Der VfL Bochum hat bei Fortuna Düsseldorf seine zweite Saisonniederlage kassiert. Vor 22.000 Zuschauern unterlag die Mannschaft von Gertjan Verbeek mit 0:3 (0:2).

VfL Bochum

Dotterweiche Defensive in Düsseldorf

20. September 2016, 19:24 Uhr
Foto: firo

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Der VfL Bochum hat bei Fortuna Düsseldorf seine zweite Saisonniederlage kassiert. Vor 22.000 Zuschauern unterlag die Mannschaft von Gertjan Verbeek mit 0:3 (0:2).

Was war das noch für ein Spektakel gegen den 1. FC Nürnberg! Eines, das doch eigentlich belegen sollte, dass die beinahe allerorts bekundete Kritik an Bochums neuer Offensive gänzlich unbegründet ist. Gut – vier Gegentore sprechen nicht für eine solide Defensivleistung. Aber das konnte die Stimmung an der Castroper Straße angesichts von fünf selbst geschossenen Toren nicht trüben. Da kam der Gastauftritt bei der Fortuna gerade recht, war der VfL gegen die 95er doch in den letzten fünf Ligaspielen ungeschlagen geblieben (vier Unentschieden, ein Sieg). Zumal das Selbstbewusstsein der Gastgeber nach der Niederlage in Heidenheim mindestens angekratzt war.

Doch weit gefehlt. Nur vier Tage nach dem Spektakel gegen Nürnberg war schon nach 45 Minuten Zweitliga-Fußball und bis dato zwei weiteren Gegentoren klar, dass der Gastauftritt in Düsseldorf vor allem eins war: ein deutlicher Rückschritt.

„Leitwolf“ Felix Bastians, der sich als Chef der völlig überforderten Viererkette nach dreizehn Minuten zu einem kapitalen Schnitzer hinreißen ließ und den zweiten Treffer der Düsseldorfer nicht nur begünstigte, sondern geradezu erzwang, stand mit seinem Auftritt Pate für das, was der VfL in der Landeshauptstadt auf den Rasen zauberte.

Die Fortuna, bei der die Nerven nach zwei Remis und einer Niederlage zumindest arg angekratzt waren, zeigte der Mannschaft von Trainer Gertjan Verbeek vor allem in den ersten 45 Minuten deutlich die Grenzen auf. Nicht nur, dass das Stellungsspiel der Bochumer nicht funktionierte – die Zahl der individuellen technischen Fehler war erschreckend hoch.

War das 1:0 der Düsseldorfer noch Resultat einer schönen Kombination über Adam Bodzek, Lukas Schmitz und schließlich Marcel Sobottka (3.), half der VfL beim zweiten Tor ordentlich mit. Julian Koch spielte Ihlas Bebou im Rücken von Timo Perthel frei, der Deutsch-Togolese passte in die Mitte, wo Kapitän Bastians eigentlich nur klären musste, aber Rouwen Hennings den Ball in den Fuß spielte (14.).

Verbeek reagierte und brachte bereits in der 39. Minute Debütant Alexander Merkel für den nach einem überflüssigen Foul (31.) verwarnten Tom Weilandt, der auf der rechten Seite maßlos überfordert war. Zur Pause musste Timo Perthel in der Kabine bleiben, für ihn verteidigte der 20-jährige Nico Rieble.

Das zeigte zunächst Wirkung: Die ersten zehn Minuten nach der Pause gehörten dem VfL, für den Peniel Mlapa in der 47. Minute die erste Chance im zweiten Durchgang hatte. Doch letztlich war das nur ein Strohfeuer, das die Bochumer da nach dem Seitenwechsel entfacht hatten. Denn in der 68. Minute offenbarten Hennings, Bebou und Axel Bellinghausen, wie schwach die Bochumer in der Defensive standen. Zwei Pässe reichten, um die Viererkette aus den Angeln zu heben – schon stand es 3:0 aus Sicht der Landeshauptstädter. Eine gute Viertelstunde zuvor hätte Sobottka beinahe seinen Doppelpack erzielt. Doch sein Schuss nach der schönen Kombination mit Kaan Ayhan kam zu schwach (53.).

Kaltschnäuzig – so lässt sich die Darbietung der Fortunen wohl am besten beschreiben. Und verzweifelt, wie der VfL agierte. Symptomatisch dafür: In der 75. Minute zog Thomas Eisfeld aus der Distanz ab – mehr als 20 Meter dürften zwischen Bochums „Zehner“ und Michael Rensings Kasten gelegen haben. Der schwache Schuss flog weit am Tor vorbei.

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