RWE hat vor Gericht einen Vergleich mit dem Sportrechtevermarkter Michael Kölmel geschlossen. Kölmel erhält 15 Prozent der audiovisuellen Rechte.

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Kölmel hat noch 14 Jahre Anspruch auf Kohle

Stefan Wette
06. Oktober 2016, 17:01 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

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RWE hat vor Gericht einen Vergleich mit dem Sportrechtevermarkter Michael Kölmel geschlossen. Kölmel erhält 15 Prozent der audiovisuellen Rechte.

Rot-Weiss Essen erkennt finanzielle Altlasten durch Ansprüche des Sportrechtevermarkters Michael Kölmel an. Vor dem Landgericht Essen schloss der Regionalligist am Donnerstag einen Vergleich mit Kölmel. Danach erhält dieser 15 Prozent aus den Erlösen der audiovisuellen Rechte (Fernseh und Radio). Fest steht diese Einigung aber noch nicht. Beide Parteien können den Vergleich bis zum 16. Dezember 2016 widerrufen.

Auf gerichtliche Urteile scheint der Club aktuell nicht zu vertrauen. Nachdem er sich überraschend mit seinem Ex-Sportvorstand Uwe Harttgen außergerichtlich geeinigt und Stillschweigen vereinbart hatte, wurden diesmal aber in öffentlicher Sitzung zumindest die Konditionen deutlich.

Kölmel entschuldete viele Traditionsvereine

Michael Kölmel hatte Ende der 90er Jahre viele Traditionsvereine entschuldet und sich im Gegenzug Marketingrechte gesichert. RWE soll er einen zweistelligen Millionenbetrag gegeben haben. Genutzt hatte es nicht. Unter Beratung von Roland Berger hatte die Stadt ein Modell ausgearbeitet, um die Zusammenarbeit mit Kölmel zu beenden. Federführend war die Stadttochter GVE, die mindestens vier Millionen Euro gezahlt haben soll.

Dann kam die Insolvenz, aber Kölmel bestand immer noch auf 15 Prozent, die ihm aus der audiovisuellen Verwertung zustehen sollten. RWE widersprach, die Ansprüche seien durch die Insolvenz des Vereins erloschen. Kölmel klagte vor dem Landgericht Essen auf den Betrag von rund 62.000 Euro. Das sei sein Anteil für zwei Pokalspiele.

Vertrag wird auf 31. Dezember 2030 befristet

Das Geld will RWE ihm jetzt zahlen, hieß es in dem Vergleich. Und auch künftig wird Kölmel Anspruch auf 15 Prozent der TV-Gelder haben. Allerdings, und das dürfte angesichts der Rechtslage als Erfolg für RWE gesehen werden, wird der Vertrag auf den 31. Dezember 2030 befristet. Danach wird Kölmel keine Ansprüche mehr gegen RWE haben.

Über den Hintergrund der Einigung darf fleißig spekuliert werden. Will RWE jetzt 14 Jahre in der 4. Liga bleiben, damit Kölmel keine größeren Summen bekommt? Oder ist der Vergleich der Beginn einer neuen Zusammenarbeit mit Geldgeber Kölmel? Das hatte Kölmel-Vertraute Bianca Krippendorf vor einem Jahr angedeutet: “Wir wollen eine langfristige Partnerschaft.”

Autor: Stefan Wette

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