Sportlich setzte sich SC Westfalia Herne beim BV Westfalia Wickede in der Westfalenliga II mit 3:2 durch.

In Wickede

PK-Boykott und Platzverweise beim Herner Sieg

Arthur Makiela
16. Oktober 2016, 19:06 Uhr
Foto: Arthur Makiela

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Sportlich setzte sich SC Westfalia Herne beim BV Westfalia Wickede in der Westfalenliga II mit 3:2 durch.

Auf und neben dem Platz ging es hoch her. Hernes Trainer Christian Knappmann boykottierte die Pressekonferenz. In einem höchst emotionalen Westfalenliga-Spiel im Pappelstadion vor 350 Zuschauern ging es heiß her. Bereits früh ging der Außenseiter aus Wickede durch Marcel Großkreutz (7.) in Führung. „Der Rückstand war ein kurzer Schock für uns“, betonte Knappmann. In der Folge fand Herne besser ins Spiel und dreht die Partie durch den Doppelpack von Milko Trisic (16./50.).

Benedict Zwahr erzielte den Ausgleich per Volleytor (57.). Den Schlusspunkt setzte Hernes Top-Torjäger Fatmir Ferati per Freistoß (77.). Abermals spielte Herne in Unterzahl zu Ende, da Justin Klein nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah. „Wir haben verdient gewonnen. Anscheinend ist es besser für uns, wenn wir mit zehn Mann spielen“, erklärte Knappmann.

Das Spiel selbst wurde jedoch schnell zur Randnotiz. Die Gemüter waren sehr erhitzt. Nach einem Tumult an der Wickeder Trainerbank sah SCW-Ersatzspieler Eren Ayaz die Rote Karte, nachdem er einen Fan mit einem Ball beworfen hatte. Auf dem Weg zurück zur Ersatzbank ging es verbal zur Sache. Infolgedessen soll Ayaz ins Gesicht gespuckt worden sein.

„Natürlich sind die Emotionen bei unseren Spielen immer sehr hoch. Für die meisten Teams ist das Duell gegen uns das Spiel des Jahres“, sagte Knappmann, der das Sicherheitskonzept der Wickeder kritisiert: „Es wird definitiv eine Beschwerde geben. Der Verein muss einfach mehr Ordner einsetzen, um die Sicherheit alle Verantwortlichen auf dem Platz zu gewährleisten“. Nach dem Abpfiff wurde Knappmann von Wickeder Fans angepöbelt, die sogar auf den Platz kamen.

Schott fordert Respekt

Nicht nur die Niederlage wurmte SVW-Übungsleiter Marko Schott, sondern besonders das Verhalten seines Trainerkollegen, der bereits in der Halbzeit sein Fernbleiben von der Pressekonferenz ankündigte. „Ich bin ziemlich verwundert. So etwas habe ich auch noch nicht erlebt“, sagte Schott mit einem Kopfschütteln. Herne sei „unbestritten eine gute Mannschaft“. Doch den Boykott von Knappmann kann er nicht nachvollziehen: „Das finde ich schade und dies hat was mit Respekt zu tun.“

Zudem stellte Schott unmissverständlich klar: „Es entspricht der Unwahrheit, wenn nachgesagt wird, dass ich oder das Trainerteam den Herner Spieler beleidigt hätten. Das stimmt nicht und ist nicht fair“. Hernes Knappmann kam extra noch einmal zurück und suchte das Gespräch mit Schott. Eine Friedenspfeife zündeten beide allerdings nicht an...

Autor: Arthur Makiela

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