Zweitligist Union Berlin hat am Mittwochabend in Dortmund das Kunststück vollbracht, alle drei Elfmeter zu verschießen. Ein Novum ist das in der Geschichte des DFB-Pokals nicht.

DFB-Pokal

Wenn vom Elfmeterpunkt die Nerven versagen

Pit Gottschalk
27. Oktober 2016, 14:46 Uhr
Foto: Firo

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Zweitligist Union Berlin hat am Mittwochabend in Dortmund das Kunststück vollbracht, alle drei Elfmeter zu verschießen. Ein Novum ist das in der Geschichte des DFB-Pokals nicht.

120 Minuten lang hatte Union Berlin in der zweiten DFB-Pokalrunde das 1:1 erkämpft. Dann versagten dem Zweitligisten im Elfmeterschießen gegen Borussia Dortmund die Nerven: Felix Kroos und Stephan Fürstner scheiterten an Torwart Weidenfeller, Philipp Hosiner schoss an die Latte — das Pokal-Aus für Eisern Union im Signal Iduna Park. Kein Treffer im Elfmeterschießen: Das ist in der 81-jährigen Pokalgeschichte äußerst selten passiert. Um genau zu sein: erst zum siebten Mal seit Einführung des Elfmeterschießens in den 70er Jahren.

Und immer waren es die Auswärtsmannschaften, die dem Druck nicht standhielten. Schon bei der Premiere 1974, als der FC Homburg beim TSV Bleidenstadt drei Elfmeter nicht verwandelte. Bayer Leverkusen brachte 1992 sogar das einzigartige Kunststück fertig, bei Borussia Mönchengladbach vier Elfmeter zu verschießen — alle gehalten von Torwart Uwe Kamps, der in diesem Pokalspiel am Bökelberg zur Vereinslegende aufstieg.

Die Tragödie vom Stadtrivalen Union Berlin kommt auch Hertha BSC nicht neu vor. Der Bundesligist war 2002 bei Holstein Kiel gescheitert wie der VfB Stuttgart 1985 beim 1.FC  Saarbrücken, Hansa Rostock 1992 bei Fortuna Düsseldorf und Mainz 2004 beim Karlsruher SC. Sie alle verschossen jeweils drei Elfer.

Union-Trainer Jens Keller nimmt Elfer-Fiasko auf seine Kappe

Bei Union Berlin hatte man schnell einen Schuldigen für die Nervenschwäche in Dortmund gefunden: Der Trainer sah sich in der Verantwortung. „Ich muss mich bei der Mannschaft entschuldigen — die Niederlage geht auf meine Kappe“, sagte Jens Keller. „Wir haben vergessen, Elfmeterschießen zu trainieren.“

Auf der Gegenseite wurde Ersatztorwart Roman Weidenfeller gefeiert, der zwei Elfmeter pariert hatte. Sein Erfolgsgeheimnis: „Ich war zwar vorbereitet, aber letztlich muss man sich auf sein Gefühl verlassen.“ Im Achtelfinale des DFB-Pokals kommt wieder eine Berliner Mannschaft nach Dortmund: Hertha BSC. Nicht vergessen: Elfer üben.

Autor: Pit Gottschalk

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