Die Vorfreude auf das 12. NRW-Traditionsmasters steigt. Das war am Montagabend in Mülheim deutlich zu spüren.

NRW-Traditionsmasters

Launige Runde zum Auftakt in Mülheim

15. November 2016, 11:31 Uhr
Foto: Ralf Rottmann

Foto: Ralf Rottmann

Die Vorfreude auf das 12. NRW-Traditionsmasters steigt. Das war am Montagabend in Mülheim deutlich zu spüren.

In der 4. Etage der Sparkasse Mülheim fand vor Bekanntgabe der Gruppenauslosung für die neueste Auflage des Turniers eine Talkrunde statt, zu der sich prominente Gäste eingefunden hatten. „Früher war alles besser?“ lautete das Thema, über das der ehemalige VfL-Trainer Peter Neururer, der langjährige S04- und Wattenscheid-Profi Hannes Bongartz, FVN-Präsident Peter Frymuth sowie Christian Gruber, Geschäftsführer Kommunikation und Marketing bei Tipico Deutschland diskutierten. Ralf Bosse moderierte die Runde gewohnt launig.

Bevor es losging, begrüßte Frank Werner aus dem Sparkassen-Vorstand die Zuschauer, die sich zahlreich in den Räumen am Berliner Platz eingefunden hatten. Werner freute sich schon auf den 8. Januar, wenn das NRW-Traditionsmasters in der innogy Sporthalle in Mülheim angepfiffen wird. „Dort spielen die Helden meiner Kindheit mit“, sagte er. Als Finanz-Experte konnte Werner zur Frage, ob früher alles besser war, dann auch gleich seine persönliche Einschätzung geben. „Wenn es um Zinsen geht, muss ich sagen: Ja, da war früher wirklich alles besser.“

Der menschliche Aspekt bleibt im Fußball heutzutage oft auf der Strecke, vieles ist oberflächlicher geworden
Peter Neururer

In der eigentlichen Talkrunde waren sich die Gäste einig, dass es definitiv einige Dinge gibt, denen man hinterhertrauern darf. Peter Neururer fand: „Der menschliche Aspekt bleibt im Fußball heutzutage oft auf der Strecke, vieles ist oberflächlicher geworden.“ Da stimmte ihm auch Tipico-Mann Gruber zu. „Das Produkt Fußball wird immer größer, aber die Nähe fehlt. Die Spieler präsentieren sich zwar ihren Millionen Fans in den sozialen Netzwerken, aber wer glaubt denn, das die Stars dort alle Beiträge selber schreiben?“

Hannes Bongartz drückte seine Gefühle zum Wandel diplomatisch aus: „Der Fußball ist mit der Zeit auf jeden Fall schneller und besser geworden. Aber aus meiner Sicht war früher vieles angenehmer und schöner.“

Auf zwei Dinge, die sich in den letzten Jahren konkret verschlechtert haben, kam die Runde dann auch noch zu sprechen. Bongartz erinnerte an die „hervorragende Nachwuchsarbeit“ zu seiner Zeit in Wattenscheid, als sehr viele Jugendliche den Sprung zu den Profis schafften. Diese Vorlage nutzte Neururer, um die Abschaffung von U23-Mannschaften zu kritisieren: „Du hast inzwischen jedes Jahr ein paar gute Spieler, die Potenzial besitzen, aber noch nicht bereit für die erste Mannschaft sind. Denen kannst Du durch die fehlende U23 keine Perspektive im eigenen Verein mehr aufzeigen.“ Der Kult-Trainer brachte als Lösungsvorschlag die Idee von Farm-Teams ins Spiel.

Ärgerlich fand die Runde auch die aktuelle Aufstiegs-Regelung in den Regionalligen, aufgrund der selbst die Meister der fünf Ligen Relegationsspiele bestreiten müssen, in denen nur drei Aufsteiger durchkommen. Darunter leiden Traditionsvereine wie Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen, die es schwer haben, wieder nach oben zu kommen. Frymuth gab zu bedenken, dass es unter den Vereinen trotzdem „keine Mehrheit für eine Änderung der Regelung“ gebe. Frymuth erklärte: „Eine Reduzierung auf vier Regionalligen würde auch zahlreiche Absteiger mit sich bringen, daher sind viele schwächere Regionalliga-Klubs eher für eine Beibehaltung der aktuellen Situation.“

Eine klare Antwort auf die Frage des Abends fand die Runde in der knapp einstündigen Diskussion nicht. Auf eines konnten sich am Ende aber alle Anwesenden einigen, als es nach der Veranstaltung ans Buffet ging: Currywurst war früher schon gut – und ist es auch heute noch.

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