Breel Embolo kam aus der Kabine und bat um Verständnis: Nein, er wollte diesmal nichts sagen, erklärte der 19-Jährige.

Schalke

Weinzierl kritisiert Embolos Querpass auf Huntelaar

Manfred Hendriock
22. September 2016, 19:54 Uhr
Foto: firo

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Breel Embolo kam aus der Kabine und bat um Verständnis: Nein, er wollte diesmal nichts sagen, erklärte der 19-Jährige.

Auch nichts zu jener Szene, die ganz Schalke in der 80. Minute die Haare raufen ließ. Nach einem feinen Steilpass lief Embolo ganz allein auf Kölns Torwart Timo Horn zu, doch dann verließ ihn die Courage: Anstatt zu schießen, passte er den Ball quer nach links zu Klaas-Jan Huntelaar. Den erwischte das Zuspiel auf dem falschen Fuß – mit links schoss er Horn an. Und Schalkes größte Chance war dahin. Das wäre der 2:2-Ausgleich gewesen.

Die Szene war für Embolo bezeichnend, dass der junge Schweizer auf Schalke überhaupt noch nicht angekommen ist. Er wollte nichts falsch machen und mannschaftsdienlich sein – doch damit gab er den Torjägerinstinkt eines Stürmers auf. Auch Benedikt Höwedes sprach die Szene an: „Nach dem 1:2 hatten wir eine Riesenmöglichkeit, wo wir nicht konsequent waren.“ Kritisieren wollte er Embolo damit nicht, „ich mache keinem einen Vorwurf, wir sind alle verantwortlich.“ Am deutlichsten sagte es aber Trainer Markus Weinzierl, dass Embolo schon mit dem Abspiel auf Huntelaar die falsche Entscheidung getroffen hatte: „Er hätte den Ball einfach ins Tor schießen müssen.“ Und nicht querlegen.

Ob es am fehlenden Selbstvertrauen von Embolo lag, wusste Kapitän Höwedes nicht: „Ich gucke ihm auch nur vor den Kopf.“ Zumindest hat der EM-Teilnehmer, für den Schalke die Rekord-Ablöse von 22,5 Millionen Euro an den FC Basel gezahlt hat, bei seinem neuen Verein noch gewaltige Anpassungsschwierigkeiten.

Woran es bei ihm noch fehlt

Vor zwei Wochen sagte Embolo dem „Schalker Kreisel“, woran es noch fehlt: „Ich muss noch genauer im Passspiel und gefährlicher im Abschluss werden. Zudem ist es taktisch auf Schalke ganz anders als in Basel: Dort haben wir viel kurz-kurz gespielt und waren auf viel Ballbesitz aus. Was ich in drei Jahren verinnerlicht habe, muss ich jetzt in zwei, drei Monaten löschen und meine Festplatte neu formatieren.“
Schalke gibt ihm die Zeit dazu – aber das Tor gegen Köln hätte er einfach machen müssen.

Autor: Manfred Hendriock

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