Von 18 auf 16: Der FC Schalke 04 steht in der Fußball-Bundesliga noch lange nicht da, wo er hin will.

Erster Dreier

Schalke tanzt sich aus der Krise

Thomas Tartemann
02. Oktober 2016, 19:24 Uhr
Foto: firo

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Von 18 auf 16: Der FC Schalke 04 steht in der Fußball-Bundesliga noch lange nicht da, wo er hin will.

Aber die Königsblauen hängen nach fünf Tiefschlägen zum Start nicht mehr komplett in den Seilen. Beim 4:0 (0:0) gegen Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach zeigten die Königsblauen, welche Kraft sie entwickeln können, wenn die Kopf-Blockade gelöst ist. Schalke ist in dieser Verfassung kein verunsicherter Sparringspartner mehr, sondern ein ernstzunehmender Gegner. Besonders erfreulich für Trainer Markus Weinzierl: Mit Eric Maxim Choupo-Moting, dem teuersten Einkauf Breel Embolo und Talent Leon Goretzka trafen drei verschiedene Offensivkräfte.

Schalkes Trainer wählte diesmal die Mini-Rotationsvariante. Anstatt auf vier, fünf Positionen durchzuwechseln entschied sich der Fußballlehrer im Vergleich zum 3:1 in der Europa League gegen RB Salzburg nur für eine Änderung. Offensivmann Choupo-Moting rückt anstelle von Talent Max Meyer wieder in die Startelf. Ganz wichtig für die Königsblauen: Kapitän Benedikt Höwedes, hinter dem wegen eines Schlags auf den Oberschenkel ein Fragezeichen gestanden hatte, gab grünes Licht. Für Torjäger Klaas-Jan Huntelaar reichte die Zeit nicht, seine hartnäckige Erkältung abzuschütteln. Der „Hunter“ stand erneut nicht im Kader.

Nach der üblichen Abtastphase übernahm Schalke das Kommando. Leon Goretzka prüfte nach elf Minuten Mönchengladbachs Torwart Yann Sommer, der mit dem Schuss keine Mühe hatte. Sekunden später angelte sich Alessandro Schöpf den Ball im Zweikampf mit Nico Elvedi, startete Richtung Borussia-Tor, bekam aber zu wenig Dampf hinter seinen Flachschuss, so dass Sommer erneut sicher zupackte. In der Phase vor dem Pausentee legte Mönchengladbach den Schalter um. Andre Hahn tauchte gefährlich vor S04-Torwart Ralf Fährmann auf. Allerdings war die Hereingabe von Fabian Johnson zu unpräzise, so dass Schalkes Verteidiger Sead Kolasinac die Situation bereinigen konnte (41.). Die anschließende Ecke wäre fast folgenschwer gewesen. Der Kopfball von Gladbachs Abwehrschrank Yannik Vestergaard war bereits unterwegs Richtung Toreck, wo Schalkes Alessandro Schöpf allerdings goldrichtig postiert war und die Kugel von der Linie beförderte.

Zur Pause reagierte Gäste-Trainer Andre Schubert und nahm Defensivmann Vestergaard aus der Partie, brachte stattdessen Kreativkopf Lars Stindl. Ein deutliches Signal, dass den Borussen ein 0:0 zu wenig war. Die erste Aktion im zweiten Abschnitt gehörte Mönchengladbach schon nach wenigen Sekunden. Ralf Fährmann riss gegen den Knaller von Andre Hahn die Fäuste hoch. Gejubelt wurde dann auf der Heimseite. Schiedsrichter Sascha Stegemann pfiff Elfmeter für die Königsblauen, nachdem Choupo-Moting im Zweikampf mit Ibrahima Traore zu Boden gegangen war. „Choupo“ übernahm Verantwortung, schoss als Gefoulter selbst und traf trotz Fingerspitzenberührung von Sommer zum 1:0 (52.).

Bei Schalke fiel die ganze Last der letzten Wochen ab, das Team überrannte Mönchengladbach mit beeindruckender Wucht. Breel Embolo lochte in der 56. Minute durch die Beine von Gegenspieler Elvedi zum 2:0 ein und verwandelte die Nordkurve in ein Tollhaus. 120 Sekunden später klingelte es zum dritten Mal im Borussen-Kasten. Embolo bediente Choupo-Moting, dessen Geschoss wehrte Sommer ab. Den Nachschuss setzte Leon Goretzka in die Maschen (58.). 3:0, Deckel drauf. Zwar starteten die Borussen noch den einen oder anderen Versuch zur Ergebnis-Korrektur, aber Schalke ließ sich die Party nicht mehr verderben. Nach einem Konter packte Embolo noch das 4:0 drauf (83.). „Gegen Schalke kann man mal verlieren“, dröhnte es aus dem königsblauen Fanblock.

Autor: Thomas Tartemann

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