Nach einer Massenschlägerei unter verfeindeten Fußballfalls standen am Montag vier Wattenscheider wegen Landfriedensbruchs vor Gericht.

Regionalliga

Vier Wattenscheider nach Randale vor Gericht

Bernd Kiesewetter
14. November 2016, 18:42 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

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Nach einer Massenschlägerei unter verfeindeten Fußballfalls standen am Montag vier Wattenscheider wegen Landfriedensbruchs vor Gericht.

„Da ist alles geflogen, was fliegen konnte“, sagte ein Polizist am Montag vor dem Amtsgericht über die Fußball-Randale damals in Wattenscheid – und meinte Stühle, Bänke, Gläser und Flaschen. Vier Wattenscheider (36 bis 38) standen gestern wegen Landfriedensbruch vor dem Amtsgericht. Es ging um massive Prügeleien mit Fans des VfL Bochum.

Am 2. April 2015 spielte die 2.Mannschaft des VfL in der Regionalliga gegen Wattenscheid 09. Der VfL siegte 2:0. Schon zu Beginn des Spiels gab es Ausschreitungen beider Fanlager im Stadion – vor allem im VfL-Block, so dass das Spiel erst 15 Minuten später angepfiffen werden konnte. Nach dem Spiel, als die Wattenscheider vom Stadion nach Wattenscheid-Mitte zurückkehrten, setzte sich die Randale zwischen den rivalisierenden Fanlagern vor einem Lokal an der Westenfelder Straße fort. „Wir haben eine Riesen-Massenschlägerei gesehen“, sagt der Polizist im Zeugenstand. Sowas habe er noch nie erlebt. Auch auf bereits am Boden liegende Personen sei „massiv eingetreten“ worden. Per Notruf habe er dringend Verstärkung angefordert.

„Die kamen da raus wie die Ameisen“ - „Haut sie kaputt!“

Laut Anklage hatten sich damals gegen 22.30 Uhr zwei verfeindete Gruppen von je 25 Menschen geprügelt. Dabei waren einige mit Sturmhauben vermummt oder trugen den Schal übers Gesicht. Auch die vier jetzt Angeklagten sollen kräftig mitgemischt haben. Vor Gericht beteuerten sie aber, sich damals nur gegen Angriffe von VfL-Fans, die aus einer Kneipe herausgelaufen seien, tatkräftig gewehrt zu haben. „Die kamen da raus wie die Ameisen“, sagte ein Angeklagter, der einen „Anti-Bochum-Schal“ getragen hatte. „Haut sie kaputt!“, hätten die Bochumer gerufen. Während die VfL-er beim Zugriff der Polizeikräfte überwiegend wegrennen konnten, wurden vor allem Wattenscheider gefasst, darunter die vier Angeklagten, von denen drei zuvor selbst im Stadion waren.

Laut Gericht hatten wohl die Bochumer den Streit angezettelt. „Es scheint schlüssig, dass die Aggression nicht von den Wattenscheidern ausgegangen ist“, sagte Richter Dr. Axel Deutscher. Das Gericht stellte denn auch alle Verfahren wegen geringer Schuld ein. Drei müssen keine Auflage zahlen (nur ihre Verteidiger entlohnen), einer muss allerdings 500 Euro ans Bochumer Tierheim überweisen, weil er mit einer Holzlatte geworfen haben soll.

Autor: Bernd Kiesewetter

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