Einigen Fans von Borussia Dortmund fehlt die Emotionalität. Darüber sprachen Autoren des Online-Fanzines

Watzkes Wunsch

"Wir benötigen eine größere Emotionalität"

Andreas Ernst
31. Oktober 2016, 17:42 Uhr
Foto: firo

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Einigen Fans von Borussia Dortmund fehlt die Emotionalität. Darüber sprachen Autoren des Online-Fanzines "schwatzgelb.de" mit Hans-Joachim Watzke.

80.900 Menschen besuchten im Schnitt in dieser Saison bisher die Bundesliga-Heimspiele von Borussia Dortmund - die "gelbe Wand", wie die Südtribüne genannt wird, ist weltweit bekannt. Und doch diskutierten die Autoren des BVB-Online-Fanzines "schwatzgelb.de" in einem ausführlichen Gespräch mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke "ein Gefühl der Entfremdung vieler alteingesessener Fans".

Watzke sagte dazu: "Natürlich bekomme ich das mit. Wir müssen sensibel mit den Sorgen der Fans umgehen. Wir haben immer mehr Fans, wir haben immer mehr Mitglieder. Es wird schwieriger, allen gerecht zu werden, alle Wünsche zu befriedigen." Watzke kündigte an, dass der BVB eine Projektgruppe einrichten wird: "Die wird sich genau mit diesem Problem befassen und daraus idealerweise Handlungsempfehlungen ableiten. Wir haben das Thema erkannt. Und wir nehmen das Thema sehr ernst."

Watzke nahm bei "schwatzgelb.de" konkret zu Kritikpunkten Stellung:

Schlechter Umgang mit den Vereinslegenden Jakub Blaszczykowski und Neven Subotic: "Da habe ich persönlich ein total reines Gewissen und weiß, dass wir keinem in irgendeiner Weise Unrecht getan haben."

Kritik an seiner eigenen Person: "Ich weiß, dass ich eines ganz bestimmt nicht verloren habe: den Kontakt zur Basis. (...) Ich habe noch nie einem einzigen Fan von Borussia Dortmund ein Foto verweigert, ein Gespräch verweigert, ein Autogramm verweigert. Ich gehe nach wie vor jede Woche in Dortmund einkaufen, spreche mit den Leuten, und ich bekomme das mit. Und ich mache mir sehr viele Gedanken darüber."

Keine öffentlichen Trainingseinheiten: "Die hätte jeder gerne - aber die schießen dir das Arbeiten inzwischen komplett kaputt. Stichworte: Handyvideos, neue Medien, keine Chance mehr, professionell, vertrauensvoll zu arbeiten."

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Beziehung zwischen Spielern und Fans: "Ich würde mir wünschen, dass Spieler und Fans wieder unvoreingenommener aufeinander zugehen. Den Zusammenhalt zwischen den Fans im Stadion und der Mannschaft würde ich mir enger wünschen. Ich werde das definitiv in der Mannschaft ansprechen. Der Funke muss wieder beidseitig komplett überspringen."

Fehlende Emotionalität im Verein: "Ich würde auch sagen, dass wir wieder eine etwas größere Emotionalität bei Borussia Dortmund benötigen. Die würde mir als Fan zurzeit auch ein Stück weit fehlen."

Fehlende Emotionalität von Trainer Thomas Tuchel: "Ich finde die Vergleiche Klopp/Tuchel unfair und nicht zielführend. Thomas ist ein völlig anderer Mensch als Jürgen. (..) Er ist ein zutiefst sachlicher Mensch, der eben nicht so leicht zu emotionalisieren ist. Ich fände es viel schlimmer, wenn er sich verstellen würde. Thomas ist ein sehr guter, akribischer, engagierter Trainer, der sich voll für den BVB reinhaut. An jedem einzelnen Tag!"

Über den "Fan-Anker" Nuri Sahin, der momentan nicht spielt: "Geht mal schwer davon aus, dass wir um Nuris Verdienste und Bedeutung wissen und das einzigartige Verhältnis von Nuri zu diesem Klub seine aktive Karriere überdauern wird!"

Autor: Andreas Ernst

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