Der Foulelfmeter war Chefsache. „Martin, den hältst Du“, brüllte Erol Ayar über den Platz.

FSV Duisburg

Elfer gehalten, danach auf Siegkurs

Thomas Krystaniak
03. Oktober 2016, 09:34 Uhr
Foto: Bernd Obermann

Foto: Bernd Obermann

Der Foulelfmeter war Chefsache. „Martin, den hältst Du“, brüllte Erol Ayar über den Platz.

Der Wunsch seines Vorsitzenden war Martin Hauffe Befehl. Der Torhüter des Fußball-Landesligisten FSV Duisburg tauchte in die vom Schützen Steffen Köfler aus gesehen linke untere Ecke und boxte den Ball zur Seite weg. Das wäre sonst das 3:2 für die Sportfreunde Niederwenigern gewesen – und angesichts der Unterzahl bei den Gastgebern nach einer gelb-roten Karte gegen Ahmet Talha Kilinc womöglich die Vorentscheidung. Stattdessen wendete sich das Blatt noch einmal: In Unterzahl mobilisierte der FSV die letzten Kräfte und feierte schließlich mit dem 4:2 (2:1) den wichtigen zweiten Saisonsieg.

Für Denis Tahirovic war es das erste Erfolgserlebnis als Trainer des Vorjahres-Fast-Aufsteigers. Dementsprechend pustete er erst einmal kräftig durch: „Die Jungs haben verstanden, was ich sehen möchte. Defensiv haben wir viel besser gestanden – nur die schlechte Chancenverwertung ärgert mich noch immer.“ Dabei traf sein Team vor der Pause sogar dreimal: Nasrullah Dedemen lenkte eine Freistoßflanke schon nach zwei Minuten ins eigene Tor, doch das warf den FSV trotz der bisher mauen Bilanz nicht zurück. Bora Karadag ließ zwar einige Möglichkeiten liegen, war aber nach 23 Minuten mit dem 1:1-Ausgleich zur Stelle. Als schon fast Pause war, verwertete Ibrahim Bayraktar eine Ecke von Enes Balci per Direktabnahme zum 2:1.

Die Tendenz stimmte, bekam aber in der 58. Minute gleich wieder eine Delle, als David Moreno Gonzalez per 16-Meter-Freistoß das 2:2 erzielte. In der 69. Minute hätte das Geschehen vollends kippen können: Schiedsrichter Marvin Bihler, dem nicht nur aus Sicht von Denis Tahirovic die klare Linie fehlte, entschied nach einem Luftduell auf Elfmeter für die Hattinger. Weil Ahmet Talha Kilinc das gar nicht passte, meckerte er und handelte sich die Ampelkarte ein. Martin Hauffe sorgte aber mit seiner Heldentat dafür, dass der FSV zumindest weiter auf einen Punkt hoffen durfte.

Es wurde sogar noch mehr – auch, weil die Abwehr mit dem eingewechselten Tim Wiederhold auf der linken Seite nichts mehr durchließ. In der 82. Minute passte Bora Karadag nach einem Konter auf Enes Balci: Das Geburtstagskind schoss zum umjubelten 3:2 ein. Für den perfekten Abschluss des Tages sorgte in der Nachspielzeit Ibrahim Bayraktar mit einem Heber in den Winkel über den aus dem Tor geeilten Gästekeeper Sebastian Langer zum 4:2.

Autor: Thomas Krystaniak

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