Noch läuft es nicht rund für die Knappen von Schalke 04. Der überzeugende Sieg gegen die Gladbacher gibt allerdings Anlass zur Hoffnung. Nun wartet der Ex-Verein des neuen Trainers.

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Schalke 04 und das Experiment Geduld

20. Oktober 2016, 12:21 Uhr
Foto: Quri Turkov

Foto: Quri Turkov

Noch läuft es nicht rund für die Knappen von Schalke 04. Der überzeugende Sieg gegen die Gladbacher gibt allerdings Anlass zur Hoffnung. Nun wartet der Ex-Verein des neuen Trainers.

4:0 gegen Gladbach, so hoch fiel der überraschende Sieg der Schalker gegen die bis dato starken Gladbacher am 6. Bundesligaspieltag aus. Ob dies einen Befreiungsschlag bedeutet oder ob die Gelsenkirchener um Trainer Markus Weinzierl doch im Tabellenkeller verweilen, wird der nächste Spieltag offenlegen. Dann geht es für die Schalker in das brisante Duell mit Weinzierls Ex-Klub FC Augsburg.

Es war ein historischer Fehlstart für die Schalker in die neue Bundesligasaison. Dabei sollte eigentlich alles besser werden. Doch mit gerade einmal einem Sieg aus nunmehr sechs Bundesligaspielen können weder Fans noch Spieler zufrieden sein. Und auch die Verantwortlichen müssten allmählich ins Grübeln kommen, wo die Stellschrauben angesetzt werden müssen. So ist es auf Schalke, wo es an und für sich niemals ruhig wird, üblich, wie die Trainerpossen der vergangenen Jahre beweisen.

Doch Fehlanzeige, noch bleibt man auf Gelsenkirchen überraschend ruhig. Und selbst die kritischen Revierfans sehen derzeit noch keinen Grund für allzu lautstarke Unmutsbekundungen. Doch woran liegt das? Wesentlich beigetragen zum deutlich ruhigeren Klima auf Schalke hat gewiss die neue Führungsfigur Christian Heidel. „Geduld macht sich meist auch bezahlt, anstatt vorschnelle Trainerwechsel zu initiieren – eine Tugend, die einigen anderen Vereinen auch gut zu Gesicht stehen würde“, so der Sportexperte von https://sportwetten.online.

Der aus Mainz losgeeiste neue Schalke-Manager hat nicht nur neue Spieler wie Stambouli, Betaleb oder Embolo nach Schalke geholt, moderne Umbauarbeiten auf dem Trainingsgelände initiiert und den halben Betreuerstab ausgewechselt, auch ein neuer Cheftrainer wurde verpflichtet, mit dem „mehr Aggressivität im Spiel“ umgesetzt werden soll.

[video]youtube,https://youtu.be/cm4nXeK9dg4[/video]

Doch auch der ehemalige Chef-Coach Andre Breitenreiter wollte auf Schalke alles umkrempeln. Nach nur 44 Spielen war dann aber bereits Schluss. Breitenreiter musste seine Sachen packen und mit Markus Weinzierl kam die nächste große Trainerhoffnung nach Schalke. Seine Bilanz fällt bislang aber ernüchternd aus: sechs Spiele, drei Punkte. Und nun geht es ausgerechnet gegen den Ex-Klub aus Augsburg. Gelingt hier kein Sieg, könnten Heidel und Weinzierl schon bald merken, wie es auf Schalke üblicherweise zugeht.

Formanstieg oder Eintagsfliege?

4:0 hieß es am letzten Spieltag gegen die starken Borussen aus Gladbach, obwohl es lange Zeit wieder danach aussah, als ob die Knappen vor heimischer Kulisse keinen Punkt holen könnten. Doch dann kam der etwas glückliche Elfmeter, nachdem Choupo-Moting im Strafraum gefoult wurde und selbst zum Strafstoß antrat. Es sollte der Startschuss für eine furiose Angriffswelle der Schalker werden, in der vor allem Neuzugang und Sturmtalent Breel Embolo überzeugte.

