Das Essener Oberliga-Derby zwischen dem ETB und der SpVg Schonnebeck hatte einen unschönen Schlusspunkt. Ein Spieler der Gäste verletzte sich schwer.

SpVg Schonnebeck

Engelberg über seine Horrorverletzung

RS
14. November 2016, 17:10 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Das Essener Oberliga-Derby zwischen dem ETB und der SpVg Schonnebeck hatte einen unschönen Schlusspunkt. Ein Spieler der Gäste verletzte sich schwer.

Es lief die 69. Spielminute im Derby zwischen dem ETB Schwarz-Weiß Essen und der Spielvereinigung Schonnebeck. Beim Stand von 4:1 für die Gäste war die Partie schon entschieden. Beide Teams hatten sich bereits ihrem Derby-Schicksal ergeben, als es zu einem folgenschweren Zusammenprall zwischen dem Knie von Leon Engelberg und dem Stollen von ETB-Akteur Deniz Hotolgu kam. Engelberg verletzt sich dabei schwer. Das Eigengewächs der "Schwalben" wurde noch während des Spiels ins Krankenhaus gebracht. Der 19-Jährige erlitt eine schwere Fleischwunde, die an die berühmte Horrorverletzung von Ewald Lienen erinnert.

RS sprach mit dem Schonnebecker Youngster über die Aktion und ihre Folgen.

Leon Engelberg, das sah erst gar nicht so schlimm aus, weil Ihr Gegenspieler, der Sie erst gar nicht gesehen hatte, den Fuß auch noch wegziehen wollte. Was war passiert?
Ich habe das auch erst gar nicht als so schlimm wahrgenommen. Zuerst habe ich einen Schlag aufs das rechte Knie gespürt und dachte mir: 'Na ja, dann wird das halt blau.' Dann habe ich runtergeschaut und sah einen großen Hautlappen runterhängen. Danach ging alles ganz schnell.

Die waren beeindruckt, wie tief die Wunde ist und wie viel Glück ich dabei hatte
Leon Engelberg über die Reaktion der Ärzte

Was passierte dann?
Meine Kollegen haben direkt den Physiotherapeuten gerufen und mich auf den Boden gelegt. Einige Jungs meinten, man könnte bis auf den Knochen sehen. Darum hat unser Pressesprecher auch direkt einen Notruf abgesetzt. Ich habe – ehrlich gesagt – gar nicht mehr hingeschaut, weil ich gar nicht genau wissen wollte, was los war. Unser Physio hat dann das Knie verbunden und steril eingepackt bis der Rettungswagen da war.

Und dann ging es ins Krankenhaus…
Richtig. Wir sind ins Uniklinikum gefahren. Da waren wir insgesamt ungefähr zweieinhalb Stunden.

Wie haben die Ärzte reagiert?
Die waren beeindruckt, wie tief die Wunde ist und wie viel Glück ich dabei hatte, dass weder knöchern noch am Bänderapparat etwas kaputtgegangen ist. Nach dem Röntgen wurde ich mit mehreren Stichen innerhalb und außerhalb der Wunde genäht. Ich wurde zwar betäubt, aber es war trotzdem hart für mich.

Hart wird auch die nächste Zeit für Sie sein. Wie lange werden Sie Ihrem Trainer Dirk Tönnies nicht zur Verfügung stehen können?
Die Ärzte haben mir gesagt, dass ich in zwei Wochen die Fäden gezogen bekomme, und nach zwei weiteren Wochen schauen wir, ob ich die Naht belasten kann. Wenn ich dann noch Zeit benötige, dann ist das so. Ich will aber schnell wieder fit werden.

Das heißt aber in jedem Fall, die beiden Highlights in Velbert (27.11.) und im Pokal gegen RWE (30.11.) werden Sie verpassen. Was bedeutet das für Sie?
Mit einem Wort: 'Kacke!' Auf dem Platz kann ich leider nicht eingreifen. Aber ich werde da sein und die Jungs von der Tribüne aus unterstützen. Es ist ja bestimmt nicht das letzte Highlight, das mir und der Mannschaft bevorsteht. Von daher bin ich diesbezüglich sehr entspannt. Auch wenn ich gerne mitgespielt hätte.

Die Mannschaft hat nach dem Derbysieg beim ETB Schwarz-Weiß mit einer tollen Fotoaktion auf Ihre Verletzung reagiert. Wie haben Sie das wahrgenommen?
Die Jungs sind der Hammer! Das war eine richtig gute Idee, die mir den Schmerz auf jeden Fall etwas genommen hat. Dafür möchte ich auf diesem Weg auch 'Danke' sagen. Aber auch an die applaudierenden Zuschauer im Stadion und die vielen Facebook-Freunde, die sich in sehr großer Zahl angeschlossen haben. Es war überwältigend und gibt verdammt viel Kraft.
Aber auch bei den nicht öffentlichen Nachrichten gab es jede Menge Resonanz.

Eine Message hat Sie aber besonders gefreut…
Stimmt. Deniz Hotoglu hat sich von Matthias Bloch meine Nummer besorgt und sich sofort nach dem Spiel bei mir entschuldigt. Es tut ihm unendlich leid. Ich bin ihm aber auch nicht böse. Das kann passieren. Und Absicht kann man ihm wirklich nicht unterstellen. Von daher: Entschuldigung angenommen!

Toller Schachzug von beiden Seiten. Das ist gelebtes Fair Play! Wie geht es für Sie jetzt weiter?
Ich habe eine Schiene für das Knie bekommen. Zum Glück muss ich nicht mit Krücken laufen. Sobald ich kann, werde ich für mein Comeback arbeiten und mit voller Kraft zurückkommen, damit ich schnell wieder eine Alternative bin.

Autor: RS

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