Olympia-Held Max Meyer überzeugt in der Nationalmannschaft - auf Schalke saß er zuletzt häufig nur auf der Bank. Das hat ihn frustriert.

Schalke

Weinzierl steckt in der Max-Meyer-Klemme

Andreas Ernst
30. September 2016, 12:30 Uhr
Foto: Firo

Foto: Firo

Olympia-Held Max Meyer überzeugt in der Nationalmannschaft - auf Schalke saß er zuletzt häufig nur auf der Bank. Das hat ihn frustriert.

Die Bilder aus Rio de Janeiro gingen um die Welt: Neymar und [person=8906]Max Meyer[/person] führten am 21. August die Olympia-Mannschaften von Brasilien und Deutschland als Kapitäne im Gold-Finale auf den Platz. Neymar, der Welt-Star des FC Barcelona, und Meyer, gefeierter Jung-Nationalspieler und einer der Hochbegabten des FC Schalke 04. Doch während Neymar in Barcelona längst wieder zaubert und trifft, hadert Meyer ein wenig mit sich und der Welt. Er ist in der Saison noch nicht angekommen - und sein neuer Trainer Markus Weinzierl weiß nicht so viel mit ihm anzufangen.

Das DFB-Pokalspiel in Freiburg gegen Villingen (4:1) hatte Meyer wegen des olympischen Endspiels noch verpasst. Nur wenige Tage nach seiner Rückkehr gehörte er im ersten Saisonspiel in Frankfurt auf seiner Wunschposition im Mittelfeld-Zentrum zur Startelf. Er wirkte nach der langen Reise allerdings müde, fand keine Bindung zu den Teamkollegen und konnte die 0:1-Niederlage nicht verhindern. Danach baute Weinzierl sein Team komplett um. Ein prominentes Opfer: Max Meyer. Der 21-Jährige saß seitdem in vier von sechs Pflichtspielen zunächst auf der Bank.

Erst nach Goretzkas Auswechslung taute Schalkes Max Meyer auf

So richtig verstehen konnte er das nicht. "Ich war natürlich nicht zufrieden damit, dass ich in drei Bundesliga-Spielen draußen saß", erklärte Meyer am Donnerstag nach dem 3:1-Erfolg in der Europa League gegen RB Salzburg. In diesem Spiel stand er zwar in der Startformation, musste allerdings auf die linke Mittelfeldseite ausweichen. Das ist nicht seine Wunschposition, auch wenn er sie unter Ex-Trainer André Breitenreiter und U21-Trainer Horst Hrubesch schon spielen musste. "Das ist schon anders als in der Mitte, weil dort defensiveres Verhalten gefordert ist", erklärte Meyer. Er spielte unauffällig, taute erst nach der Auswechslung von Leon Goretzka auf - als er seine Lieblingsrolle übernehmen durfte. Direkt erarbeitete er sich seine beste Torszene.

Weinzierl steckt in der Max-Meyer-Klemme: Der Trainer weiß, dass er den talentierten Meyer (Vertrag bis 2018) nicht vergraulen darf. Allerdings ist ihm bewusst, dass der wendige und dribbelstarke Techniker seine Stärken auf den Außenpositionen im Mittelfeld kaum einbringen kann. Im Zentrum setzt er aber im Moment lieber auf Meyers besten Freund Leon Goretzka. Der ist ein dynamischerer Balljäger und somit geeigneter für Weinzierls Art des Gegenpressings. Diese Erklärung von Weinzierl hat Meyer hingenommen. "Es ging ihm darum, dass wir defensiv besser stehen", erklärte Meyer und ergänzte: "Heute standen wir defensiv gut - auch mit mir." Aus Sätzen wie diesen spricht schon etwas Frust.

Am Sonntag trifft Schalke auf Borussia Mönchengladbach
Deshalb musste Goretzka seinen Kumpel Meyer zuletzt sogar etwas aufbauen. "Wäre doch schlimm, wenn er zufrieden wäre, ohne gespielt zu haben. Aber Max ist nicht der Typ, der den Kopf in den Sand steckt", erklärte Goretzka. Erst im achten Pflichtspiel standen Goretzka und Meyer erstmals gemeinsam in der Startelf. Am Sonntag gibt es die nächste Chance: Dann trifft Schalke auf Borussia Mönchengladbach (Sonntag, 17.30 Uhr). Mit Max Meyer? "Ich versuche mich anzubieten", sagte er am Donnerstagabend.

Autor: Andreas Ernst

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren