Rot-Weiss Essen brauchte etwas, um in Fahrt zu kommen. Dann gelang doch ein souveräner Sieg im Niederrheinpokal gegen die Sportfreude Baumberg. Endstand: 4:0.

RWE

4:0! Essen dreht nach der Pause auf

Rolf Hantel
07. Oktober 2016, 21:14 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Rot-Weiss Essen brauchte etwas, um in Fahrt zu kommen. Dann gelang doch ein souveräner Sieg im Niederrheinpokal gegen die Sportfreude Baumberg. Endstand: 4:0.

Der Titelverteidiger hat das Viertelfinale im Verbandspokal erreicht. Rot-Weiss Essen besiegte in der dritten Runde den Oberligisten SF Baumberg an der Hafenstraße mit 4:0. Allerdings wurde der Favorit seiner Rolle erst nach einer Stunde gerecht. Der Führungstreffer von Roussel Ngankam löste die Bremse und brachte RWE einen deutlichen Sieg, der angesichts der schwachen ersten Hälfte so nicht zu erwarten war.

Baumberg? Man muss nicht zwingend voraussetzen, dass alle wissen, wo dieser Fußball-Oberligist zu Hause ist. Doch klar war schon, dass dieser Gegner eine andere Kragenweite hat als die vorherigen Kontrahenten der Rot-Weissen im Verbandspokal. Dass die Baumberg 2013 den Pott geholt haben, ist Geschichte. Dass sich RWE beim 4:1 vor zwei Jahren lange Zeit schwer tat gegen den damaligen Absteiger, auch das nur eine Randnotiz. Neues Spiel, neuer Anlauf. Die Rot-Weissen waren Favorit, so viel steht fest. Und Trainer Sven Demandt hatte vor dem Anpfiff betont, dass man das gegen den Tabellensiebten der 5. Liga auch sehen werde.

Demandt musste notgedrungen seine Mannschaft ändern. Kamil Bednarski (Hand OP) fehlte, Tolga Cokkosan (Muskelbündelriss) ebenfalls. Und freiwillig setzte der Coach Kasim Rabihic auf die Bank. Für ihn spielte Youngster Nico Lucas. Der junge Roussel Ngankam bekam ebenfalls die Gelegenheit, sich zu beweisen. Zunächst nicht an Bord war Kapitän Benjamin Baier. Schon überraschend, dass der Routinier wie schon gegen Dortmund II zunächst auf der Bank schmorte.

Bei RWE ging lange nicht viel

Was er von dort von seinen Mannschaftskollegen sah, war allerdings nichts Dolles. Die Baumberger mischten mit der Unbekümmertheit eines Außenseiters munter mit und deckten so manche Unzulänglichkeit der Gastgeber auf. Da taten sich zuweilen ziemliche Lücken im Mittelfeld auf. Die Sportfreunde konterten, waren allerdings in letzter Konsequenz zu harmlos. Als Louis Klotz über die rechte Seite los stürmte, hätte mehr passieren können (27.), Muhammad Ucar verpasste ebenfalls den Ball allein vor dem Tor (30.).

Und RWE? Da ging viel wenig. Den Essenern fiel nichts ein, keine Ideen, kein Zug zum Tor. Richtig gute Einschussmöglichkeiten gab es nicht in Hälfte eins, auch weil der Gast immer beherzt dazwischen funkte und erfolgreich abblockte.

Demandt reagiert mit Doppelwechsel

Sven Demandt reagierte, brachte Rabihic und Baier für Weber und Brauer, der wirklich nicht den besten Eindruck gemacht hatte. Der Favorit versuchte weiterhin verzweifelt, seiner Rolle gerecht zu werden. Doch der Zugriff gelang nicht. Im Gegenteil, die Baumberger wirkten bis zum Strafraum gefällig, dann waren ihre Mittel erschöpft gegen die aufmerksame gegnerische Defensive.
Ein lichter Moment reichte den Rot-Weissen, um an der Hafenstraße die Hausordnung wieder herzustellen. Marcel Platzek lupfte den Ball über die Abwehr, Ngankam nahm auf und schob die Kugel Torwart Karagiannis durch die Beine ins Netz zum 1:0.

Natürlich beflügelte das die Gastgeber, die einen Gang höher schalteten und von einer Minute auf die andere deutlich überlegen wurden. Der eingewechselte Baier war es schließlich, der für Ruhe sorgte. Er setzte an zum Solo, umkurvte seine Widersacher wie Slalomstangen, unwiderstehlich. Der präzise Abschluss ins lange Eck brachte das 2:0. Nun war er klar erkennbar der Unterschied, der eine Liga ausmacht. Und Marcel Platzek fixierte das Ganze auch im Ergebnis. Er köpfte nach Flanke von Rabihic das 3:0, Rabihic selbst setzte schließlich das I-Tüpfelchen.

Das Spiel können Sie hier im Liveticker nachlesen:

RWE - Baumberg im Liveticker

Autor: Rolf Hantel

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