Schalkes Stammtorwart Ralf Fährmann übt in der aktuellen Bundesliga-Saison eine Tätigkeit aus, die keinem Schlussmann der Welt behagt.

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Fast jeder Schuss ein Tor: „Ralle dreht langsam durch“

Thomas Tartemann / Christoph Winkel
24. September 2016, 09:19 Uhr
Foto: firo

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Schalkes Stammtorwart Ralf Fährmann übt in der aktuellen Bundesliga-Saison eine Tätigkeit aus, die keinem Schlussmann der Welt behagt.

Fährmann holt meistens Bälle aus dem Netz. Achtmal musste der 27-Jährige bisher hinter sich greifen. Das nervt gewaltig. Trainer Markus Weinzierl: „Ralle dreht langsam schon durch. Im Moment ist jeder Schuss ein Treffer.“

Schalke sucht auch am Sonntag (15.30 Uhr/ Sky) beim Auswärtsspiel in Hoffenheim nach der nötigen Stabilität. Die Sehnsucht nach dem ersten Spiel ohne Gegentreffer und dem ersten Saisonsieg ist riesengroß. „Bei allen Toren, die wir gegen Köln kassiert haben, war es keine Problematik des Laufweges“, analysiert Weinzierl, „sondern individuelle Sorglosigkeit.“

Der Schalker Coach ist weit davon entfernt, alles in Frage zu stellen. „Bei uns war in den ersten Spielen nicht alles schlecht. Aber unsere Punktzahl ist schlecht.“ Für Weinzierl ist der beschwerliche Weg zur Verbesserung logisch. „Die Probleme sind hier nicht auf einmal neu. Im letzten Jahr hatte die Mannschaft ohne Joel Matip und Leroy Sané auch Schwierigkeiten. Es liegt bei uns einfach am Eingespieltsein, an den Abläufen.“

Dass bei der Dreifach-Belastung Bundesliga/Europa League/DFB-Pokal nicht wochenlang eine unveränderte Elf beginnt, liegt auf der Hand. „Ich kann nicht alle drei Tage die gleiche Aufstellung bringen“, sagt Weinzierl, „bei unserer Rotation wird es nicht jeden treffen. Es entscheidet die Leistung.“

Junior Caicara fiel nach dem Frankfurt-Spiel durchs Sieb. Naldo könnte ein ähnliches Schicksal drohen, wenn man seine Irrfahrt gegen Köln zugrunde legt. Weinzierl: „Naldo ist nicht glücklich über die Anzahl der Gegentore.“ Über die Hoffenheim-Aufstellung grübelt der Trainer aber noch.

Bei der TSG Hoffenheim ist der Respekt vor Schalke trotz des 17. Tabellenplatzes groß. „Meinen Spielern und mir ist bewusst, dass da eine Top-Mannschaft zu uns kommt“, sagt Cheftrainer Julian Nagelsmann. Mit 29 Jahren ist der Fußballlehrer der jüngste Trainer in der Bundesliga. „Schalke ist einTeam mit herausragenden Einzelspielern. Auch die Neuzugänge erfüllen höchste Ansprüche“, sagt Nagelsmann. „Die Neuen kamen aus Sevilla, Paris oder Tottenham. Stangenware sieht anders aus“, steht auf der TSG-Homepage geschrieben. „Schalke war nicht in allen vier Spielen die schlechtere Mannschaft. Gegen Köln hatten sie zuletzt vor allem in der ersten Halbzeit auch das eine oder andere mal Pech im Abschluss.“

Autor: Thomas Tartemann / Christoph Winkel

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