tun, dass die Mannschaft gegen einen Mitkonkurrenten um den Klassenhalt verloren hat – das hat damit zu tun, dass man um die Möglichkeiten weiß, die man hat. Das weiß man hier aber schon seit über einem Jahr. Man sieht auch seit einem Jahr und länger die Gefahren, die es hier gibt.

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Welche sind das?
Dafür muss man nicht ganz weise sein. Wir haben das älteste Stadion und den kleinsten Etat und sind gerade dabei, unsere Strukturen dahingehend verbessern, dass wir irgendwann im Profibereich konkurrenzfähig sind. Das sind die Gedanken, die man hat. Man muss das Große und Ganze, das Darmstadt ausmacht, davon abschotten, dass man nur die aktuelle Situation permanent sieht. Es geht darum, hier in Darmstadt einen Verein zu etablieren, der konkurrenzfähig wird für den Profifußball und nicht durch viele glückliche Fügungen bedingt eine Episode von anderthalb bis zwei Jahren durchläuft.

Wie sieht das konkret aus?
Es wird immer Rückschläge geben. Die muss man einkalkulieren. Es wäre fahrlässig, nicht immer auch an verschiedene Szenarien zu denken, man darf sich von kurzfristigen Situationen nicht blenden lassen. Von positiven wie negativen Situationen.

Sie sprechen die zweigleisige Planung an. Für welche Bereiche soll diese gelten?
Wenn ich sage, dass Profifußball für mich die 1. oder 2. Bundesliga bedeutet, dann geht es darum, die Mannschaft auf Sicht in einer der beiden Ligen zu halten. Es wäre natürlich wunderbar, wenn es immer die erste ist und wie werden auch alles daran setzen, dass es in der kommenden Saison der Fall ist. Das wäre ein Beispiel.

Lesen Sie auf Seite 2, wie Holger Fach mit Diskussionen um den Trainer umgeht

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