Geschlagene zehn Minuten stand Torhüter Pascal Nagel vor der Südtribüne auf dem Aachener Tivoli und durfte sich beschallen lassen.

Alemannia Aachen

Um RWE macht sich Nagel keinen Kopf

28. September 2016, 08:37 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

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Geschlagene zehn Minuten stand Torhüter Pascal Nagel vor der Südtribüne auf dem Aachener Tivoli und durfte sich beschallen lassen.

Es war beeindruckend, wie der Anhang der Alemannia in der Schlussphase geschlossen den Dauergesang durchhielt und damit – zugegeben – etwas übereilt den Sieg über Rot-Weiss Essen feierte. Denn der Gast aus der Ruhrmetropole hatte zu diesem Zeitpunkt tatsächlich wieder ins Spiel gefunden und drängte auf den Ausgleich.

Aus Sicht der Kaiserstädter ging dann doch noch alles gut. Ein emotionaler Schlussakkord für das Gros der 8800 Zuschauer – und für Pascal Nagel: „Es war ein sehr schöner, ein emotionaler Sieg“, sagte der 25-Jährige im Anschluss an das Spiel gegen seinen Ex-Klub.

Lediglich ein halbes Jahr hat er dort verbracht, nachdem ihn Rot-Weiss vom Südwest-Regionalligisten Germania Halberstadt an die Hafenstraße lotste. Am Ende des halben Jahres stand eine Bilanz, die für Nagel nicht zufriedenstellend gewesen sein kann: Denn der Torhüter absolvierte kein einziges Spiel für die Essener. Die Hoffnung, doch noch einmal in der Regionalliga auflaufen zu können, hat er dabei nie verloren: „Ich habe immer wieder positives Feedback bekommen, aber hatte leider nie die Chance, mich richtig zu beweisen“, erinnerte sich Nagel an die Zeit bei RWE.

Er hegt keinen Groll gegen seinen alten Verein, der in seiner Vita wohl kaum mehr sein wird als eine Durchgangsstation sowie der Nachweis dafür, dass er sich noch einmal etwas getraut hat. Denn in Halberstadt, wo er als unangefochtene Nummer eins galt, bewegte er sich nah an seiner Komfortzone. Und die Germania hätte ihn freilich gern behalten.

Während er an der Hafenstraße in der Rückrunde seinen beiden Kontrahenten Niclas Heimann und Robin Heller den Vortritt hatte lassen müssen, setzte er sich bei der Alemannia gegen Philipp Sprint in der Vorbereitung durch. „Wo eine Tür zugeht, geht eine andere auf“, hat Nagels Wechsel in die Kaiserstadt diesem Allgemeinplatz Gültigkeit verliehen.

Bei der Alemannia hat er die Chance, wieder auf sich aufmerksam zu machen. „Welcher Fußballer träumt nicht davon, noch einmal in einer höheren Liga zu spielen“, fragte der Aachener Keeper rhetorisch, was aber nicht ausschließen soll, dass er eine weitere Durchgangsstation in seinen Lebenslauf aufnehmen will: „Ich fühle mich in Aachen sehr wohl.“

Und spätestens mit dem Sieg gegen Rot-Weiss Essen ist auch dieses Kapitel endgültig abgeschlossen. „Eine kleine Genugtuung war es beim Abpfiff schon“, gab Nagel zu.

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