Der TUSEM Essen hat in der 2. Handball-Bundesliga für eine kleine Überraschung gesorgt.

Essen

Tusem sorgt für eine Überraschung

Krystian Wozniak
23. Oktober 2016, 13:19 Uhr
Foto: Michael Gohl

Foto: Michael Gohl

Der TUSEM Essen hat in der 2. Handball-Bundesliga für eine kleine Überraschung gesorgt.

Im Heimspiel gegen den bis dato verlustpunktfreien Tabellenführer SG BBM Bietigheim holten die Essener ein 27:27 (16:10)-Unentschieden, dabei wäre für die Mannschaft von Trainer Stephan Krebietke durchaus noch mehr drin gewesen.[infobox-right]TUSEM: Bliss, Heissenberg; Beyer (11/5), Schlüter, Keller, Witzke, Hegemann (4), Roosna (4), Szczesny (4), Kaesler, Seidel (2), Mürköster (2), L. Ellwanger. Bietigheim: Ebner, Edvardsson; Haller (3), Rentscher (2), Dahlhaus (3), Schäfer (6/6), Schmidt, Gerdas (2), Barthe (4), Scholz (4), Döll (3). Siebenmeter: 5/5 – 6/7. Strafminuten: 4 - 6.Schiedsrichter: Moles/Pittner. Zuschauer: 1793.[/infobox]

Dass die Partie gegen die Baden-Württemberger nicht zwingend einfach werden würde, war den meisten der 1793 Zuschauer in der Sporthalle „Am Hallo“ schon vor dem Anpfiff klar. Doch der TUSEM begann stark und zeigte keine Furcht vor dem Favoriten. Noah Beyer und Dennis Szczesny brachten die Essener schnell mit 3:0 in Führung (4.), sodass sich Gäste-Trainer Hartmut Mayerhoffer gezwungen sah, direkt eine Auszeit zu nehmen. Viel brachte diese zunächst nicht, denn die Gastgeber blieben spielbestimmend. Obwohl allmählich auch der Spitzenreiter in die Partie fand, war es der TUSEM, der die Tore traf. Über 8:4 (12.) stand es dann sogar schon 13:6 (25.). Auch Torhüter Sebastian Bliß hatte mit insgesamt 18 Paraden einen großen Anteil daran, dass die Essener ihren Vorsprung halten konnten. Bliss war es schließlich auch, der mit einem weiten Pass das letzte Tor der ersten Halbzeit vorbereitete. Noah Beyer vollendete zum 16:9. Durchaus etwas erstaunt waren die Anhänger des TUSEM, die mit einem Halbzeitstand von 16:10 nicht gerechnet hatten.

Auch nach der Pause sah es zunächst sehr gut aus für die Hausherren. In der Abwehr brannte kaum etwas an, immer wieder konnten die Angriffe der Bietigheimer gestoppt und erfolgreich verteidigt werden. Und wenn dann doch mal etwas durchkam, stand Sebastian Bliß im Weg. So wuchs der Vorsprung sogar noch einmal an, nach 35 Spielminuten stand es 20:12. Es bahnte sich eine große Überraschung an. Allerdings waren die Essener in den darauffolgenden zehn Minuten nur zweimal vor dem Tor erfolgreich, sodass der Tabellenführer den Rückstand allmählich verkürzen konnte. Nachdem Noah Beyer per verwandeltem Siebenmeter zum 23:17 einnetzte (45.) kam der SG-Angriff ins Rollen. Binnen sechs Minuten stand es plötzlich 24:23 (52.), damit war das Spiel wieder völlig offen. In der Schlussphase zeigte Bietigheim, warum die acht Spiele zuvor allesamt gewonnen werden konnten. Der TUSEM wehrte sich aber und hielt durch ein Tor von Kapitän Michael Hegemann dagegen. Die letzten Minuten der Partie waren von Spannung geprägt. Während sich die Essener noch einmal auf 27:24 absetzen konnten (58.), waren sich die Fans schon fast sicher, dass nicht mehr viel anbrennen könnte. Christian Schäfer und Tim Dahlhaus sorgten mit ihren Treffern aber dafür, dass die letzte Spielminute doch noch offen blieb. Und das sollte sich für die Gäste lohnen: In der letzten Sekunde holte die SG Bietigheim einen Siebenmeter heraus, den Christian Schäfer zum 27:27-Endstand im Tor unterbrachte. Anhand des Spielverlaufs ein durchaus ärgerliches Ergebnis, doch über einen Punkt gegen den Spitzenreiter können sich die Essener dennoch freuen.

„Wenn man das Spiel mit ein bisschen Abstand betrachtet, dann ist es super, dass wir das Spiel gegen den Tabellenführer über weite Strecken selbst gestalten konnten. Aber unmittelbar nach der Partie ist man natürlich erstmal etwas enttäuscht. Zumal wir unseren letzten Angriff ruhiger hätten ausspielen müssen, denn wir hatten keinen Zeitdruck. Mit unserer 5:1-Abwehr konnten wir Bietigheim durchaus Schwierigkeiten bereiten. Unsere Abwehr hat lange überragend verteidigt und auch Blissi hatte einen Sahnetag. Das Tempospiel hat auch sehr gut geklappt, deswegen kann man mit der Leistung zufrieden sein. Aber wir haben gemerkt, dass wir, wenn wir 100 Prozent von dem überzeugt sind, was wir können, gegen jeden Gegner mithalten können. Das macht Hoffnung für die nächsten Wochen", zeigte sich TUSEM-Trainer Stephan Krebietke insgesamt doch recht zufrieden.

Der TUSEM ist momentan 14. in der Tabelle und kann die gute Leistung gegen Bietigheim schon am kommenden Mittwoch (26.10.) bestätigen. Dann steht eine Auswärtspartie beim ThSV Eisenach auf dem Spielplan. Anstoß in der Werner-Aßmann-Halle ist um 19:30 Uhr.

Autor: Krystian Wozniak

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