„Auswärtssiege sind schön“, singen die RWE-Fans mitunter, in der Nachbarschaft sind sie umso schöner:

RWE

Mannschaft will Fans Derbysieg schenken

Ralf Wilhelm
18. November 2016, 20:17 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

„Auswärtssiege sind schön“, singen die RWE-Fans mitunter, in der Nachbarschaft sind sie umso schöner:

Aber eigentlich steht das Team von Trainer Sven Demandt am Samstag (14 Uhr) in der Wanne-Eickeler Mondpalast Arena vor einem „Bonus-Heimspiel“, zumindest, was den Fan-Zuspruch angeht. Da die Profis des FC Schalke 04 am selben Tag in Wolfsburg antreten, dürfte sich nur eine kleine blau-weiße Abordnung auf den Weg ins benachbarte Herne machen. Kein Zufall, sondern bewusst so bestimmt von den Ordnungskräften, die immer noch von einem Sicherheitsspiel sprechen, obwohl die große Brisanz aus dem Derby längst raus ist.

Im letzten Spiel haben uns unsere Fans den Sieg gebracht, wir wollen ihnen mit einem Derbysieg etwas zurückgeben
Jürgen Lucas

Aber die Gäste wähnen sich da bei ihrem treuen Anhang durchaus in der Bringschuld, erst recht nach dem knappen 3:2-Erfolg vom vergangenen Wochenende gegen Aufsteiger Sprockhövel. „Im letzten Spiel haben uns unsere Fans den Sieg gebracht, wir wollen ihnen mit einem Derbysieg etwas zurückgeben“, nennt RWE-Sportdirektor Jürgen Lucas die hoffnungsfrohen Absichten. Was sich in der Vergangenheit allerdings schwer realisieren ließ, die letzten vier Vergleiche mit den Blau-Weißen in der Fremde endeten allesamt Unentschieden, zweimal 0:0 und zweimal 1:1. Und – spektakulär war es eher nicht. Der letzte Auswärtsdreier datiert von April 2012, damals drehten Kerim Avci, Timo Brauer und Co. einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Triumph.
Es wäre also mal wieder an der Zeit, aber das war es auch zuletzt in Oberhausen, da durfte man lange am Auswärtserfolg schnuppern. „Wir wollen ähnlich wie bei RWO auch diesmal dominant auftreten und mit viel Selbstvertrauen in die Partie gehen. Wir geben Vollgas, mit dem guten Gefühl im Rücken, von der Bank noch nachlegen zu können“, verspricht Lucas ein mutiges Auftreten auf vermutlich ganz tiefem Wanne-Eickeler Geläuf, wo der Ball gerne mal sein Eigenleben führt. Also auch mit Roussel Ngankam, der zwar leicht angeschlagen (Oberschenkel) ist, aber natürlich unbedingt mitwirken will. Gut möglich, dass er in der Hinterhand gehalten wird und diesmal der genesene Routinier Frank Löning von Beginn an mitwirkt.

Und so ganz nebenbei winkt bei einem Auswärtssieg auch noch das Hineinrutschen in die Komfortzone. „Wir sagen ja immer, dass wir nicht auf die Tabelle schauen, aber wenn wir gewinnen, sind wir Vierter, das sähe dann schon ganz ordentlich aus“, verrät der Sportdirektor einen kleinen Seitenblick aufs Optische. Das Schalker Trainerteam war in letzter Zeit häufiger Tribünengast im Stadion Essen, besonders Manni Dubski, der nicht weit entfernt von der Hafenstraße in Bottrop wohnt, verpasste kaum ein Heimspiel. Schalkes Co. gerät immer ins Schwärmen, wenn er von den Essenern spricht und wünscht ihnen die baldige Rückkehr in die Zweite Liga. Aber die guten Wünsche werden nun für 90 Minuten ruhen.

Man lobt den Gast aus Essen vor allem wegen seiner Offensivstärke und hat Respekt: „Wir müssen Geduld an den Tag legen“, sagt Cheftrainer Jürgen Luginger. „Wenn wir die Aggressivität und Zweikampfstärke wie gegen Aachen (2:1) auf den Platz bringen sowie Einstellung und Konzentration zeigen, dann haben wir eine Chance – aber auch nur dann.“ Dass Essens Weg in der Liga noch weiter nach oben führen werde, davon ist der Trainer überzeugt: „Aber erst nach unserem Spiel.“

Autor: Ralf Wilhelm

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