Jürgen Klopp war außer sich vor Wut, und es klang, als hätte sein Team gerade ein sehr wichtiges Spiel verloren.

Klopp siegt und siegt

Erste Niederlage für Guardiola

sid
03. Oktober 2016, 14:38 Uhr
Foto: firo

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Jürgen Klopp war außer sich vor Wut, und es klang, als hätte sein Team gerade ein sehr wichtiges Spiel verloren.

"Wir waren viel zu statisch, unserem Spiel fehlte die Bewegung", monierte der Teammanager des FC Liverpool, "die Körpersprache war auch eine Katastrophe." Aber: Die Reds gewannen in der englischen Premier League ihre vierte Partie in Serie, 2:1 (0:1) lautete am Ende das Resultat bei Swansea City.

Zumindest vorübergehend spülte das den Europa-League-Finalisten der Vorsaison auf Rang zwei, aber das war für Klopp nicht mehr als eine Randnotiz. Grimmig hatte er in Wales lange Zeit das lustlose Gekicke seiner Elf von der Seitenlinie verfolgt, vor allem die Leistung in der ersten Halbzeit ärgerte ihn - wohl auch, weil er sich den Grund für den pomadigen Auftritt teilweise selbst zuschrieb.

Hier gibt es Videos der Spiele von Liverpool und Manchester City:
[url]http://www.reviersport.de/video/premierleague.html[/url]

"Wir waren nicht bereit für das Spiel. Es ist allerdings meine Aufgabe und meine Verantwortung, die Jungs gut einzustellen", sagte Klopp. Folgerichtig geriet Liverpool durch den Treffer von Leroy Fer (8.) früh in Rückstand, erst nach einer emotionalen Rede in der Kabine besserte sich der Auftritt der Gäste. Der Ex-Hoffenheimer Roberto Firmino (54.) sowie James Milner (84./Foulelfmeter) erlösten ihren Boss. Swans-Teammanager Francesco Guidolin hingegen wurde am Montag entlassen - an seinem 61. Geburtstag.

"Aufgrund der zweiten Halbzeit war der Sieg verdient", meinte Milner. Für Kapitän Jordan Henderson war der erste Treffer ausschlaggebend - und eben Klopps Ansprache, über die er lediglich verriet, dass "ein paar ernste Worte" zu hören waren.

Redefreudiger war da schon Klopp selbst. Der frühere Meistercoach von Borussia Dortmund stapfte "sehr wütend" in die Kabine und appellierte dort an das Gewissen seiner Stars. "Ich bin 49 Jahre alt und habe im Laufe meiner Karriere schon viele Spiele verloren", sagte Klopp während der Pause, "und leider werde ich noch weitere verlieren. Aber heute wäre das vollkommen unnötig."

Beim Tabellen-17. drehten die Reds dann doch noch auf, was laut Klopp primär an der Auffassungsgabe seiner Schützlinge lag. Denn während eines Spiels könne er ja "wenig ändern. Aber in der Pause kann ich eingreifen, wenn die Spieler für meine Anweisungen offene Ohren haben. Glücklicherweise haben sie das", sagte Klopp.

Auf das nächste Spiel, den Klassiker am 17. Oktober gegen Manchester United, blickt Klopp daher auch mit vorsichtigem Optimismus. "Es ist wichtig und auch ein gutes Zeichen, dass wir selbst mit einer schwachen Leistung gewinnen können", sagte Klopp.

Ein schlechtes Zeichen für United war derweil das Abschneiden am Sonntag. Gegen Stoke City zeigte die Mannschaft von Teammanager Jose Mourinho eine gute Leistung, kam trotz Überlegenheit aber nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Besser lief des für den FC Arsenal um die Weltmeister Mesut Özil und Shkodran Mustafi, der beim FC Burnley in letzter Minute mit 1:0 (0:0) gewann.

Einen ersten Dämpfer auf der Insel musste auch Star-Trainer Pep Guardiola einstecken. Der ehemalige Münchner Coach kassierte beim 0:2 (0:2) bei Tottenham Hotspur die erste Saisonniederlage. City ist dennoch weiterhin Tabellenführer.

Autor: sid

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