Der Akt an sich war eine Kleinigkeit. Er erforderte einen Rest Konzentration, aber das war es dann auch.

BVB

Defensive Schwächen bei der Offensiv-Gala in Wolfsburg

Daniel Berg
20. September 2016, 22:23 Uhr
Foto: firo

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Der Akt an sich war eine Kleinigkeit. Er erforderte einen Rest Konzentration, aber das war es dann auch.

Pierre-Emerick Aubameyang stieß den Ball mit der Innenseite aus fünf Metern ins Tor. Der Torjäger wusste, dass er treffen würde, deshalb ging die Schussbewegung fließend über in den Jubel. So fließend, dass es eine Sekunde des Zögerns brauchte, bis er sich erinnerte, dass er einem Mann für diesen Treffer würde danken müssen. Gonzalo Castro. Von ihm kam der Pass. Zur Halbzeit war der Mittelfeldspieler eingewechselt worden und jetzt, da ein Stunde gespielt war, rettete er Borussia Dortmund in einer heiklen Phase den Sieg beim VfL Wolfsburg. 5:1 (2:0) hieß es am Ende für den Vizemeister. Wieder ein schwarz-gelbes Torspektakel. Wieder ein deutliches Ergebnis, allerdings in einem Spiel, das der BVB zwar erst beherrschte, dann aber aus der Hand zu geben drohte.

Dabei hatte alles so beinahe perfekt angefangen. Innenverteidiger Marc Bartra spielte den Ball fein in den Lauf von Raphael Guerreiro und der Portugiese traf allein vor Koen Casteels zur Führung ins Tor. Vier Minuten waren da gerade einmal gespielt. Und so ging es weiter. Aubameyang legte ein Solo hin und schlenzte den Ball ins Wolfsburger Tor (16.). Effizienzfaktor? Hoch.

Doch selbst in dieser Phase waren die defensiven Schwächen des BVB zu erkennen. Der Wolfsburger Bruno Henrique hätte nach acht Minuten ausgleichen können, Nationalstürmer Mario Gomez mehrfach (23./36.) den Anschlusstreffer erzielen können. Die Vorlage kam jeweils vom agilen Julian Draxler. Zudem musste Dortmunds starker Torwart Roman Bürki gegen einen Freistoß von Ricardo Rodriguez (37.) und einen Fernschuss von Maximilian Arnold (44.) retten.

In der Rolle des Retters fand sich der BVB-Keeper auch zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder, als die Partie endgültig zu kippen drohte. Eine bemerkenswert klare Doppelchance von Draxler und dem bemitleidenswerten Gomez fand auf absurde Weise doch nicht den Weg ins Tor (50.), ehe dann doch der eingewechselte Daniel Didavi zum 1:2 traf (53.). Die drei Punkte, zwischenzeitlich schon fest beim BVB eingeplant, gerieten in Gefahr. Doch dann entschied Castro die Partie. Mario Götze setzte ihn in Szene, dann zog er los, bediente Ousmane Dembélé, der den Ball - allerdings abseitsverdächtig - nur noch ins Tor schieben musste. Es war der erste Pflichtspieltreffer des Neuzugangs (58.). Nur vier Minuten später das gleiche Bild: Vorlage Castro, einfaches Spiel für den Torschützen, in diesem Fall Aubameyang. Die Entscheidung. Lukasz Piszczek ließ nach einer Ecke per Kopf den fünften Treffer folgen (73.). Damit hat der BVB in den vergangenen drei Spielen 17 Treffer erzielt.

Nur Marc Bartra trübte die erneute Tor-Party: Schon nach elf Minuten musste der Spanier mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt werden.

Autor: Daniel Berg

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