Die beiden Männer, die in  Trainingsanzügen von YEG Hassel auf der Tribüne saßen, waren die Ruhe selbst.

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YEG Hassel fegt Münster vom Rasen

Christoph Winkel
16. Oktober 2016, 23:37 Uhr
Foto: Thomas Schmidtke

Foto: Thomas Schmidtke

Die beiden Männer, die in Trainingsanzügen von YEG Hassel auf der Tribüne saßen, waren die Ruhe selbst.

Während die Hasseler Spieler vor ihnen auf dem Rasen eine Torchance nach der anderen versammelten, zogen sie abwechselnd am Schlauch ihrer Wasserpfeife. Am Ende wurden sie belohnt. Dank einer richtig guten zweiten Halbzeit gewann YEG das Spiel gegen Preußen Münster II mit 3:0. „Mit dem Ergebnis bin ich natürlich sehr zufrieden. Aber wir hätten noch einige Tore mehr erzielen müssen“, sagte Trainer Oktay Güney.

Zunächst war es ein offener Schlagabtausch mit leichten Vorteilen für Hassel. In der Offensive spielte YEG aber meistens zu unkonzentriert, um in Führung zu gehen. Statt besser positionierte Mitspieler anzuspielen, legten sowohl Faruk Gülgün als auch Enes Demircan zu oft einen Soloauftritt hin. Leichtsinn, der sich hätte rächen können. Denn auch die Münsteraner tauchten zweimal gefährlich vor dem Tor von Thorben Krol auf.

Der YEG-Keeper bewahrte seine Mannschaft nach einer halben Stunde mit einer Glanztat vor dem Rückstand. Die größte Hasseler Chance vergab Faruk Gülgün, der fast an jeder Aktion beteiligt war. Nach einem klasse Zuspiel von Mesut Özkaya traf der kleine Spielmacher den Ball nicht richtig, Münsters Dominik Voß grätschte den Ball von der Torlinie. „Wir haben uns in der Halbzeit vorgenommen, noch eine Schippe draufzulegen. Ich wusste, dass wir irgendwann belohnt werden“, sagte Oktay Güney.

Der Trainer, der fast an jedem Spieltag an der mangelhaften Chancenverwertung seiner Elf verzweifelt, sollte recht behalten. Es dauerte allerdings bis zur 55. Minute. Zuvor hatte YEG weitere gute Gelegenheiten ausgelassen.

Faruk Gülgün erzielt Kopfballtor

In der 55. Minute bekam Hassel einen Freistoß zugesprochen, den Mesut Özkaya in den Strafraum brachte. Faruk Gülgün stieg hoch und köpfte den Ball ein. Münsters Torwart Stephan Tantow konnte es nicht fassen: „Der ist der kleinste Mann auf dem Platz und macht das Ding auch noch mit dem Kopf. Das darf doch nicht wahr sein.“

Gut 20 Minuten später zeigte der kleinste Mann auf dem Platz aber auch noch, dass er es mit dem Fuß kann. Sein Schuss aus knapp 16 Metern ging ins lange Eck. Hassel führte mit 2:0, der Sieg war so gut wie perfekt. Von Münster kam gar nichts mehr. Thorben Krol musste in der zweiten Hälfte kaum noch eingreifen.

Mesut Özkaya krönte seine gute Leistung in der 88. Minute mit dem Tor zum 3:0-Endstand. Nach einer feinen Einzelleistung ließ er Tantow keine Abwehrchance. Der Mann des Tages war aber Faruk Gülgün. „Faruk hat sich am Zeh verletzt und hätte eigentlich pausieren müssen. Er hat aber auf die Zähne gebissen und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt. Das ist vorbildlich“, lobte Oktay Güney.

Es war guter Sonntagnachmittag. Für Oktay Güney und sein Team sowieso. Auch für die beiden Männer an der Wasserpfeife.

Autor: Christoph Winkel

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