Fünf Mal saß Markus Weinzierl in dieser Bundesliga-Saison bisher als Verlierer auf dem Pressekonferenz-Podium.

Auf Schalke

Für Gladbach sprachen nur die Statistiken

Thomas Tartemann
03. Oktober 2016, 09:04 Uhr
Foto: firo

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Fünf Mal saß Markus Weinzierl in dieser Bundesliga-Saison bisher als Verlierer auf dem Pressekonferenz-Podium.

Schalkes Trainer musste gegen Frankfurt, Bayern, Hertha, Köln und Hoffenheim erklären, warum es wieder nicht funktioniert hatte und wie es vor allem künftig besser werden sollte. Nach dem Spiel am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach war die Situation völlig neu. Weinzierl analysierte entspannt einen in dieser Höhe überraschenden 4:0 (0:0)-Sieg seines Teams über die als Favorit angereisten Mönchengladbacher. Schalke spielte phasenweise wie entfesselt, steigerte sich in einen Rausch und traf zwischen der 52. und 58. Minute dreimal.

„Ein 4:0 in solch einer kritischen Phase ist nicht selbstverständlich“, meinte Weinzierl. „Für das gesamte Team und natürlich für Breel Embolo freut es mich besonders. Er hat ein Ausrufezeichen gesetzt.“

Schalke-Zugang Breel Embolo war an drei Toren beteiligt
Der Schalker Neuzugang erzielte nach dem brustlösenden Elfmetertor von Eric Maxim Choupo-Moting (52.) das 2:0 (56.) auf Vorlage von Sead Kolasinac. Am dritten Tor durch Leon Goretzka, der einen abgewehrten Choupo-Moting-Schuss im Borussen-Netz versenkte (58.), war der Schweizer beteiligt. Den Schlusspunkt setzte Embolo nach einem Stolperer, der ihn aber nicht aus dem Konzept brachte, dann wieder selbst: Er schob die Kugel in den verwaisten Mönchengladbacher Kasten (83.).

Trainer Weinzierl fand den Treffer „sinnbildlich“. Man stelle sich vor, die Szene wäre bei einem Spielstand von 0:1 kurz vor Schluss schief gegangen. Dann hätte der Schalker Kaderchef wieder auf dem Podium gesessen und erklären müssen, warum wirklich alles misslingt, was sein Team und er anpacken.

Die Fehler-Analyse betreiben diesmal aber nicht die Königsblauen, die nach dem Abpfiff von ihren begeisterten Anhängern mit tosendem Beifall in die Kabine verabschiedet wurden. Diesmal grummelten die Gladbacher, deren Manager Max Eberl bedient feststellte: „Das Momentum war auf Schalker Seite.“ Und fast trotzig schob der frühere Bundesligaprofi nach: „Sie waren nicht vier Tore besser.“

Für Gladbach sprachen auf Schalke nur die Zahlen

Die Elfmeter-Situation wurde von vielen als Knackpunkt gesehen. Borussias Ibrahima Traoré eckte mit Eric Maxim Choupo-Moting an. Das reichte für Schiedsrichter Sascha Stegemann, um auf den Punkt zu zeigen. „50 Prozent sagen, den kann man geben. 50 Prozent sagen, den darf man nicht geben“, sagte Eberl diplomatisch. Für Gladbach sprachen am Ende nur die Zahlen. Ballbesitz, Flanken, gewonnene Zweikämpfe und Pässe drückten eine zum Teil deutliche Überlegenheit der Gäste aus. Was zählt, sind im Fußball aber bekanntlich Tore.

„Der Ball war ein Schalker Freund“, knirschte Max Eberl, der auch die lange zurückhaltende Spielweise seines Teams verteidigte. „Die angeschlagenen Schalker mussten das Spiel machen, nicht wir.“ Nach der Pause aber brach das Unheil über die Borussen herein. So klappte es nicht mit dem angepeilten Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. Die Gladbacher sind aktuell nur Neunter.

Schalke steht nun auf dem Relegationsplatz, hechelt also den eigenen Ansprüchen immer noch weit hinterher. Christian Heidel blickte bereits auf die nächste Auswärts-Aufgabe nach der Länderspiel-Pause: „In Augsburg müssen wir nachlegen.“ Schalkes Sportvorstand weiß, dass mit dem ersten kleinen Schritt noch nichts erreicht ist. Die Reparatur-Arbeiten werden noch viele Wochen andauern. Mit einem 4:0 im Rücken aber gehen sie nun etwas leichter von der Hand.

Autor: Thomas Tartemann

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