Der Wuppertaler SV zog gegen den Landesligisten VfB Speldorf im Niederrheinpokal souverän in die nächste Runde ein.

Niederrheinpokal

Knie kaputt? Sorge um Hagemann

28. September 2016, 09:04 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Der Wuppertaler SV zog gegen den Landesligisten VfB Speldorf im Niederrheinpokal souverän in die nächste Runde ein.

Im Achtelfinale wartet Mitte Oktober der ETB Schwarz-Weiß Essen auf die Bergischen. Ob dann [person=5476]Kevin Hagemann[/person] mit von der Partie ist, erscheint fraglich. Der 26-Jährige verletzte sich in einem Zweikampf und konnte die Partie nicht beenden. "Kevin hat einen Schlag auf beide Knie bekommen. Das sieht wirklich nicht gut aus, man sieht sogar den Stollenabdruck. Aber das Foulspiel war keine Absicht, das passiert im Fußball," zeigte sich Wuppertals Trainer Stefan Vollmerhausen nach dem Spiel besorgt.

Wir wussten, dass wir uns nicht auf einen offenen Schlagabtausch einlassen dürfen, sonst hätte der WSV uns komplett auseinander gefegt
Christian Mikolajczak (VfB Speldorf)

WSV-Kapitän [person=24782]Peter Schmetz[/person] sah im Vergleich zur ersten Pokalrunde eine Leistungssteigerung: "Wenn wir uns an die Leistung in der vorherigen Runde gegen Straelen erinnern, war es auf jeden Fall eine Steigerung. Wir hatten eine Vielzahl an Chancen, wenn wir die nutzen, ist die Sache schon viel früher gegessen. Im Endeffekt zählt die Floskel im Pokal, einfach eine Runde weitergekommen zu sein."

Der 26-Jährige hat klare Ziele: "Wir wollen nach Möglichkeit erneut das Finale erreichen. Vor so vielen Zuschauern und live im TV - da haben wir im letzten Jahr erfahren, wie geil dieses Gefühl ist. Deshalb muss es das Ziel sein, dies noch einmal zu erleben." Nun steht aber die Partie gegen Siegen im Fokus. Die Sportfreunde wechselten unter der Woche den Trainer. Für Ottmar Griffel steht nun Thorsten Seibert an der Seitenlinie: "Ich glaube, dass sie mit neuem Schwung und Euphorie in die Partie gehen werden. Da müssen wir noch härter als bisher arbeiten, um die Punkte in Wuppertal behalten zu können."

Mann des Spiels war, auch wenn es bei einem 0:3 überraschend daher kommen mag, der Keeper des VfB. Allein [person=10526]Kai Gröger[/person] war es zu verdanken, dass sich die Niederlage für die Mülheimer in Grenzen hielt. Der 30-Jährige gibt sich dennoch bescheiden: "Dafür bin ich da. Es kann dem Selbstvertrauen nicht schaden, den ersten Ball zu halten. Danach war auch ein Quäntchen Glück dabei." Und das, obwohl sich der Torwart in der ersten Halbzeit verletzte. "Im hinteren Oberschenkel hat es leicht gezogen. Das hat mich leider ein wenig behindert," erzählt er. Ab diesem Zeitpunkt musste Gröger die Partie humpelnd zu Ende bringen. Denn der Ersatztorwart war ebenfalls verletzt. "Wenn Ersatz da gewesen wäre, hätte ich wohl nicht mehr weiter gespielt," muss sich auch der Schlussmann eingestehen.

Zur Verzweiflung brachte dieser auch [person=2319]Ercan Aydogmus[/person]. Der Stürmer traf schließlich aber dennoch zur Führung: "Wir waren viel besser im Spiel als gegen Straelen. Die 100-prozentigen Möglichkeiten aus der ersten Halbzeit hätten wir natürlich nutzen müssen. Schon alleine um noch mehr Ruhe zu haben. Im Endeffekt zählt aber nur, dass wir eine Runde weiter sind." Der Türke sieht den Pokal als i-Tüpfelchen neben dem Ligaalltag: "Unsere Priorität liegt auf der Liga, da wollen wir unser Ziel, die Klasse zu halten, erreichen. Trotzdem werden wir im Pokal natürlich versuchen so weit wie möglich zu kommen. Da sind viele starke Mannschaften dabei: Rot-Weiss Essen, Uerdingen, Duisburg, Oberhausen und Velbert. Aber die müssen auch erst einmal ihre Hausaufgaben lösen."

Für VfB-Trainer Christian Mikolajczak war es ein tolles Erlebnis. Auch wenn er seine Beobachtungen in den ersten 30 Minuten exklusiv hatte. Denn vor allem in dieser ersten halben Stunde war die Offensiv-Maschine der Rot-Blauen im vollen Gange: "Für uns war es ein tolles Erlebnis, in diesem schönen Stadion spielen zu dürfen. Wir haben das in der ersten halben Stunde sehr ordentlich gemacht und standen defensiv gut. Wir wussten, dass wir uns nicht auf einen offenen Schlagabtausch einlassen dürfen, sonst hätte der WSV uns komplett auseinander gefegt. Wir wollten defensiv kompakt stehen und unsere Konterchancen nutzen. Das einzige, was ich meiner Mannschaft vorwerfen kann: Wir haben nicht mutig genug nach vorne gespielt. Da sind wir nicht schnell genug nachgerückt. Wenn du dann kurz vor der Pause einen Doppelschlag einstecken musst, gleicht das einem Genickschlag. Der Sieg ist in dieser Höhe total in Ordnung."

Stefan Vollmerhausen: "Ohne dass es despektierlich klingen soll, aber für uns ist ein Pokalspiel gegen einen Landesligisten eine Pflichtaufgabe und diese haben wir erledigt. Wir hatten in der ersten Halbzeit eine Vielzahl an großen Chancen. Wir hätten das eine oder andere Tor mehr schießen müssen, damit bin ich nicht zufrieden, da haben wir im Bezug auf die Chancenverwertung einen anderen Anspruch. Nichtsdestotrotz freuen wir uns darüber, dass wir eine Runde weiter gekommen sind."

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