Vor dem Anpfiff des Topspiels gegen Bayern München ging der Blick bei Borussia Dortmund erst einmal zurück. Der BVB und Fans erinnerten an einen ihrer Größten, der acht Tage zuvor nach kurzer, schwerer gestorben war: Alfred “Aki” Schmidt.

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So erinnert der BVB an Aki Schmidt

Sebastian Weßling
19. November 2016, 19:39 Uhr
Foto: firo

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Vor dem Anpfiff des Topspiels gegen Bayern München ging der Blick bei Borussia Dortmund erst einmal zurück. Der BVB und Fans erinnerten an einen ihrer Größten, der acht Tage zuvor nach kurzer, schwerer gestorben war: Alfred “Aki” Schmidt.

Zunächst waren es zahlreiche Plakate, die auf der Südtribüne zu sehen waren: “Dein Wohnzimmer verneigt sich vor dir”, stand dort geschrieben. “Danke Aki Schmidt.” Es folgte eine Choreografie, die einen großen Teil der Blöcke 12 und 13 abdeckte. In Gelb auf schwarzem Grund war hier zu sehen, wie Schmidt den DFB-Pokal in die Höhe reckte. Daneben erneut: “Danke Aki”. Und die Kennzahlen des Lebens dieses großen Borussen: 1935 - 2016.

Abgerundet wurde das Gedenken durch eine Schweigeminute samt Applaus - auch die Gästefans aus München klatschten lautstark mit.

Schmidt absolvierte 25 Länderspiele für Deutschland, nahm an der WM 1958 teil und war der erste Dortmunder überhaupt, der eine deutsche Fußball-Nationalmannschaft als Kapitän aufs Feld führte. Mit dem BVB wurde er Deutscher Meister 1957 und 1963, Pokalsieger 1965 – und war Taktgeber auf dem Weg zum Europapokalsieg 1966.

Aufgewachsen war er im ausgebombten Dortmunder Vorort Berghofen. „Ich bin ein Straßenfußballer. Es gab nichts anderes für uns. Wir mussten immer schnell in den Luftschutzkeller, wenn die Sirenen heulten“, erinnerte er sich. Als sein Elternhaus zerstört war, fasste er einen Entschluss: “Hier müssen wir rauskommen. Meine Eltern konnten nicht helfen. Ich konnte Fußball spielen. Viele hatten diesen Traum, irgendwann für Borussia zu spielen. Ich wusste: Ich kann es packen, wenn ich knallhart arbeite, in dieser Traumelf zu spielen, in der Elf meiner Idole, die ich verehrt habe.“

Auch nach der aktiven Karriere blieb er dem BVB treu: Ab 1997 war er Fanbetreuer und leitete unter anderem Stadionführungen in seinem langjährigen Wohnzimmer.

Autor: Sebastian Weßling

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