Den großen Aufreger des zehnten Regionalliga-Spieltags lieferte am Freitagabend das Duell zwischen Rot Weiss Ahlen und Borussia Mönchengladbach II. Die Partie wurde abgebrochen.

Regionalliga

Das sagt Ahlen-Manager Krug zum Spielabbruch

Martin Herms
24. September 2016, 17:24 Uhr
Foto: Michael Ketzer

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Den großen Aufreger des zehnten Regionalliga-Spieltags lieferte am Freitagabend das Duell zwischen Rot Weiss Ahlen und Borussia Mönchengladbach II. Die Partie wurde abgebrochen.

Es war ein Ende mit Schrecken für Rot Weiss Ahlen. Nach sechs ernüchternden Niederlagen lieferten die Wersestädter ihrem Anhang endlich wieder einen Grund zur Freude. Gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter aus Mönchengladbach machte das in der Sommerpause neuformierte Ahlener Team ein bärenstarkes Spiel. Bis zur 87. Minute führten die Hausherren überraschend, aber völlig verdient mit 2:1. Der Abstiegskandidat hatte den Ligaprimus am Rand einer Niederlage. "Das war ein richtig geiles Spiel von meiner Mannschaft", befand RWA-Trainer Mircea Onisemiuc. "Wir haben gezeigt, dass es bei uns aufwärts geht. Leider haben wir es nicht über die Zeit gebracht."

Was in der Schlussphase folgte, war für die finanziell arg gebeutelten Rot-Weißen in doppelter Hinsicht bitter. Zunächst gaben die Gastgeber das Spiel innerhalb von fünf Minuten komplett aus der Hand. Djibril Sow (87.) und Mike Feigenspan (92.) versetzten Ahlen einen schweren Schlag. Der Frust saß auch beim Trainerteam tief. Als Ventil für Co-Trainer Svante Rasmus musste eine Plastikflasche herhalten. Als er diese aus seiner Coachingzone trat, traf er ausgerechnet den Schiedsrichter-Assistenten. Obwohl sich Rasmus umgehend entschuldigte, bewertete Schiedsrichter Christopher Schütter diese Aktion laut Spielbericht als "tätlichen Angriff" und brach die Partie wenige Augenblicke vor dem Ende ab.

Verbandsspruchkammer wird entscheiden

"Der Spielabbruch ist aus unserer Sicht brutal übertrieben", drückte Ahlens Manager Joachim Krug am Samstag gegenüber dieser Redaktion sein Unverständnis aus. "Der Linienrichter hat mehr daraus gemacht, als er musste. Es handelte sich um eine fast leere Plastikflasche. Svante Rasmus hat das nicht mit Absicht getan. Sein Ärger richtete sich nicht gegen den Schiri. Diese maximal zwei Minuten hätte man zu Ende bringen können. Für uns ist das nun doppelt bitter. Zum einen hätten wir eventuell noch eine Chance auf den Ausgleich gehabt und zum anderen müssen wir uns nun mit so einem Fall beschäftigen. Und das nach einem über weite Strecken tollen Spiel unserer Mannschaft", gab Krug enttäuscht zu Protokoll.

Welche Konsequenzen der Abbruch für Rot Weiss Ahlen haben wird, entscheidet die Verbandsspruchkammer. Dass die Partie wiederholt wird, ist unwahrscheinlich. Denkbar ist eine 2:0-Wertung für die Gäste. "Wir werden uns stellen und die Konsequenzen tragen", betont Krug.

Autor: Martin Herms

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