Als Ilia Gruev im Sommer 2005 vom KFC Uerdingen zu Rot-Weiß Erfurt wechselte, sollte das Intermezzo in Thüringen nur ein Jahr dauern. Alles kam anders.

MSV in Erfurt

Zurück bei Freunden

Dirk Retzlaff
24. September 2016, 09:07 Uhr
Foto: firo

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Als Ilia Gruev im Sommer 2005 vom KFC Uerdingen zu Rot-Weiß Erfurt wechselte, sollte das Intermezzo in Thüringen nur ein Jahr dauern. Alles kam anders.

Nun spricht der Trainer des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg vor dem Auswärtsspiel in Erfurt am Sonntag (14 Uhr, Livestream im Internet auf www.mdr.de) von einer Stadt, die ihm ans Herz gewachsen ist.

Zwar spielte Gruev tatsächlich nur ein Jahr für Rot-Weiß (18 Ligaspiele, ein Tor), doch erst im vergangenen Jahr löste er in Erfurt endgültig seine Wohnung auf. „Am Ende wurden es dann doch zehn Jahre. Es war eine schöne Zeit“, blickt der Bulgare, der nach seiner aktiven Laufbahn bis 2009 als U-19-Trainer in Erfurt tätig war, zurück. Morgen trifft er auf viele alte Bekannte. „Erfurt hat einen Zeugwart, der bei denen eine Kultfigur ist wie Manni Piwonski bei uns. Ich glaube, der hat den Verein gegründet“, lacht Gruev. Auch auf dem Spielfeld sind morgen einige gute Bekannte unterwegs. Vier Erfurter – darunter auch Goalgetter Carsten Kammlott (fünf Tore) – trainierten einst unter Gruev in der RWE-Jugend.

Morgen treffen zwei Teams aufeinander, die in der Englischen Woche bislang kaum Freude hatten. Nach fünf Partien ohne Niederlage verlor Erfurt nun zweimal in Folge. Der MSV holte aus zwei Spielen nur einen Punkt und verlor deshalb die Tabellenführung. „Beide Mannschaften müssen liefern“, sagt Gruev, der in Erfurt gewinnen will, damit am Ende der Englischen Woche zumindest noch eine Bilanz zu Buche steht, „die okay ist. Perfekt wird sie nicht mehr werden“, wie Gruev es ausdrückt.

Dausch ist wieder fit
Auch wenn der Duisburger Trainer weit davon entfernt ist, die Lage zu dramatisieren – „Die 3. Liga ist kein Spaziergang. Unsere Gegner können auch Fußball spielen“ – macht er keinen Hehl daraus, dass ihm die Qualität des Spiels in den letzten beiden Partien nicht schmeckte. „Jeder von uns muss zeigen, dass er es besser kann“, fordert Gruev. Das will auch Andreas Wiegel – der Flügelspieler stand von 2013 bis 2015 in Erfurt unter Vertrag – morgen im umgebauten Steigerwaldstadion umsetzen. „Wir müssen das Spiel so aufziehen, wie wir es wollen. Wir können es auf jeden Fall spielerisch besser machen als zuletzt“, hat sich der 25-Jährige für die Partie an alter Wirkungsstätte viel vorgenommen.

Andreas Wiegel wird heute mit im Mannschaftsbus sitzen. Einige Fahrkarten für die Reise in den Osten hatte Ilia Gruev gestern noch nicht vergeben. Mittelfeldspieler Martin Dausch trainierte, nachdem er seinen grippalen Infekt abgeschüttelt hatte, schon wieder mit der Mannschaft. So wird es einmal mehr einige Härtefälle geben.

Autor: Dirk Retzlaff

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