Die Nachwuchskicker des TV Jahn Hiesfeld gewannen bei der NRZ-Mini-EM einen Sonderpreis: Eine Führung durch das Fußballmuseum des DFB in Dortmund.

NRZ-Mini-EM

Götzes Schuh ist der Volltreffer

04. November 2016, 12:52 Uhr
Foto: RS

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Die Nachwuchskicker des TV Jahn Hiesfeld gewannen bei der NRZ-Mini-EM einen Sonderpreis: Eine Führung durch das Fußballmuseum des DFB in Dortmund.

,,Und jetzt zeige ich euch Götzes WM-Schuhe von 2014", sagt Gästeführer Markus Bliemetsrieder. Seine Schuhe seien für zwei Millionen Euro von einem privaten Sammler ersteigert worden. ,,Wir sind froh, hier den rechten Schuh ausstellen zu können", erklärt der Gästeführer weiter. Die Kinder darauf: ,,Hammer", ,,Super!" Kinder um die zehn Jahre sind eben keine Freunde vieler Worte, aber die Begeisterung für die 1600 Fußball-Exponate im 2015 eröffneten DFB-Museum sieht man ihnen an den Augen an. Die zehn Jungen des TV Jahn Hiesfeld drückten sich die Nasen am Schaufenster des Ausstellungsstücks platt.

Der Besuch des Dortmunder Museums war der Gewinn des Kreativ-Wettbewerbs bei der NRZ-Mini-EM im Juni dieses Jahres. Jedem Team der Mini-EM war eine Nation zugelost worden, die Teams sollten sich etwas Tolles für den Einzug aus Spielfeld einfallen lassen. Die Österreicher zogen mit Seppelhüten ein, die Italiener mit coolen Sonnenbrillen. Den Vogel abgeschossen hat aber der TV Jahn-Hiesfeld. Ihm war die Ukraine zugelost worden. ,,Wir haben den Kindern zuerst erklärt, wo die Ukraine liegt und dass dort ein Bürgerkrieg herrscht", berichtet Trainer Dirk Kunze. Deshalb hätten die Kinder eine Friedensbotschaft rüberbringen wollen: Sie liefen jeweils mit einer weißen Taube ein und ließen diese dann fliegen. Ein unbeschreiblicher Moment.

Prasselnder Regen aus Lautsprechern

,,Der Besuch des DFB-Museums mit einer speziellen Führung für die jungen Kicker ist ihr Gewinn", erklärt Organisator Olaf Dressel. Als Nachwuchsspieler hätten die Jungs eine große Affinität zu Fußball, das sei also der ideale Gewinn.

Los ging es um 13 Uhr mit einer gemeinsamen La-Ola-Welle, es folgte die Station ,, Das Wunder von Bern". Aus Lautsprechern hört man prasselnden Regen, ,,da es beim Finalspiel 1954 wie aus Eimern schüttete", erzählt der Gästeführer. Obwohl das Spiel lange vor der Geburt der Jungen abgepfiffen wurde, hören die jungen Kicker im Alter von 9-10 Jahren gespannt zu. Bliemetsrieder weiß aber auch mit seinem großen Fußball-Wissen zu unterhalten. Die deutsche Mannschaft hatte zum Beispiel von 1908 bis 1923 gar keinen Trainer - heute unbegreiflich. Der Trainer, der am längsten im Amt war, war Sepp Herberger: Von 1936 bis 1964. Die Jungen sind beeindruckt. Was sie auch nicht wussten: Erst seit der WM 1982 in Spanien gibt es das Elfmeterschießen. Und: Deutschland habe noch nie bei einem Elfmeterschießen im Finale verloren, erzählt der Gästeführer weiter.

Ein Kaffee-Service für den EM-Sieg

,,Das meiste, was gesagt wurde, habe ich noch nicht gewusst", gibt Nick, (10), zu. Er sei zum ersten Mal im DFB-Museum und finde es toll. Sein Mannschaftskollege Tobi sei schon mal im DFB-Museum gewesen, erzählt dieser. ,,Aber ich freue mich total, dass ich nochmal hierhin darf", so der Zehnjährige. ,,Verständlich", meint der Gästeführer. Denn: ,,Das Museum hat 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, man bräuchte eigentlich mehrere Tage, um sich alles anzusehen."

Auch einige Mütter sind mit ins Fußball-Museum gekommen. ,,Ich bin durch die Familie selbst mittlerweile ein Fußball-Fan", sagt Nicole Kunze, Ehefrau des Trainers Dirk Kunze und Mutter von Jarne (10). Der Gästeführer führt die Gruppe noch durch verschiedene Stationen, am skurrilsten ist der Teil mit den Exponaten der Frauenfußball-Mannschaft. Die Damen hatten sich nach ihrem Sieg bei der EM 1989 nämlich mit einem Kaffee-Service und einer Kaffeemaschine als Prämie zufrieden geben müssen. Zu der Zeit seien bei den Männern für Siege aber schon Prämien um 80 000 Euro pro Spieler üblich gewesen.

Es waren viele Informationen für die Zehnjährigen in der zweistündigen Führung. Die Kicker mussten nicht lange überlegen, was ihnen am besten gefallen hat: ,,Götzes Schuhe und die 3D-Kinoshow", nannten die meisten von ihnen.

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