Es hat wieder nicht zum Sieg gereicht für Rot-Weiss Essen. Dabei wären drei Punkte durchaus möglich gewesen gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund II.

RWE - BVB II

Elfmeter kostet RWE den Sieg

Rolf Hantel
01. Oktober 2016, 17:46 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Es hat wieder nicht zum Sieg gereicht für Rot-Weiss Essen. Dabei wären drei Punkte durchaus möglich gewesen gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund II.

Die Gastgeber zeigten eine gute erste Hälfte und führten verdient mit 1:0. Danach bauten sie allerdings ab, der BVB übernahm die Regie und hatte die bessere zweite Halbzeit. Am Ende hieß es 1:1. Alles in allem ein gerechtes Ergebnis.

Trainer Sven Demandt hatte seinen Jungs unter der Woche beim Training Beine gemacht. Übungseinheiten im Magath-Style mit dem guten, alten Medizinball. Die Fußballer brauchten sich darüber nicht zu beschweren, schließlich hatte sie in Aachen eine Stunde lang eine eher bescheidene Arbeitsauffassung gezeigt und mussten es jetzt ausbaden.

Schon nach wenigen Minuten war gegen Dortmund klar, dass die Einstellung eine wesentlich bessere sein würde. Die Gastgeber nahmen die Zweikämpfe gegen die hochkarätige gegnerische Offensive an und setzten sich energisch durch. Es lief recht gut an für die Essener, die auch ein verändertes Gesicht in der Startelf zeigten. Stürmer Frank Löning (muskuläre Probleme) und Außenverteidiger Patrick Huckle waren nicht dabei. Den defensiven Part von Huckle übernahm Tolga Cokkosan, im Angriff spielte Kamil Bednarski (Mittelhandbruch) mit einer Manschette. Jan-Steffen Meier verstärkte das Mittelfeld und - Überraschung, Überraschung - Andreas Ivan war einer der ersten elf. Zuletzt war Ivan ja nur noch als Zivilist unterwegs, fand nicht einmal Berücksichtigung im 18-köpfigen Aufgebot. Doch unter der Woche hat der vorübergehend Ausgemusterte wohl richtig Gas gegeben, sodass ihm Trainer Demandt mal wieder eine Chance gab. Und der Spieler rechtfertigte das Vertrauen mit einer starken Leistung. Er belebte fraglos das Offensivspiel der Rot-Weissen.

Das durfte man natürlich auch von Kamil Bednarski erwarten. Dass der zurecht als Hoffnungsträger gehandelt wird, war gleich in der Anfangsphase ebenfalls nicht zu übersehen. Als er mit einem langen Pass von Timo Brauer angespielt wurde, fackelte der Torjäger nicht lang, zog ab, traf den Ball gar nicht mal optimal, aber die Flugbahn war derart präzise, dass Dortmunds Keeper Hendrik Bonmann die Kugel nicht erreichen konnte. RWE führte nach der ersten Chance überhaupt mit 1:0.

Und Torschütze Bednarski glänzte auch als umsichtiger Vorbereiter. Sein Pass auf Ivan brachte die nächste Chance, doch Bonmann reagierte stark (15.). Und zwei Minuten später noch einmal Bednarski auf Platzeck, doch der verfehlte das Ziel ebenfalls.

Von der viel gepriesenen Dortmunder Offensive um Torjäger Al Ghaddioui war indes wenig zu sehen, auch wenn die Schwarz-Gelben etwas besser ins Spiel fanden. Die Essener blieben aufmerksam und konsequent, hatte den Tabellenzweiten weitestgehend im Griff. Mit einem satten Schuss von Ivan knapp übers Tor endete eine aus Essener Sicht gute erste Hälfte mit Vorteilen für die Gastgeber.

Ngankam hat den Siegtreffer auf dem Fuß

Gleichwohl änderten sich die Verhältnisse in Durchgang zwei. Dortmund hatte nun mehr vom Spiel, wobei der Chancen Ertrag ähnlich gering blieb wie zuvor. Und wenn sich die Möglichkeit bot, machten es die Gäste meist schlecht, wie Sören Dieckmann, der in guter Position den Ball nicht richtig traf (66.). Die Essener hatten nun wesentlich mehr Mühe, sich vor das gegnerische Tor zu arbeiten. Es fehlten die klaren Aktionen, die Präzision im Aufbau.

Dortmunds Wassey schickte mit einem Versuch aus der Distanz, den Heimann parierte, die nächste Warnung (68.). Dortmund war längst überlegen. Als Ghaddioui sich als Vorbereiter profilierte und Eberwein bediente, versuchte RWE-Torhüter Heimann an den Ball zu kommen, erwischte Eberwein, der fiel. Elfmeter. Eberwein trat selbst an, schoss schwach, Heimann parierte, doch den Abpraller versenkte der Dortmund dann doch noch zum Ausgleich, der etwas glücklich zustande kam, aber verdient war.

Doch die größte Chance des gesamten Spiels hatte der eingewechselte Roussel Ngankam auf dem Fuß. Meier passte nach innen auf Ngankam, der fünf Meter vor dem Tor direkt abschloss und Bonmann traf. Das musste das 2:1 für Rot-Weiss sein (89.). Auch Malura hatte noch eine letzte Chance, doch auch die wurde vertan.

Autor: Rolf Hantel

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