BVB II-Trainer Daniel Farke hat sich in einem Interview mit dem BVB-Fanzine „schwatzgelb.de“ zu  Parallelansetzungen in Regional- und Bundesliga geäußert. Der Fußballlehrer fand deutliche Worte.

RL West

Farke prangert Parallelansetzungen an

17. November 2016, 17:53 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

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BVB II-Trainer Daniel Farke hat sich in einem Interview mit dem BVB-Fanzine „schwatzgelb.de“ zu Parallelansetzungen in Regional- und Bundesliga geäußert. Der Fußballlehrer fand deutliche Worte.

Ein Rückblick: Zum Auswärtsspiel der U 23 von Borussia Dortmund reisten weit mehr als 1500 BVB-Fans mit in die Domstadt. Das war Ende Juli und die Bundesliga hatte noch nicht begonnen. Als die Mannschaft von Trainer Daniel Farke am 1. Oktober bei Rot-Weiss Essen zu Gast war, zeigte der Gästeblock nichts als gähnende Leere. Der Grund: Die Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) hatte die Anstoßzeit auf 15.30 Uhr verlegt. Üblicherweise wird in der Regionalliga um 14 Uhr angepfiffen. Die Bundesliga-Mannschaft des BVB spielte am gleichen Abend um 18.30 Uhr bei Bayer Leverkusen. Für die Fans also eine Unmöglichkeit, vom Spiel der „Reserve“ noch zu den Profis zu fahren.

Das war kein Einzelfall. Parallelansetzungen zwischen Profi- und Amateurmannschaft sind in der Regionalliga an der Tagesordnung. Dialogbereit zeigen sich die Organisatoren des Spielbetriebs nicht.

Es bleibt ein leidiges Thema. Oder, wie Daniel Farke es im Interview mit dem Dortmunder Fanzine „schwatzgelb.de“ ausdrückt: „Das ist eigentlich eine perverse Art und Weise.“ Der 40-Jährige legte bewusst überspitzt nach: „Dann kommen statt 1000 Fans zwei Omis von den Spielern mit, die natürlich nicht für so viel Stimmung sorgen können.“ Dies sei auch in der Mannschaft ein Thema: „Fußball ist Emotion. Die Jungs haben erlebt, wie toll das ist, als wir die ersten Spiele hatten. Wir sind in Köln und da kommen 1500 Fans mit oder wir spielen zuhause und der Block ist voll.“

Grundsätzlich verstehe der Fußballehrer, dass es Bedenken bei der Ansetzung von Spielen der Zweitvertretungen gibt. Doch bei dieser Thematik solle seitens der Verantwortlichen auf einen partnerschaftlichen Dialog gesetzt werden: „Die Welt ist nicht schwarz oder weiß.“

Schon Michael Welling, Erster Geschäftsführender Vorsitzender von Rot-Weiss Essen, hatte den Unsinn der Ansetzungen unmittelbar nach dem Spiel gegen den BVB II thematisiert. Einen sachlichen Dialog hatte der Boss des Traditionsvereins von der Hafenstraße für schwierig erklärt: „Dann müsste man ja auf Fakten basiert argumentieren. Ich weiß nicht, ob das an dieser Stelle Sinn macht.“ Die Fans der Rot-Weissen bekundeten bereits während der Partie ihre Wut über die unsinnige Ansetzung mit einem Banner: „Angst vor Dortmund in Essen – Wer hat euch ins Gehirn geschissen?“ Auch Farke hatte dazu eine Meinung: „Ich habe noch nie Erlebt, dass es bei Rot-Weiss Essen Probleme mit Fans von Borussia Dortmund II gegeben hat.“

Doch ebenso wie die Aussagen von Welling werden auch die von Dortmunds U 23-Trainer bei den Zuständigen auf taube Ohren stoßen. Die Entscheidungsträger drehen – so die Vermutung – weiter ihr eigenes Ding. „Das ist eine Entwicklung, die absolut desaströs ist und so auch den Fußball kaputt machen kann“, sagte Farke klar seine Meinung.

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