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Spielerprofil Breel Embolo
Name: Breel Donald Embolo
Geburtstag: 14.02.1967
Nationalität: Schweiz / Kamerun
Geburtsort: Yaoundé (Kamerun)
Position: Mittelstürmer
Marktwert: 22 Mio. Euro
Letzter Verein: FC Basel
Saisonstatistik: 9 Spiele / 3 Tore / 2 Vorlagen / 586 Spielminuten
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Bei seinem ersten Doppelpack konnte der Schweizer Nationalspieler erstmalig andeuten, weswegen die Schalker bereit waren, über 20 Mio. Euro für einen gerade einmal 19-jährigen Fußballspieler zu bezahlen. Insbesondere beim zweiten Tor stellte Embolo seine Klasse unter Beweis. Torhüter Ralf Fährmann bezeichnete den jungen Stürmer jüngst gar als „Büffel“ und verwies damit auf Emobolos unglaubliche Willenskraft und Durchsetzungsstärke.

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Statistik FC Schalke 04 - FC Augsburg
Platz: 16 - 12
Punkte: 3 - 7
Punkte pro Spiel: 0,5 - 1,17
Tore: 6:10 - 5:8
Tore/Spiel: 1,00:1,67 - 0,83:1,33
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Und diese werden die Schalker auch in der kommenden Bundesligapartie benötigen. Dann geht es nämlich gegen den FC Augsburg, den Ex-Verein von Neutrainer Markus Weinzierl, der mit sieben Punkten derzeit zwar noch vor den Schalkern steht, bei einer Niederlage aber droht, in den Tabellenkeller zu rutschen. Beide Mannschaften dürften daher äußerst motiviert ins Spiel gehen.

Angepfiffen wird am Samstag um 15.30 Uhr in der WWk-Arena in Augsburg. Gespannt sein darf man auf die Schalker Aufstellung. Es wäre nachvollziehbar, wenn Weinzierl erneut auf die Startformation aus dem Gladbachspiel vertraut, was zur Folge hätte, dass Max Meyer und Klaas-Jan Huntelaar erneut auf der Bank platznehmen müssten. Dies wäre allerdings nicht der einzige Brennpunkt der Partie.

Trainerwechsel mit Schwierigkeiten

Ein mit Spannung zu erwartendes Aufeinandertreffen in der kommenden Bundesligabegegnung zwischen dem FC Augsburg und Schalke 04 dürfte nicht zuletzt das Wiedersehen der ehemaligen Weggefährten Weinzierl und Stefan Reuter sein. FCA-Manager Reuter äußerte sich jüngst kritisch zum Wechsel seines ehemaligen Cheftrainers: „Rund um den Wechsel gab es ein paar Dinge, die nicht so schön waren. Teilweise war es vom zeitlichen Ablauf her schwierig.“

Weinzierl hingegen kann die Kritik kaum verstehen: „Ich bin ein ehrlicher Typ und habe den Verein immer offen darüber informiert, was los ist.“ Konkret lässt sich daraus schließen, dass sich beide Partein wahrscheinlich nicht mehr allzu viel zu sagen haben, auch wenn der Umgang miteinander weiterhin respektvoll verläuft.

Ein Grund, weswegen Weinzierl nach erfolgreichen vier Jahren beim FC Augsburg seiner zweiten Trainerstation den Rücken kehrte, dürfte auch in der Zukunftsvision des Trainers gelegen haben, der einen Verein suchte, um den nächsten Karriereschritt machen zu können. Trotz des schlechten Saisonstarts sieht der mit seinen 41 Jahren noch sehr junge Trainer gute Chancen, die internationalen Plätze zu erreichen.

„Es gibt noch viele Punkte zu vergeben. 50 bis 55 Zähler haben in den letzten Jahren immer für Platz fünf oder sechs gereicht. Mit ein paar Punkten mehr spielt man um Platz vier.“ Champions League lautet also die Marschroute für die Knappen, die trotz der aufstrebenden Form aber noch einen langen Weg vor sich haben dürften. Denn auch im Spiel gegen Gladbach verlief zumindest die erste Halbzeit alles andere als überzeugend.

Ein Grund dafür scheint auch der noch immer nicht ideal besetzte Kader der Königsblauen zu sein. Reservisten wie Dennis Aogo, Sidney Sam oder Franco di Santo laufen ihrer Form seit Monaten hinterher. Es dürfte daher gut möglich sein, dass Manager Heidel zur Winterpause nochmals auf dem Transfermarkt tätig wird, auch um in allen drei Wettbewerben möglichst lange eine Rolle zu spielen. Im Bundesligaspiel gegen Augsburg dürfte sich aber allmählich entscheiden, wo die Reise der Schalker diese Saison hinführen wird.

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