Beim 0:1 in Stuttgart saß Klemen Lavric auf der Bank, während der Rückfahrt wechselte er einige Worte mit Trainer Rudi Bommer. Zu Wochenbeginn ging er in die Verbal-Offensive, posaunte medial seinen Unmut heraus. Montag Abend folgte ein Gespräch mit Club-Chef Walter Hellmich und Bommer.

MSV droht Stürmer mit internationaler Sperre

Fall Klemen Lavric: Freundin brachte Krankenschein vorbei

tt
31. August 2007, 10:52 Uhr

Beim 0:1 in Stuttgart saß Klemen Lavric auf der Bank, während der Rückfahrt wechselte er einige Worte mit Trainer Rudi Bommer. Zu Wochenbeginn ging er in die Verbal-Offensive, posaunte medial seinen Unmut heraus. Montag Abend folgte ein Gespräch mit Club-Chef Walter Hellmich und Bommer. "Es gibt einen Interessenten aus Frankreich", sagt der Coach. Angeblich handelt es sich um den AS Nancy.

"Dieser Verein hat ihn wohl verrückt gemacht. Allerdings hat der betreffende Club offenbar nicht das Geld, um eine für uns akzeptable Ablösesumme aufzubringen", erklärt Bommer und streicht heraus: "Wenn der Preis nicht stimmt, lassen wir Klemen nicht gehen. Herr Hellmich hat ihm das auch unmissverständlich klar gemacht, dass er keine Freigabe bekommt."

Das nächste Kapitel: Lavric, offenbar beleidigt, meldete sich krank. "Er hat unseren Sport-Physiotherapeuten Peter Kuhlbach angerufen und ihn gebeten, mir Bescheid zu geben, dass er krank sei. Den entsprechenden gelben Schein hat Klemens Freundin dann persönlich in der Arena abgeliefert. Der liegt jetzt auf meinem Tisch." Wegen einer Magen-Darm-Grippe kann der slowenische National-Stürmer momentan wohl nicht seiner Arbeit nachgehen. Ein Anwalt namens Gabriel ließ ausrichten, dass Lavric nicht mehr zurück nach Duisburg kommt. Bommer: "Mich hat kein Anwalt angerufen."

Ganz zu ist die Tür für den ehemaligen Dresdner, der vor über zwei Jahren für eine Million Euro aus Sachsen an die Wedau kam, noch nicht. "Klemen ist enttäuscht, vielleicht will er uns über diesen Weg sagen, dass er keine Lust mehr hat, für Duisburg zu spielen. Ich bin eigentlich der Meinung, dass Lavric bei uns genau richtig aufgehoben ist. Der Präsident hat ihm oft genug geholfen. Ich denke, das lässt sich wieder hinbiegen."

Allerdings gibt er zu bedenken: "Wenn es um Geld geht, dann sind solche Wechsel-Gedanken, wie er sie jetzt hat, natürlich legitim. Ich weiß nicht, ob er von Berater-Seite beeinflusst wird. Klemen ist sicherlich eine andere Persönlichkeit, als es zum Beispiel Georg Koch war. Aber wir machen hier keinen Euro-Wechsel." Der 50-Jährige weiß: "Ich habe doch den Druck, wenn ich jetzt einen Ersatz-Mann kaufen muss. Die Transfer-Zeit endet am 31. August. Einen Schnellschuss wollen wir auf keinen Fall, außerdem werden die Leute jetzt richtig teuer, wenn du als Verein unbedingt etwas tun musst." Trotzdem hat Bommer die Angel ausgeworfen. "Und zwar schon vor dem Stuttgart-Spiel, als ich Wind von der Sache bekommen habe", erklärt der Coach, "wir haben abgeklopft, was noch machbar ist. Es gibt sicher eine Möglichkeit - wenn der Preis stimmt."

Sollte Lavric tatsächlich nicht mehr zurückkommen, wird der MSV schwere Geschütze auffahren. Bommer: "Dann macht er nächste Woche bestimmt kein Länderspiel für Slowenien." Eine internationale Sperre droht!

Autor: tt

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