Mit ratloser Miene begann Magnus Niemöller die Pressekonferenz. Immer wieder schüttelte der Trainer des TuS Haltern nur den Kopf.

SV Zweckel

Plakatärger - Fans erzürnen Haltern-Trainer

Jonah Lemm
02. Oktober 2016, 21:12 Uhr
Foto: Oliver Mengedoht

Foto: Oliver Mengedoht

Mit ratloser Miene begann Magnus Niemöller die Pressekonferenz. Immer wieder schüttelte der Trainer des TuS Haltern nur den Kopf.

Es war nicht die sportliche Leistung seines Teams, die den Fußballlehrer nach dem 0:0-Remis beim SV Zweckel am Sonntag so aus der Fassung brachte. Es war das Verhalten der SVZ-Fans. Immer wieder stellte Niemöller die gleiche Frage in den Raum: „Was haben wir euch denn getan?“ Keine Antwort.

Akbaba vergibt beste SVZ-Chance

Doch irgendwas musste es ja sein, sonst wären er und seine Kicker wohl kaum mit einem Transparent empfangen worden, auf dem in großen Lettern prangte: „Scheiß Legionäre! Herz statt Kommerz“. Zu dem beklagte Niemöller, den Satz „Tod und Hass dem TuS Haltern“ von den Rängen an der Dorstener Straße gehört zu haben. „Für mich ist das unverständlich“, so der Haltern-Coach. Heimtrainer Günter Appelt entschuldigte sich prompt im Namen des SV Zweckel: „Wörter wie ‘Tod’ oder ‘Hass’ gehören nicht auf den Platz!“

Danach wurden nur wenige Redeminuten auf das Sportliche verschwendet – denn das Spiel selbst hatte nicht wirklich viel Gesprächsstoff zu bieten.

Von der ersten Minute an sahen die 222 Zuschauer ein Spiel, in dem es hart zur Sache ging. Nach nicht einmal einer Viertelstunde musste TuS-Akteur Christoph Kasak wegen einer Tätlichkeit vom Platz. Die Zweckeler nutzten die Überzahl aber nur bedingt. Die Grünhemden ließen in der ersten Hälfte keine Chancen des Tabellenführers der Westfalenliga zu, waren aber in ihrem Spiel nach vorne oft zu ungefährlich. Lediglich ein Fernschuss von Serkan Köse (28.) und ein Kopfball von Albert Alex (33.) ließen ein kurzes Raunen über die Ränge gehen.

Nach der Pause zeigten sich die Platzherren dann entschlossener vor dem Tor: Torjäger Lukas Kratzer zwang bereits vier Minuten nach Wiederanpfiff Halterns Schlussmann Marvin Radüchel per Volley aus 16 Metern zur Glanzparade. Fünf Minuten später verpasste Mahmut Akbaba frei vor dem Tour die größte Chance der Gastgeber in Führung zu gehen: Aus gut fünf Metern schob er den Ball Radüchel in die Arme.

„Das war eine mehr als hundertprozentige Chance! Den Ball hatte ich schon im Tor gesehen“, ärgerte sich Appelt nach der Partie.

Haltern indes hatte nur eine richtig gute Chance: Vier Minuten vor Abpfiff jagte der eingewechselte Dennis Drepper das Spielgerät nach einem hohen Zuspiel per Direktabnahme gen Kasten, der nach langer Verletzung zurückgekehrte SVZ-Torwart Fabian Matschnigg parierte solide. Es blieb beim 0:0 und einer Punkteteilung.

Autor: Jonah Lemm

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