Im März spielt Aserbaidschan in der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft gegen Deutschland.

Duisburgs Erat

Uerdingen statt Norwegen

Dirk Retzlaff
06. Oktober 2016, 08:07 Uhr
Foto: firo

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Im März spielt Aserbaidschan in der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft gegen Deutschland.

Tugrul Erat, Mittelfeldspieler des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg, hat sich diesen Termin schon markiert. Er will dann in Baku gegen den Weltmeister spielen. Erat wäre schon gerne am Samstag, wenn seine Nationalmannschaft gegen Norwegen um Quali-Punkte spielt, dabei gewesen. Doch Aserbaidschans Trainer Robert Prosinečki meldete sich bei Erat nicht. So steht für den 24-Jährigen am Samstag nicht Norwegen, sondern am Sonntag der Oberligist KFC Uerdingen im Fokus. Der MSV spielt im Achtelfinale des FVN-Pokals bei den Krefeldern.

Beim MSV Duisburg zählt der frühere Düsseldorfer, der im Sommer von Fortuna II aus der Regionalliga zu Duisburg und damit in die 3. Liga wechselte, zum Stammpersonal. Trotz mehrfacher Rotation kommt der gebürtige Nettetaler auf acht Liga-Einsätze, die er mit zwei Torerfolgen krönte. „Ich hatte schon gedacht, dass ich damit beim Nationaltrainer für Aufmerksamkeit sorgen würde. Dann muss ich mich eben weiter empfehlen. Dann bin ich vielleicht schon im November dabei“, ist auch das Spiel in Belfast gegen Nordirland in Erats Kalender markiert.

34 Zweitliga-Spiele

Tugrul Erat, der türkische und aserbaidschanische Wurzeln hat, bestritt vor zweieinhalb Jahren sein erstes A-Länderspiel für Aserbaidschan. Damals war Berti Vogts in der früheren Sowjetrepublik Nationaltrainer. Zuvor hatte Erat sechs Spiele für die U 21 des Landes absolviert. Derzeit stehen für den Außenspieler vier A-Länderspiele zu Buche. Seinen letzten Einsatz absolvierte er am 13. Oktober 2015 in Bulgarien, zuletzt stand er im März im Kader Aserbaidschans.

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Beim MSV läuft es für den Flügelspieler, der es bei Fortuna Düsseldorf immerhin auf 34 Zweitliga-Einsätze, in denen er zwei Tore erzielte, brachte, bislang nach Plan. Die Kurve zeigt wieder nach oben. In Düsseldorf drehte sich das Trainerkarussell in den letzten Jahren mit Hochgeschwindigkeit: Erat verlor dabei seinen Platz in der Zweitliga-Mannschaft. Im Regionalligateam der Landeshauptstädter war er fortan Stammkraft. Der Wechsel nach Duisburg im Sommer war für ihn der Schritt nach vorne. Bei den Zebras ist der 1,93-Meter-Mann flexibel: Nicht nur, dass er sowohl auf der rechten als auch auf der linken Außenbahn unterwegs ist, unlängst spielte er im FVN-Pokal gegen den Rather SV auf der Position des rechten Verteidigers. Dies könnte auch am Sonntag in Uerdingen der Fall sein, am vergangenen Samstag gehörte er gegen den Chemnitzer FC erstmals nicht dem Drittliga-Aufgebot der Meidericher an.
Selfie mit Andrea Pirlo

Am Samstag schaltet Tugrul Erat den Fernseher an, um seiner Nationalmannschaft die Daumen zu drücke – wie auch am kommenden Dienstag, wenn Aserbaidschan in Tschechien am Ball ist. Spätestens am 26. März sollen andere vor dem Fernseher sitzen, um ihn gegen Deutschland spielen zu sehen. „Das wäre eine große Sache“, hofft Erat auf eine Rückkehr ins Nationalteam. Dann kann er nach dem Spiel auch wieder das Handy zücken, um ein Foto anzufertigen. Als Tugrul Erat im Oktober 2015 gegen Italien zum Einsatz kam, machte er nach dem Spiel ein Selfie mit Weltstar Andrea Pirlo.

Autor: Dirk Retzlaff

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