Ein bisschen lustig ist dieser Thomas Tuchel ja schon manchmal.

BVB

Joker Schürrle erhält Serie gegen Real aufrecht

Daniel Berg
27. September 2016, 22:38 Uhr
Foto: firo

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Ein bisschen lustig ist dieser Thomas Tuchel ja schon manchmal.

"Ich hoffe, dass wir es schaffen, so zu spielen, als wäre es ein ganz normales Bundesligaspiel", meinte der Trainer von Borussia Dortmund direkt vor dem Spiel.

Vor diesem Spiel, das die hell ausgeleuchtete Bühne der Champions League nach 559 Tagen der Abstinenz nach Dortmund zurück brachte. Vor diesem Spiel gegen den wohl größten Klub der Welt. Gegen Real Madrid mit seinen Künstlern und Diven. So richtig normal konnte dieser Abend nicht werden. Das war vorher klar. Schwarz-Gelb bemühte sich, den vom Trainer geforderten Mut aufzubringen, die Lust, mit der es die Gegner zuletzt reihenweise durcheinander gewirbelt hatte. Gegen Real war das schwieriger, aber ein sehenswerter Treffer von André Schürrle brachte zumindest kurz vor dem Ende ein 2:2 (1:1) gegen das königliche Starensemble.

Tuchel hatte erneut auf den noch nicht ganz fitten Innenverteidiger Marc Bartra verzichten müssen, André Schürrle nahm zunächst auf der Reservebank Platz. Doch auch ohne den Nationalspieler wies Schwarz-Gelb die zuletzt offensichtliche Spielfreude nach. Einen Freistoß von Gonzalo Castro musste Reals Torwart Keylor Navas in der vierten Minuten aus dem Winkel wischen.

Dortmund kombinierte schnell und hübsch, erzeugte Druck. Ousmane Dembélé setzte seinen Schuss aus 18 Metern über das Tor (13.). Mitten hinein in dieses gelbe Hoch platzte dann der Mann, der solche Auftritte liebt. In Spanien berichten die Medien seit Tagen, dass Cristiano Ronaldo in einer tiefen Formkrise stecke. Aber in diesem Augenblick stand er auf dem richtigen Fleckchen Rasen, als eine Vorlage von Gareth Bale unglücklich durch die Beine von Matthias Ginter trudelte und dem portugiesischen Star förmlich vor die Füße fiel. Schuss aus fünf Metern, 1:0 für Real (17. Minute). Ein Wirkungstreffer.

Denn es dauerte ein wenig, bis Dortmund seinen Elan wiederfand. Dembélé tauchte recht frei vor dem Madrider Tor auf, seinen Schuss fälschte Sergio Ramos im letzten Moment noch entscheidend ab (25.).

Dass der BVB nicht mit einem Rückstand in die Pause gehen musste, lag auch an der unübersehbaren Mithilfe von Madrids Torwart Navas. Einen Freistoß von Raphael Guerreiro wehrte der Schlussmann so ungelenk ab, dass Pierre-Emerick Aubameyang den abgeprallten Ball nur noch über die Linie stupsen musste (43.). Auf der Gegenseite zählte der Kopfballtreffer Ronaldos wegen Abseits zurecht nicht (45.).

Aus der Pause kam der Bundesligist mit neuem Mut. Dembélé schoss nach feinem Dribbling drüber (51.), Aubameyangs Schuss parierte Navas in voller Streckung (52.). Aber Real spielt eben manchmal so kühl wie das schneeweiße Weiß ihrer Hemdchen. Erst wurde Karim Benzema bei seinem Einschussversuch noch entscheidend gestört (63.), doch nur fünf Minuten später trafen die Gäste. Benzemas Schuss nach einer Flanke sprang vom Pfosten an die Latte und von dort vor die Füße von Raphael Varane. 2:1 - der spanische Rekordmeister hatte die Partie vorerst wieder in der Hand.

Mit Wut und Wucht versuchte der BVB noch einmal zurückzukehren. Doch die Schüsse von Raphael Guerreiro (70.) und dem eingewechselten Christian Pulisic (83.) entschärfte Keylor Navas. Dann kam Schürrle, wuchtete den Ausgleich herbei (86.) - und drehte die Lautstärke im Stadion in den roten Bereich.

Autor: Daniel Berg

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