Breel Embolo war beim Schalker Befreiungsschlag gegen Borussia Mönchengladbach der Mann des Tages. Anschließend äußerte er sich zu der Kritik der letzten Wochen.

Schalke

Warum sich Embolo beim Jubeln die Ohren zuhielt

Thomas Tartemann
02. Oktober 2016, 21:30 Uhr
Foto: Getty

Foto: Getty

Breel Embolo war beim Schalker Befreiungsschlag gegen Borussia Mönchengladbach der Mann des Tages. Anschließend äußerte er sich zu der Kritik der letzten Wochen.

Schalkes Trainer Markus Weinzierl brachte einen Vergleich aus dem Kampfsport. „Breel Embolo hat sich da durch geboxt“, beschrieb der 41-Jährige den Kraftakt, mit dem sich sein Stürmer vom kompletten Ballast der ersten erfolglosen Wochen befreite. Embolos Doppelpack war beim 4:0 über Borussia Mönchengladbach das Gesprächsthema Nummer eins. Viele zeigten sich überrascht, dass der schon zum Flop abgestempelte Ex-Basler offenbar doch ein Gewinn für das neu zusammengestellte Team sein kann.

Zeugwart Enrico Heil war in der Veltins-Arena vermutlich der einzige Mann im Lager der Königsblauen, der dem West-Duell relativ gelassen entgegen blickte. Heil sagte Embolo vor Anpfiff, dass er treffen wird. Als es so weit war, stürmte der 19-jährige Stürmer auf Heil zu und umarmte ihn erleichterte. Der Schalker Zeugwart taugt nicht nur als Orakel, sondern versteht offenbar auch sein Handwerk. „Er hat auch meine Stollen gewechselt“, verriet Embolo grinsend.

Mit den Gladbach-Stollen wird er nun vermutlich immer spielen. Dass der Schweizer Nationalspieler sich nach dem ersten Tor die Ohren zuhielt, war keine Schutzmaßnahme gegen die Lärmkulisse in der Nordkuve. Embolo wollte dadurch symbolisch ausdrücken, dass zuletzt sehr viel auf ihn eingeprasselt ist – und es manchmal eben besser ist, nicht alle Kritik aufzunehmen, sondern die Ohren manchmal zu verschließen. „Es wurde viel geschrieben und geredet“, sagt Embolo, „die Kritik war für mich nicht schwer, aber sie war neu.“ Nach seinem zwei Erfolgserlebnissen und der Beteiligung am zwischenzeitlichen 3:0 dürfte Breel Embolo so manchen blau-weißen Bedenkenträger entwaffnet haben.

Sportvorstand Christian Heidel hatte ohnehin immer an den teuersten Transfer geglaubt. „Er läuft und läuft, zieht nie zurück. Ich freue mich wahnsinnig für ihn, dass er jetzt auch getroffen hat“, sagt Heidel sichtlich erleichtert und schiebt nach: „Man darf nie vergessen, dass Breel erst 19 Jahre alt ist.“ Den Teamgedanken hat der Stürmer von Beginn an verinnerlicht. „Wir haben eine geile Truppe“, sagt Embolo voller Überzeugung. Trotz der vielen Rückschläge kamen beim Offensivmann zu keinem Zeitpunkt Zweifel an der Schalker Qualität auf: „Wir wussten, dass viel Potenzial in der Mannschaft steckt. Das Ziel war es, uns gegen Gladbach zu belohnen.“ Das ist Embolo & Co. gelungen. Was jetzt stört, ist nur die Länderspielpause.

Autor: Thomas Tartemann

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren