Beim BVB gibt es nur wenige Spieler, die ihren Platz in der Mannschaft sicher haben. Viele Positionen sind umkämpft. Wer soll spielen?

BVB

Das sind die fünf umkämpften Positionen

Sebastian Weßling
10. Oktober 2016, 15:38 Uhr
Foto: Firo

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Beim BVB gibt es nur wenige Spieler, die ihren Platz in der Mannschaft sicher haben. Viele Positionen sind umkämpft. Wer soll spielen?

Es ist ein Rumpfteam, mit dem Borussia Dortmunds Trainer Thomas Tuchel derzeit in Dortmund Brackel arbeitet. 14 Spieler sind mit ihren Nationalmannschaften unterwegs, ein halbes Dutzend fehlt verletzt. Wenn aber von Dienstag bis Donnerstag die BVB-Profis nach und nach zurückkehren, wird der Kampf um die Stammplätze wieder aufgenommen.

Einige Positionen sind fest vergeben: Roman Bürki steht in der Bundesliga und der Champions League im Tor, Roman Weidenfeller im DFB-Pokal. Marcel Schmelzer ist auf der linken Seite gesetzt - Pierre-Emerick Aubameyang im Sturm ebenfalls. Auch Julian Weigl ist derzeit nicht wegzudenken aus der Mannschaft. Bleiben fünf Positionen, die umkämpft sind - wobei die derzeit längerfristig verletzten Spieler wie Marco Reus, Sven Bender und Erik Durm nicht berücksichtigt werden. Wir nennen die umkämpften Positionen.

Rechte Abwehrseite
Er war eine der Überraschungen zu Saisonbeginn: Weil Lukasz Piszczek noch im EM-Urlaub war, weil Matthias Ginter an den Olympischen Spielen Teilnahm und weil Erik Durm verletzt fehlte, lief Felix Passlack als Rechtsverteidiger auf - und machte seine Sache ordentlich. Als aber Lukasz Piszczek zurück und wieder fit war, übernahm der polnische Nationalspieler wieder. Auch Matthias Ginter hat in der Vorsaison als Rechtsverteidiger gespielt und wäre eine Alternative.

Innenverteidigung
Der Grieche Sokratis hat seinen Platz so gut wie sicher. Wer sind seine Konkurrenten? Für acht Millionen Euro kam Marc Bartra im Sommer vom FC Barcelona. Der 25-Jährige ist fußballerisch hervorragend ausgebildet, hat seine Stärken vor allem in der Spieleröffnung. Aber: Hin und wieder versucht er zu viel, spielt zu riskante Pässe und agiert auch im Defensivspiel leichtsinnig. Matthias Ginter ersetzte den verletzten Spanier zuletzt. Er hat durch seine Teilnahme an den Olympischen Spielen erkennbar an Selbstvertrauen zugelegt, das Spiel gegen Real Madrid (2:2) war "sein persönlicher Durchbruch auf der Position des Innenverteidigers", sagt Tuchel.

Zentrales Mittelfeld
Julian Weigl ist auf der Position vor der Abwehr unangefochten. Wer daneben aufläuft, ist vor allem eine Frage des Systems. Setzt Trainer Tuchel auf einen sogenannten Achter, einen Verbindungsspieler zwischen Abwehr und Angriff, sind drei Spieler in der engeren Auswahl.

Gonzalo Castro hat sich zu einem der Lenker des BVB-Spiels aufgeschwungen. Danks einer schnellen Antritte, seiner Körpertäuschungen und seiner präzisen Pässe hat er die seltene Fähigkeit, mit einer einzigen Aktion eine vollkommen neue Spielsituation zu kreieren.

Sebastian Rode kam als zweikampfstarke Ergänzung für das Zentrum. Auch er beherrscht das gepflegte Passspiel, auch er bringt Dynamik mit - seine Stärken liegen aber vor allem in der Zerstörung der gegnerischen Angriffe.

Raphael Guerreiro war die Entdeckung im zentralen Mittelfeld. Als Linksverteidiger eingekauft, überraschte er mit intelligentem Positionsspiel. Dank seiner Übersicht und Technik fühlt er sich auch im Zentrum wohl. "Er ist viel zu gut, um ihn auf eine Position festzulegen", sagt Tuchel.

Spielmacher
Shinji Kagawa war in der Vorsaison mehr oder weniger gesetzt auf der Position im offensiven Mittelfeld. In den ersten Partien spielte er groß auf, konnte das Niveau aber nicht bis Saisonende halten. Inzwischen hat ihm Neuzugang Mario Götze den Rang abgelaufen, dem aber noch die Fitness fehlt, um regelmäßig über 90 Minuten zu spielen. Dritter Kandidat: Gonzalo Castro, der auch als Spielmacher schon gute Partien gezeigt hat.

Offensive Außenbahnen
André Schürrle erlebte einen starken Einstand. Der 30-Millionen-Euro Neuzugang war entscheidender Mann beim DFB-Pokal-Erstrundensieg im DFB-Pokal und dem 2:1 zum Ligaauftakt gegen Mainz. Gegen Real Madrid traf er zum 2:2. Verpasste aber viele Spiele wegen einer Innenbandverletzung.

Ousmane Dembélé ist schnell, technisch stark und trickreich. Aber auch taktisch noch zu unbedarft und anfällig in der Rückwärtsbewegung.

Um Christian Pulisic gab es vor Saisonstart Wechselgerüchte. Doch der 18-Jährige, der mit dem BVB schon U19-Meister war, bekam seine Einsatzzeiten, glänzte in der Champions League ebenso wie in der Bundesliga, wurde auch gegen Real Madrid beim Stand von 1:2 eingewechselt - und bereitete prompt den Ausgleich vor.

Emre Mor hatte zu Beginn mit einigen Anpassungsschwierigkeiten zu kämpfen. Auch der türkische Nationalspieler ist schnell und trickreich, konnte dies bislang aber nur selten zeigen. Immerhin: Gegen Darmstadt traf er zum 6:0-Endstand.

Autor: Sebastian Weßling

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