Zehn Verletzte vor dem Hertha-Spiel – Thomas Tuchel hätte allen Grund, den Krankenstand wortreich zu bedauern. Es würde ihm allerdings niemand so recht abnehmen.

BVB

Warum diese BVB-Elf immer noch Favorit ist

Andreas Berten
13. Oktober 2016, 21:54 Uhr
Foto: Firo

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Zehn Verletzte vor dem Hertha-Spiel – Thomas Tuchel hätte allen Grund, den Krankenstand wortreich zu bedauern. Es würde ihm allerdings niemand so recht abnehmen.

Im Tor Roman Bürki, davor die Viererkette mit Felix Passlack, Matthias Ginter, Marc Barta und Kapitän Marcel Schmelzer. Das Mittelfeld sichern defensiv Julian Weigl und Sebastian Rode ab. Weiter vorne sollen die Turbospieler Christian Pulisic, Mario Götze und Ousmane Dembélé möglichst oft für Pierre-Emerick Aubameyang auflegen. Mal ehrlich: Kann selbst diese Elf am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) gegen Hertha BSC nicht der haushohe Favorit sein? Zumal noch in einem Heimspiel?

Es ist natürlich noch nicht gewiss, ob Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel genau diesen Spielern am siebten Spieltag sein Vertrauen schenken wird. Die Vermutung liegt allerdings sehr nahe, da sich während der Länderspielpause noch reichlich Schwarz-Gelbe auf die Verletztenliste haben setzen lassen, die schon vor der zweiwöchigen Unterbrechung lang genug war. Zehn von 26 Feldspielern fehlen dem BVB gegen die Berliner, üppige Wahlmöglichkeiten stellen sich dem Trainer damit nicht. Doch das ändert nichts daran, dass vom Vize-Meister ein Sieg verlangt werden darf, selbst wenn die Hertha sich unter nahezu mysteriösen Umständen zum aktuellen Zweiten der Liga aufgeschwungen hat und in der Tabelle vor den Dortmundern liegt.

Der Kader ist für die Dreifachbelastung gerüstet

Kein Reus, kein Schürrle, kein Guerreiro, um nur einige prominente Ausfälle – für Thomas Tuchel wäre es nun ein Leichtes, auf Mitleid zu machen und über die zweifelsohne schwerwiegende Verletztenmisere zu stöhnen. Dass der 43-Jährige im Vorfeld des Freitagabendspiels darauf verzichtet hat, darf als angenehmes und geschicktes Verhalten gewertet werden. Als er vor zwei Wochen nach der 0:2-Niederlage bei Bayer Leverkusen die ruppige Gangart der Werkself im Speziellen und der übrigen Ligagegner im Allgemeinen anprangerte, galt Tuchel als schlechter Verlierer.

In der aktuellen Situation hätte der BVB-Trainer sicher auch allen Grund, den Krankenstand zu bedauern. Aber mal im Ernst: Wer würde trotz dieser möglichen Startaufstellung der Borussia abnehmen, nur Außenseiter im Duell mit den Hauptstädtern zu sein? Der Kader ist für die Dreifachbelastung mit Liga, Pokal und Champions League so gut aufgestellt wie sonst nur das Star-Ensemble von Bayern München. Auf der Dortmunder Auswechselbank können immer noch Shinji Kagawa und Emre Mor Platz nehmen. Müssen wir an dieser Stelle noch auf Herthas Anfangself eingehen?

Autor: Andreas Berten

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