Auch der zweite Anzug des FC Schalke 04 sitzt. Mit 2:0 (1:0) besiegten die Königsblauen in der Europa League OGC Nizza. Die Einzelkritik.

Schalke-Einzelkritik

Note 3 für Tekpetey - trotz Gelb-Rot

Andreas Ernst
24. November 2016, 21:15 Uhr
Foto: firo

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Auch der zweite Anzug des FC Schalke 04 sitzt. Mit 2:0 (1:0) besiegten die Königsblauen in der Europa League OGC Nizza. Die Einzelkritik.

Ralf Fährmann (3): Er trug die Kapitänsbinde für Benedikt Höwedes, der das Spiel entspannt auf der Ersatzbank verfolgte. Alle Aufgaben erledigte er mit gewohnter Souveränität, richtig gefordert wurde er nicht.

Sascha Riether (3): Der älteste Feldspieler im königsblauen Aufgebot rückte in die Dreierkette. Damit ging Trainer Markus Weinzierl kein Risiko ein. Riether spielte unaufgeregt - manchmal aber etwas zu sorglos. In der 35. Minute stand er zu weit weg von Remi Walter, der unbedrängt aufs Tor schießen konnte.

Naldo (3): Als einer von zwei Feldspielern blieb der Abwehrchef in der Startelf. Seine langen Pässe fanden diesmal nicht immer einen Abnehmer, in der Abwehr spielte er solide, blieb er nicht fehlerlos.

Thilo Kehrer (3): Er spielte bei seiner Premiere in der Anfangsformation so souverän, als hätte er in allen Spielen von Beginn an gespielt. Allerdings verzichtete Nizza weitgehend auf energisches Pressing, weshalb er im Spielaufbau nicht unter Druck gesetzt wurde. Er leistete sich einen groben Schnitzer, als er nach einem Querpass von Dennis Aogo zu zögerlich zum Ball lief und sich nur mit einem Foul an Vincent Koziello zu helfen wusste. Dafür sah er Gelb (66.). In die gegnerische Hälfte wagte er sich erst nach der Pause - das war mutig, brachte allerdings nichts ein.

Junior Caicara (2-): Auf ihn ist Verlass! Oft tauchte er auf der rechten Seite vorn nicht auf - seine wenigen Aktionen hatten es in sich. In der 10. Minute verpasste Bernard Tekpetey seine scharfe Hereingabe. Vier Minuten später leitete er mit einem Pass auf Max Meyer das 1:0 ein. Nach dem Wechsel servierte er Fabian Reese perfekt den Ball (54.) - der schoss aber vorbei. In der Defensive gelangen ihm gute Balleroberungen. Einen Flüchtigkeitsfehler leistete er sich aber: Mit einem vermeidbaren Foul verursachte er einen Freistoß am eigenen Strafraum (16.).

Benjamin Stambouli (3): Nachdem er zuletzt einen Stammplatz auf der Bank hatte, rückte er nun direkt als Mittelfeld-Organisator ins Team. Diese Aufgabe erledigte er in aller Ruhe und schnörkellos - allerdings auch ohne risikoreiche Highlights in der Offensive.

Dennis Aogo (3): Wer ihn im defensiven Mittelfeld aufstellt, weiß, was er bekommt: einen soliden Arbeiter mit einer sehr guten Passquote, der allerdings vor allem Quer- und Rückpässe ohne großes Risiko spielt. Genau das zeigte er auch diesmal gegen schwache Franzosen. In der 80. Minute übernahm er Verantwortung und verwandelte einen Elfmeter zum 2:0-Endstand.

Abdul Rahman Baba (3-): Er zeigte sich auf der linken Seite häufig rund um den Strafraum der Gäste - allerdings waren die Angriffe meist zu Ende, wenn er den Ball bekam. Seine Flanken und Pässe fanden nur selten einen Abnehmer.

Max Meyer (3): Olympia, Bundesliga, Nationalmannschaft: Obwohl der kleine Techniker viele Spiele seit Ende Juli absolvierte, durfte er nicht verschnaufen. Im offensiven Mittelfeld wurde er stets früh gestört - einmal konnte er sich aber befreien. In der 14. Minute ließ Torwart Yoan Cardinale seinen Fernschuss fallen - den Abpraller verwandelte Yevhen Konoplyanka zum 1:0. Kurz vor der Pause verletzte er sich am rechten Fuß und musste raus.

Bernard Tekpetey (3): Als er in der Nachspielzeit den Platz verließ, gab es Ovationen - allerdings hatte er gerade die Gelb-Rote Karte gesehen und war nicht ausgewechselt worden. Zuvor hatte er eine engagierte Leistung gezeigt. 60 Minuten spielte er glücklos, danach holte er den Elfmeter heraus, der zum 2:0 führte (80.) und vergab eine große Chance (82.).

Yevhen Konoplyanka (2-): Der Ukrainer entwickelt sich zum Europa-Experten! In der 14. Minute erzielte er per Abstauber das 1:0 - schon in Krasnodar hatte er getroffen. Er hatte einige gescheite Aktionen mit dem Ball am Fuß, wirkte spritzig, immer anspielbar. Er nutzte seine Chance in der ersten Hälfte, ließ aber nach dem Wechsel nach.

Fabian Reese (3): Er kam zur Pause und war nach 90 Sekunden nur mit einem Foul zu bremsen - dafür sah Dante Gelb. Auch danach blieb er munter: In der 54. Minute hätte er nach einem Caicara-Pass das 2:0 erzielen können. Kurz vor Schluss klaute er Tekpetey eine große Chance, da er den Ball unnötig berührte, obwohl er im Abseits stand.

Autor: Andreas Ernst

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